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Umweltatlas Berlin

01.11 Kriterien zur Bewertung der Bodenfunktionen (Ausgabe 2002)

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01.11.9 Filtervermögen

Beschreibung

Unter dem Filtervermögen eines Bodens wird die Fähigkeit verstanden, gelöste und suspendierte Stoffe im Boden festzuhalten und sie nicht in das Grundwasser gelangen zu lassen. Entscheidend ist dabei die Bodenart und die daraus ableitbare Geschwindigkeit, mit der sich das Niederschlagswasser im Boden mit der Schwerkraft bewegt. Bei kiesigen und sandigen Böden mit hoher Wasserdurchlässigkeit ist daher das Filtervermögen gering, da im wassergesättigten Boden das Wasser über 2 Meter pro Tag wandert, während bei Böden aus Geschiebelehm die Wanderungsgeschwindigkeit nur 0,1 bis 0,2 Meter beträgt.

Ob und wie viel Wasser sich aber tatsächlich in Richtung Grundwasser bewegt (abhängig von der Verdunstung / Vegetation), ist bei der Bewertung des Filtervermögens nicht berücksichtigt worden. Dies wird z.T. beim Kriterium Austauschhäufigkeit des Bodenwassers (vgl. Karte 01.11.4) berücksichtigt.

Methode

Das Filtervermögen der Böden wird anhand der Wasserdurchlässigkeit (kf-Werte) ermittelt (vgl. Karte 01.06.10). Die Mächtigkeit der Filterstrecke bis zum Grundwasser findet bei diesem Verfahren keine Berücksichtigung.

Die Bewertung erfolgt in drei Kategorien anhand Tabelle 1. Dabei erhalten Böden mit hoher Wasserdurchlässigkeit mit den kf-Stufen 4-6 ein geringes Filtervermögen und schwer durchlässige Böden mit den kf-Stufen 1-2 eine hohe Bewertung.

Tabelle 1: Bewertung des Filtervermögens aus den Stufen der Wasserdurchlässigkeit
Wasserdurchlässigkeit [cm/d] Wasserduchlässigkeit Stufe Filtervermögen
< 1 1 sehr gering 3 hoch
1 - < 10 2 gering
10 - < 40 3 mittel 2 mittel
40 - < 100 4 hoch 1 gering
100 - < 300 5 sehr hoch
≥ 300 6 äußerst hoch
Tabelle 1: Bewertung des Filtervermögens aus den Stufen der Wasserdurchlässigkeit (Lahmeyer 2000)

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