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Umweltatlas Berlin

02.06.1 Gewässerstrukturgüte – Gesamtbewertung (WRRL) (Ausgabe 2012)

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Kartenbeschreibung

Fließgewässer

Entsprechend der urbanen Überprägung weiter Flächen des Landes Berlins ist die Struktur der Berliner Fließgewässer zumal im Innenstadtbereich zumeist "stark verändert" bis "vollständig verändert" (siehe Tabelle 2).

Tab. 2: Strukturgüte der untersuchten Fließgewässer im Land Berlin
Gewässer Verfahren Jahr Kartierte Länge [km] durchschnittl. Bewertung Gewässerstruktur
Bullengraben VOV 2003 4,5 5,8 sehr stark verändert
Dahme ÜV 1999 16,0 4,8 stark verändert
Fließgraben VOV 2003 8,8 6,7  vollständig verändert 
Gosener Graben VOV 2003 3,4 4,7 stark verändert
Havel ÜV 1999 27,0 4,1 deutlich verändert
Hellersdorfer Graben VOV 2003 3,7 6,9 vollständig verändert
Kuhlake VOV 2003 7,0 3,6 deutlich verändert
Laake VOV 2003 4,7 6,4 vollständig verändert
Lietzengraben VOV 2003 7,2 5,5 sehr stark verändert
Neue Wuhle VOV 2009 8,1 5,5 sehr stark verändert
Panke VOV 2007 24,3 6,0 sehr stark verändert
Plumpengraben VOV 2003 11,1 6,3 vollständig verändert
Rudower Fließ VOV 2003 2,3 4,0 deutlich verändert
Seegraben VOV 2007 2,6 4,1 deutlich verändert
Spree ÜV 1999 45,0 6,0 sehr stark verändert
Tegeler Fließ VOV 2007 17,2 3,9 deutlich verändert
Wuhle VOV 2009 16,6 5,7 sehr stark verändert
Tab. 2: Strukturgüte der untersuchten Fließgewässer im Land Berlin

Excel
[Die Tabelle liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

Insgesamt am besten bewertet wurde die Kuhlake im Spandauer Forst. Die Kuhlake ist auch das einzige Berliner Fließgewässer mit mehreren Abschnitten der Strukturklasse 1. Obwohl sie vom Menschen "nachmodelliert" wurde, bietet sie so viele naturnahe Habitate, dass auch die Fauna den guten ökologischen Zustand erfüllt.

Unter den natürlichen EU_WRRL relevanten Fließgewässern weist das Tegeler Fließ im Durchschnitt die beste Gewässerstruktur auf. Günstigere Bewertungen der Gewässerstruktur von Fließgewässern außerhalb des Innenstadtbereichs werden mehrheitlich durch die ungünstige Bewertung der Struktur der Gewässersohle verhindert. Zwei Beispiele eher naturnaher und sehr naturferner Fließgewässerabschnitte sind in Abb. 2 dargestellt.

Abb. 2: Panke mit vollständig veränderter Gewässerstruktur
Abb. 2 rechts: Panke, Abschnitt 22 in der Ortslage Wedding (Badstraße), mit "vollständig veränderter" Gewässerstruktur

Seeufer

Die Struktur der Berliner Seeufer ist zumeist "mäßig verändert" bis "deutlich verändert" (siehe Tabelle 3) und wird damit signifikant besser bewertet als die Struktur der Fließgewässer. Die Berliner Seeufer befinden sich oftmals außerhalb des innerstädtischen Kerngebietes und zu einem nicht unerheblichen Teil auch in Schutzgebieten. Sie weisen daher einen im Vergleich zu den Fließgewässern im Durchschnitt geringeren Verbau von Ufer und Flachwasserzone (entspricht im Prinzip der Sohle bei Fließgewässern) auf. Ein strukturverschlechterndes Phänomen stellt der Wellenschlag durch Schiffsverkehr dar, dem jedoch durch das langjährige Schilfschutzprogramm der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung so erfolgreich wie möglich entgegen gewirkt wird.

Tab. 3: Strukturgüte der untersuchten Seeufer im Land Berlin
Gewässer Verfahren Jahr Kartierte Länge [km] durchschnittl. Bewertung Gewässerstruktur
Berliner Oberhavel 1 SUK 2010 3,3 4,2  deutlich verändert 
Berliner Oberhavel 2 SUK 2010 5,7 4,5 stark verändert
Berliner Oberhavel 3 SUK 2010 11,7 4,7 stark verändert
Berliner Unterhavel 1 SUK 2010 11,1 3,3 mäßig verändert
Berliner Unterhavel 2 SUK 2010 9,2 3,2 mäßig verändert
Berliner Unterhavel 3 SUK 2010 6,8 3,5 mäßig verändert
Berliner Unterhavel 4 SUK 2010 4,3 2,4 gering verändert
Dämeritzsee SUK 2007 2,6 4,2 deutlich verändert
Großer Müggelsee SUK 2007 12,0 3,5 mäßig verändert
Großer Wannsee SUK 2010 8,0 4,7 stark verändert
Langer See SUK 2007 13,5 4,1 deutlich verändert
Nieder-Neuendorfer See SUK 2007 3,4 4,3 deutlich verändert
Pfaueninsel SUK 2007 4,8 2,3 gering verändert
Scharfe Lanke SUK 2010 2,1 5,3 stark verändert
Seddinsee SUK 2007 15,4 3,0 mäßig verändert
Stößensee SUK 2010 3,2 5,2 stark verändert
Tegeler See SUK 2010 21,9 3,7 deutlich verändert
Zeuthener See SUK 2007 7,6 4,1 deutlich verändert
Tab. 3: Strukturgüte der untersuchten Seeufer im Land Berlin.
Die Kartierung erfolgte entsprechend der im Gewässeratlas Berlin (SenStadt, 2002) vorgegebenen Einteilung.

Excel
[Die Tabelle liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

Zusammenhängende Bereiche "gering veränderter" Seeuferabschnitte finden sich vor allem an der Unterhavel im Bereich der Pfaueninsel, in dem sich auch der einzige "unveränderte" Seeuferabschnitt befindet, darüber hinaus im nördlichen Seddinsee und am Südufer des Großen Müggelsees. Zwei Beispiele eher naturnaher und sehr naturferner Seeuferabschnitte sind in Abb. 3 dargestellt.

Abb. 3: Müggelsee mit vollständig veränderter Gewässerstruktur
Abb. 3 rechts: Müggelsee, Abschnitt 5 in der Ortslage Friedrichshagen, mit "vollständig veränderter" Seeuferstruktur

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