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Umweltatlas Berlin

01.13 Planungshinweise zum Bodenschutz (Ausgabe 2008)

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Vorrang 3 (Schutzwürdige Böden)

Die Kategorie der schutzwürdigen Böden wird aus einer mittleren Funktionserfüllung der Böden sowohl für den Wasserhaushalt als auch für das Filter- und Puffervermögen abgeleitet.

Der unversiegelte bzw. schwach versiegelte Anteil (0 - 5 %) dieser Kategorie besteht in einer großen zusammenhängenden Fläche, dem Forst Grunewald und dem Forst Düppel. Als Bodengesellschaft dominieren sauere Rostbraunerden mit kolluvialen Braunerden aus geschiebehaltigen Sanden. Einzelflächen aus geschiebehaltigen Sanden, aber über Mergel, liegen in der Gatower Heide und in Bohnsdorf mit Rostbraunerde - Parabraunerde - Kolluviale Braunerde. In Heiligensee gehören noch Böden aus Flugsanden mit Lockersyrosem - Braunerde/Rostbraunerde - vergleyte Braunerde - Gley als Bodenausprägungen zu dieser Schutzkategorie.

Der Anteil mit einer mittleren Versiegelungsklasse (>5 - < 30 %) ist gering und besteht aus sehr kleinen unzusammenhängenden Flächen. Als Beispiele sind Flächen der Talsande, wie der Tierpark, Uferbereiche an der Spree in Köpenick und der Flughafen Tegel mit Rostbraunerde - vergleyte Braunerde - Gleybraunerde zu nennen. In Siedlungsbereichen mit eher lockerer Einzelhausbebauung in Frohnau sind Böden aus Flugsand mit Podsolbraunerde - Rostbraunerde - kolluviale Rostbraunerde schützenswert. In den Siedlungsbereichen Zehlendorf und Dahlem, sowie der Freizeitpark Hasenheide, erfüllen die Bodengesellschaft Rostbraunerde - Regosolbraunerde - kolluviale Braunerde aus geschiebehaltigem Sand diese Voraussetzungen. In den locker bebauten Bereichen in Kladow und teilweise Gatow, liegen Rostbraunerde - kolluviale Braunerde vor. Grundwasserbeeinflusste Gesellschaften dieser Schutzkategorie sind in den Siedlungsgebieten in Müggelheim und Rahnsdorf mit Rostbraunerde - vergleyte Braunerde - Gleybraunerde aus Talsand, teilweise verzahnt mit podsoligen Bodengesellschaften aus Flugsand vorhanden. Auf der Hochfläche Barnim, in Wittenau und Pankow, bestehen vor allem Rostbraunerde - Parabraunerde, vergesellschaftet mit Rostbraunerde - kolluviale Braunerde bzw. Gleybraunerde aus geschiebehaltigen Sanden.

Die hoch versiegelten Flächen (30 - 100 %) nehmen den größten Teil dieser Schutzkategorie ein. Sie sind auf die Hochflächen Barnim und Teltow, im Süden und Norden der Stadt konzentriert. Die Standorte haben ihren Schwerpunkt in den dichter bebauten Bereichen wie Steglitz, Prenzlauer Berg, Pankow, Lichtenberg oder Märkisches Viertel in Reinickendorf. Die Bodengesellschaften sind anthropogen geprägt und haben häufig sandige Aufschüttungen als Ausgangsmaterial zur Bodenbildung. Als Bodentypen dominieren daher gering entwickelte A - C - Böden, wie Lockersyrosem, Regosol, Pararendzina und Hortisol.

Diese Kategorie stellt mit 23 % den größten Flächenteil unter den Schutzkategorien. Die Gesamtfläche beträgt 17.415 ha, wovon 11.140 unversiegelt sind (vgl. Abb. 6). Haben in den vorstehenden Schutzkategorien noch die Flächen mit einem Versiegelungsgrad unter 30 % dominiert, so wird diese Kategorie vor allem durch Flächen mit einem hohen Versiegelungsgrad von 30 - 100 % geprägt. Diese erstrecken sich insbesondere auf den Siedlungsbereich der Hochflächen, z.T. sogar innerhalb des Berliner S-Bahnringes. Flächen mit nur geringer Versiegelung von < 5 % sind untergeordnet und nehmen nur ca. 3 % ein (vgl. Abb. 5).

Die Flächen mit der schwächsten Schutzkategorie sind überwiegend in den Siedlungsgebieten lokalisiert, aber auch in Wäldern anzutreffen (Abb. 7).

Unerheblichkeitsbereich (Böden ohne besondere Anforderungen)

Die meisten Böden und Bodengesellschaften in Berlin unterliegen nach diesem Bewertungskonzept nur den allgmeinen Anforderungen des Bodenschutzes. Diese Böden sind unabhängig vom Versiegelungsgrad in grauer Farbe dargestellt. Sie bilden häufig größere zusammenliegende Komplexe. Es sind dies vor allem Flächen mit dichter Bebauung und starker Versiegelung, vorzugsweise in der Innenstadt. Dazu kommen Industriestandorte an der Spree in Treptow und an der Havel in Spandau, sowie in Lichtenberg, Neukölln, Tempelhof und Reinickendorf. Die dazugehörigen Bodengesellschaften sind überwiegend anthropogen geprägt und haben sich aus meist sandigen Aufschüttungen entwickelt. Gemeinsam ist diesen Böden eine kurze Entwicklungszeit mit schwach ausgeprägter A-C - Horizontierung. Es sind dies vor allem Lockersyroseme, Regosole und Pararendzinen.

Natürliche Bodengesellschaften auf Geschiebemergel, Geschiebesand oder Talsand mit den Bodentypen Regosol, Rostbraunerderegosol, Gleyregosol und Parabraunerderegosol befinden sich auf ehemaligen Rieselfeldflächen im Norden Berlins, in Pankow und Weißensee, sowie kleinflächig in Gatow. Diese Flächen haben aufgrund ihrer potentielen oder realen Schadstoffgehalte keinen besonderen Schutzstatus erhalten. Dasselbe gilt für Böden aus schadstoffhaltigen Auffüllungen wie Deponien, Industrie- und Trümmerschuttauffüllungen sowie Gleisschotter. Diese Böden sind auf fast 40 % der bewerteten Flächen vorzufinden. Über 50 % der Flächen haben einen Versiegelungsgrad von 30 - 100 % (vgl. Abb. 5). Nur 15.759 ha der Böden dieser Kategorie sind unversiegelt (vgl. Abb. 6).

Die Böden ohne besonderen Schutzstatus sind vor allem auf Wohngebiete, Industrie- und Verkehrsstandorte sowie sonstige Nutzungen konzentriert sowie in den Sonstigen Nutzungen zu finden. Der hohe Anteil der gering bewerteten Ackerflächen ist auf Flächen mit ehemaliger Rieselfeldnutzung zurückzuführen. Aufgrund der vorhandenen Schadstoffbelastung sind diese von einer Bewertung in eine Schutzkategorie ausgeschlossen.

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