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Umweltatlas Berlin

01.16 Entsiegelungspotenziale (Ausgabe 2017)

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Priorisierung

Des Weiteren bestehen vier Felder mit Kriterien, die einer Orientierung bei der Priorisierung der potenziellen Entsiegelungsflächen dienen sollen:

  • Eigentumsverhältnisse,
  • Fachliche Bewertung,
  • Technischer Aufwand und
  • Zeitliche Umsetzbarkeit.

Diese Priorisierungen werden jeweils anhand einer dreistufigen Skala vorgenommen. In Fällen, in denen eine Bewertung nicht möglich ist wird ein "?" eingesetzt; ggf. können auch Bemerkungen in dem den Bewertungen zugeordneten Kommentarfeld eingefügt werden (vgl. Tabelle 3).

Bei der Bewertung der Eigentumsverhältnisse / Flächenverfügbarkeit werden solche Flächen als "hoch" eingestuft, deren Eigentümer das Land Berlin ist oder deren generelle Verfügbarkeit aus anderen Gründen gegeben ist (z.B. eine Vorklärung mit privaten Eigentümern bereits erfolgt ist). Als "mittel" werden Flächen bewertet, die sich überwiegend im Eigentum des Berliner Liegenschaftsfonds (LSF) befinden oder (sofern bekannt) der Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (BIMA) bzw. einer anderen Bundesverwaltung (z.B. Bundeswasserstraßen) zugeordnet werden können. Als "gering" werden solche Flächen bewertet, über deren Eigentumsverhältnisse keine Informationen vorliegen, was i.d.R. auf einen privaten Eigentümer oder aber auf Bundesvermögen schließen lässt.

Bei der fachlichen Bewertung werden solche Flächen als "hoch" bewertet, bei denen eine Vollversiegelung zurückgebaut werden kann und sich die entstehende Freifläche im Verbund mit bereits vorhandenen oder geplanten Grün- und Freiflächen befindet. Eine "mittlere" Bewertung erhalten Flächen, bei denen keine zusammenhängenden, großflächigen Entsiegelungspotenziale vorhanden sind, sondern relativ umfängliche Teilentsiegelungsmaßnahmen, oder diffus auf der Fläche verteilte Entsiegelungspotenziale. Als "gering" werden dagegen Flächen bewertet, die eine kleinflächige Einzelmaßnahme in isolierter Lage darstellen oder auf denen lediglich eine Teilentsiegelung in relativ geringem Umfang stattfinden kann. Eine zusätzliche Information zur fachlichen Bewertung stellt die sogenannte hydraulische Entsiegelung dar. Hierbei handelt es sich um Flächen, bei denen ein Belagswechsel von (voll-)versiegelten Flächen hin zu einer wasser- und luftdurchlässigen Befestigungsart im Vordergrund steht, da diese Flächen oft noch eine Erschließungsfunktion (Wege, Höfe, Stellplätze etc.) erfüllen. Im Kern geht es hier um eine Erhöhung der Infiltration des Niederschlagswassers. Die konkrete Angabe einer Entsiegelung in m² ist meistens nicht möglich.

Die Einschätzung des technischen Aufwands richtet sich nach der Versiegelungsart bzw. dem Bebauungsgrad der Fläche. Ein hoher Anteil an Gebäudeabriss bzw. ein hoher Anteil mehrgeschossiger Gebäude stellt demnach einen hohen Aufwand dar, reine Flächenentsiegelung (von Wegen, Straßen etc.) dagegen einen geringen. Dazwischen liegen Abrissmaßnahmen mit mittlerem Aufwand, die zusätzlich zu Flächenversiegelungen auch kleinere bauliche Anlagen wie z.B. Lauben, Garagen oder spezielle bauliche Anlagen wie Gewächshäuser umfassen.

Für die Bewertung der zeitlichen Umsetzbarkeit wurde eine grobe Einschätzung des notwendigen planerischen Aufwands / Vorlaufs vorgenommen, wobei in kurzfristige (1-2 Jahre), mittelfristige (bis ca. 5 Jahre) und langfristige (> 5 Jahre) Umsetzbarkeiten unterschieden wurde.

Umsetzung

Nach einer erfolgten Entsiegelung werden die Flächen im Kataster belassen und in der Karte mit einer eigenen Schraffur dargestellt (im Steckbrief mit grauer Hinterlegung). Es können zudem Informationen zu den durchgeführten Maßnahmen, zu Ansprechpartnern etc. in die Sachdatentabelle eingetragen werden (vgl. Tabelle 4).

Tabellarische Übersicht über die Sachdaten

In den folgenden Tabellen sind die einzelnen Datenfelder der Sachdatentabelle jeweils mit einer kurzen Beschreibung aufgelistet, wobei unterschieden wird in

  • originär erhobene Daten (vgl. Tabelle 1),
  • Daten, die durch Verschneidung oder manuellen Abgleich mit den im Land Berlin vorliegenden Geodaten gewonnen wurden (vgl. Tabelle 2),
  • Datenfelder, die eine Bewertung der Flächen beinhalten (vgl. Tabelle 3) und
  • Datenfelder, die Informationen bezüglich der erfolgten Umsetzung von Entsiegelungsmaßnahmen beinhalten (vgl. Tabelle 4).

Die Sachdaten können im Geoportal/FIS-Broker an der Karte für jede einzelne Fläche oder aber als eigenständige Sachdatentabelle eingesehen werden. Dort besteht außerdem die Möglichkeit, die Datensätze anhand bestimmter Datenfelder zu filtern, um eine individualisierte Auswahl von Flächen zu erhalten. In den folgenden Tabellen ist daher auch gekennzeichnet (grün x), welche der Datenfelder für diese Filterfunktion verwendet werden können.

Tab. 1: Sachdaten Entsiegelungsfälle - originär erhobene Daten
Inhalt Hinweise / Beschreibung Filter
laufende Nummer eindeutige, nach Bezirk / Land sortierte Nummerierung X
Informationsquelle i.d.R. Abteilung des Bezirksamtes, Forstamt oder Eigentümer X
Adresse / Lagebeschreibung    
Versiegelungsart Angaben zu Belagsart, bebaut, unbebaut etc.  
Nutzung / Bestand Angaben zur aktuellen und / oder historischen Nutzung  
Planung / Entwicklungsziel Angaben zur möglichen zukünftigen Nutzung, je nach Konkretisierungsgrad der Planung  
Hydraulische Entsiegelung Vorwiegend Belagsänderungspotenzial (ja , nein) X
Klärungsbedarf Hinweise zu Klärungs- bzw. Abstimmungsbedarf  
Kommentar sonstige Kommentare z.B. notwendigen Genehmigungen / Befreiungen, laufenden Pachtverträgen, bestehenden Konzepten etc.  
Gesamtfläche (digitalisiert) in m² digitalisierte Fläche; Abfrage der Objekteigenschaft X
Entsiegelbare bebaute Fläche in m² Schätzung der bebauten Fläche, die entsiegelt werden kann; Genauigkeit je nach Konkretisierungsgrad der Planung; der Wert "-1" wird verwendet, wenn eine Einschätzung nicht möglich ist X
Anteil entsiegelbare bebaute Fläche in % Berechnung: bebaut versiegelte Fläche dividiert durch Gesamtfläche; der Wert "-1" wird verwendet, wenn eine Einschätzung nicht möglich ist  
Entsiegelbare unbebaute Fläche in m² Schätzung der unbebauten Fläche, die entsiegelt werden kann; Genauigkeit je nach Konkretisierungsgrad der Planung; der Wert "-1" wird verwendet, wenn eine Einschätzung nicht möglich ist X
Anteil entsiegelbare unbebaute Fläche in % Berechnung: unbebaut versiegelte Fläche dividiert durch Gesamtfläche; der Wert "-1" wird verwendet, wenn eine Einschätzung nicht möglich ist  
Anteil entsiegelbare bebaute und unbebaute Fläche in % Berechnung: Summe der Anteile entsiegelbare bebaute und unbebaute Fläche; der Wert "-1" wird verwendet, wenn eine Einschätzung nicht möglich ist  
Erster Eintrag Datum der Erfassung X
Letzter Eintrag Datum der letzten Änderung X
Koordinaten geografisch WGS84    
Koordinaten ETRS89 33N, EPSG:25833    
Steckbrief-Bild    
Foto1 Nur wenn Fotos vom Entsiegelungs-Objekt vorhanden sind  
Foto2 Nur wenn Fotos vom Entsiegelungs-Objekt vorhanden sind  
Foto3 Nur wenn Fotos vom Entsiegelungs-Objekt vorhanden sind  
Foto4 Nur wenn Fotos vom Entsiegelungs-Objekt vorhanden sind  
Foto5 Nur wenn Fotos vom Entsiegelungs-Objekt vorhanden sind  
Foto6 Nur wenn Fotos vom Entsiegelungs-Objekt vorhanden sind  
Foto7 Nur wenn Fotos vom Entsiegelungs-Objekt vorhanden sind  
Tab. 1: Sachdaten Entsiegelungsfälle - originär erhobene Daten

Tab. 2: Sachdaten Entsiegelungsfälle - Verwendung von Sekundärdaten
Inhalt Hinweise / Beschreibung Filter
Bezirk / Bundesland Name des Bezirks / Bundeslandes (Auswahl: 12 Bezirke, 1 Bundesland) X
Ortsteil / Gemeinde Name des Ortsteils (Auswahl: 100 Ortsteile / Gemeinden);
Verschneidung mit RBS
X
Anzahl Flurstücke Anzahl der Flurstücke, die von der Fläche geschnitten werden  
Kompatibilität mit dem Flächennutzungsplan Abgleich mit Flächennutzungsplan (FNP):
kompatibel (FNP-Darstellung entspricht dem Entwicklungsziel),
nicht kompatibel (FNP-Darstellung widerspricht dem Entwicklungsziel),
? (unklar, nicht bewertet)
X
Bebauungsplan Nummern Verschneidung mit der Karte "Bebauungspläne, vorhabenbezogene Bebauungspläne" aus dem Geodatenkatalog des Landes Berlin;
falls mehrere B-Pläne angeschnitten werden, werden alle Bezeichnungen aufgeführt
 
Landschaftsplan (Biotopflächenfaktor) Verschneidung mit der Karte "Landschaftsplanverfahren" aus dem Geodatenkatalog des Landes Berlin;
falls mehrere L-Pläne angeschnitten werden, werden alle Bezeichnungen aufgeführt;
falls ein Biotopflächenfaktor festgelegt wurde, steht er in Klammern dahinter
 
Planungshinweise zum Bodenschutz Verschneidung mit der Karte "Planungshinweise zum Bodenschutz" aus dem Umweltatlas Berlin (01.13);
falls mehrere Werte angeschnitten werden, wird die höchste Bewertung verwendet.
X
Tab. 2: Sachdaten Entsiegelungsfälle - Verwendung von Sekundärdaten

Tab. 3: Sachdaten Entsiegelungsfälle - Priorisierung der potenziellen Entsiegelungsflächen
Inhalt Hinweise / Beschreibung Filter
Priorisierung Eigentumsverhältnisse / Flächenverfügbarkeit Bewertung:
hoch (Verfügbarkeit gegeben, Eigentümer Land Berlin),
mittel (Eigentümer überwiegend LSF oder BIMA),
gering (privater Eigentümer mit Verwertungsabsichten),
? (nicht bewertet)
X
Priorisierung fachliche Bewertung Bewertung:
hoch (vollständige Entsiegelung größerer zusammenhängender Bereiche; Lage im Biotop- oder Grünflächenverbund),
mittel (kleinflächige Entsiegelung),
gering (Teilentsiegelung),
? (nicht bewertet)
X
Priorisierung technischer Aufwand Bewertung:
gering (geringer Aufwand, z.B. Flächenversiegelung),
mittel (mittlerer Aufwand, z.B. geringfügige Bebauung, Schuppen etc.),
hoch (hoher Aufwand, z.B. Hochbau / Unterkellerung),
? (nicht bewertet)
X
Priorisierung zeitliche Umsetzbarkeit Bewertung:
kurz (Umsetzbarkeit innerhalb von 1-2 Jahren),
mittel (bis ca. 5 Jahre),
lang (mehr als 5 Jahre),
? (nicht bewertet)
X
Priorisierung Kommentar ggf. Kommentar zu den vier Bewertungen  
Tab. 3: Sachdaten Entsiegelungsfälle - Priorisierung der potenziellen Entsiegelungsflächen

Tab. 4: Sachdaten Entsiegelungsfälle - Umsetzung von Entsiegelungsmaßnahmen
Inhalt Hinweise / Beschreibung Filter
Umsetzung der Entsiegelung Wurde die Fläche bereits entsiegelt?
(ja, nein, anderweitig verwendet)
X
Umsetzung der Entsiegelung Kommentar z.B. welchem Verfahren zugeordnet, durch wen veranlasst, Ansprechpartner etc.  
Tab. 4: Sachdaten Entsiegelungsfälle - Umsetzung von Entsiegelungsmaßnahmen

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