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Umweltatlas Berlin

01.19 Moore (Ausgabe 2015)

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Karte 01.19.2 Kohlenstoffvorräte der Moore

Die gespeicherte C-Menge, die für die untersuchten Moorböden berechnet wurde, beträgt über 1 Mio. Tonnen. Damit haben die Berliner Moore während des gesamten Holozäns der Atmosphäre mehr als 4 Mio. Tonnen CO2 entzogen und so zur globalen Abkühlung beigetragen (Holden 2005). Die Größe der C-Pools und damit die entzogenen CO2-Mengen der Berliner Moorböden schwanken stark und hängen einerseits von der jeweiligen Moorflächengröße und der -mächtigkeit, andererseits von den chemisch-physikalischen Bodeneigenschaften ab. Es ist bemerkenswert, dass die Kohlenstoffvorräte der untersuchten Moore mit einem Flächenanteil von 0,8 % somit ein Fünftel der gesamten Kohlenstoffvorräte in den Böden Berlins ausmachen. Die für alle Berliner Böden aus der Karte Kohlenstoffvorräte 01.06.6 ermittelten Kohlenstoffvorräte von ca. 5 Mio. t C zeigen zumindest diese Größenordnung, wurden aber mit einer anderen, wesentlich ungenaueren Methode nur überschlägig ermittelt.

In den Moorböden der Gosener Wiesen ist aufgrund der großen Fläche der größte C-Pool mit über 150.000 t (das entspricht 559.000 t CO2) gespeichert. Durch ihre vergleichsweise geringen Moormächtigkeiten liegen die relativen Speichermengen hier aber mit weniger als 800 t/ha eher im unteren Bereich der Berliner Moorböden. Die flächeneffektivste C-Speicherung findet man in den mächtigen Moorböden der Kleinen Pelzlaake. Hier wurde eine maximale C-Speichermenge von mehr als 6.000 t/ha im Moorzentrum errechnet. Die durchschnittliche C-Speicherleistung in der kleinen Pelzlaake liegt bei über 3.700 t/ha. Daneben existieren weitere bedeutende C-Pools in Moorböden, z. B. in den Mooren des Tegeler Fließ.

Exkurs

Moorböden werden aufgrund ihrer Sonderstellung in der Bodensystematik in bisherigen Bodenfunktionsbewertungen oft unzureichend berücksichtigt, obwohl sie Standorte von höchster Schutzwürdigkeit und Leistungsfähigkeit darstellen. In dem Forschungsprojekt "Berliner Moorböden im Klimawandel" werden bisherige Berliner Bodenfunktionskonzepte durch einen ökosystemaren Ansatz ergänzt und aussagekräftige, einfach zu bestimmende Parameter für verschiedene Ökosystemleistungen identifiziert und zu Indikatoren zusammengeführt. Damit können unterschiedliche Klimaschutzleistungen von Moorböden ebenso differenziert bewertet und dargestellt werden wie ihre Lebensraum-, Wasserretentions-, Stofffilter- oder Kühlungsleistungen. Sie sind insofern eine wertvolle Ergänzung der flächendeckenden Bodenfunktionsbewertung, wie sie in den Karten der Bodenfunktionen auf der Grundlage der Karte der Bodengesellschaften erarbeitet wurden. Nähere Informationen sind zu finden in der Zeitschrift Bodenschutz (Klingenfuß et al. 2015) und unter der Projektwebsite www.berlinermoore.hu-berlin.de.

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