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Umweltatlas Berlin

01.17 Geologische Skizze (Ausgabe 2013)

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Problemstellung

Geologische Karten stellen eine Synthese der allgemeinen geowissenschaftlichen Information zum gegenwärtigen Zeitpunkt unter Auswertung der gesammelten Bohrergebnisse, der Aufschlüsse, der Morphologie und des bisherigen Wissenstandes dar. Daraus abgeleitet bzw. darauf aufbauend gibt es darüber hinaus Karten zu einzelnen Spezialgebieten wie z. B. Ingenieurgeologische Karten, Grundwassergleichenkarten, Karten des geothermischen Potenzials u.v.a.m.

Da sich auf der geologischen Karte in der Regel nur die an der Oberfläche vorkommenden Geologischen Einheiten darstellen lassen, muss das Verständnis der Schichtenabfolge, des dreidimensionalen Baus durch Profilschnitte und die vorliegende textliche Erläuterungen ergänzt werden.

Wegen der starken Zusammenfassung einzelner Geologischer Einheiten in Hinblick auf eine leichtere Übersichtlichkeit wird diese Geologische Übersichtskarte als Geologische Skizze bezeichnet.

Die Morphologie der Berlin-Brandenburgischen Landschaft und deren Entwicklung

Das Grundmuster der Oberflächengestalt von Berlin und Brandenburg wird im Wesentlichen von drei Reliefgroßeinheiten bestimmt, die von Südosten nach Nordwesten durchziehen und ihre Herausbildung und Formung den Prozessen während des Eiszeitalters (Quartär) verdanken (Abb. 1). Es sind dies:

  • der Südliche Landrücken mit Fläming und Niederlausitzer Grenzwall, begrenzt im Süden durch das Lausitzer Tal (Breslau-Magdeburger Urstromtal),
  • das breite, aber sehr heterogene Zwischengebiet der Platten und Niederungen mit einer Vielzahl größerer und kleinerer, vielgestaltiger Hochflächenareale und dem Durchzug der drei großen Urstromtäler (Glogau-Baruther, Warschau-Berliner und Thorn-Eberswalder Urstromtal) sowie
  • der Nördliche oder Baltische Landrücken, der im Brandenburgischen die Uckermark umfasst.

Abbildung 1
1 – Flussauen;
2 – Urstromtäler inkl. ihrer Nebentäler, Niederterrassen der Flussgebiete, periglaziäre Becken im Altmoränengebiet;
34 Grundmoränen, Schmelzwasserbildungen, Endmoränen:
      3 – Hochflächen Jungmoränengebiet,
      4 – Hochflächen Altmoränengebiet;
5 –ältere Stauchungsgebiete;
6 - Präquartär
Abb. 1: Geologisch-morphologische Gliederung von Brandenburg und Berlin (nach Sonntag 1995)

Das Werden und die Ausgestaltung der natürlichen Landschaft Berlin-Brandenburgs sind auf das Engste mit dem jüngsten Abschnitt der erdgeschichtlichen Entwicklung, dem Quartär verbunden, das allgemein auch als Eiszeitalter bezeichnet wird. Das Quartär ist jener Zeitabschnitt der Erdgeschichte, in dem globale Klimaschwankungen zu einem mehrfachen Wechsel von Kalt- und Warmzeiten in vergleichsweise kurzen geologischen Zeitabständen geführt haben, verbunden mit einschneidenden Konsequenzen für Fauna und Flora. Im jüngeren Abschnitt des Quartärs kam es zur flächenhaften Ausbreitung gewaltiger Inlandeisdecken im nördlichen Mitteleuropa. Mit Jahresmitteltemperaturen, die unter 0 °C lagen, herrschten während dieser Eiszeiten auch in unseren Breiten Verhältnisse, die denen der heute noch von Eis bedeckten Gebiete Grönlands oder Spitzbergens entsprachen.

Für die charakteristische horizontal-räumliche Aufeinanderfolge und morphologische Erscheinungsform, welche im Zusammenhang mit Prozessen während des Vorstoßens sowie anschließenden Zerfalls und Abschmelzens der Inlandeismassen steht, wurde bereits vor mehr als 100 Jahren der Begriff Glaziale Serie geprägt (Abb. 2).

Abbildung 2
Abb. 2: Die Glaziale Serie – schematische Darstellung im Blockbild Zusammengestellt nach verschiedenen Autoren von Sonntag (2005)

Geomorphologische Hauptelemente der Glazialen Serie sind

  • die Endmoräne, am Eisrand durch Aufstauchung oder als Folge eines mehr oder weniger stationären Eisrandes durch Sedimentakkumulation gebildet,
  • die Grundmoräne, im Rückland durch das Eis direkt abgesetzt,
  • der Sander, im Vorland des Gletschers vom Schmelzwasser weitflächig aufgeschüttet, und schließlich
  • das Urstromtal, das die abfließenden Schmelzwässer bündelt und nach Nordwesten abführt.

Die Glaziale Serie wird ergänzt durch eine Reihe von insgesamt weniger häufig verbreiteten geomorphologischen Begleitformen, wie die Oser, Kames und Drumlins, durch Zungenbecken und Sölle, vor allem aber durch landschaftsprägende glaziale Rinnen und vielgestaltige Seen (vgl. hierzu Marcinek & Nitz 1973 sowie Liedtke 1975).

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