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Umweltatlas Berlin

01.10 Rieselfelder

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Problemstellung

Bis in die 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts erfolgte die Ableitung der Haus- und Straßenabwässer Berlins über eine primitive Rinnsteinentwässerung. Nach jahrelangem Streit über das zu wählende Verfahren der Stadtentwässerung und Abwasserbeseitigung hatte sich das Verrieseln von Abwässern bei gleichzeitiger landwirtschaftlicher Nutzung der Flächen als günstigste Form der Abwasserentsorgung durchgesetzt. Insgesamt wurden 20 Rieselfeldbezirke mit einer für die Abwasserverrieselung hergerichteten (aptierten) Fläche von etwa 10000 ha eingerichtet. Die hierzu benötigten Flächen wurden von der Stadt Berlin angekauft und befinden sich größtenteils auch heute noch in ihrem Besitz.

Mit dem Ausbau der Klärwerke Berlins wurde der größere Teil der Rieselflächen bis Mitte der 80er Jahre aus der Nutzung genommen. Viele dieser Flächen werden derzeit landwirtschaftlich genutzt. Im Stadtgebiet Berlins wurden große Flächen in Marzahn, Hellersdorf und Hohenschönhausen bebaut bzw. wie in der Umgebung des Bucher Forstes aufgeforstet.

In Rieselfeldböden werden neben Nährstoffen auch die im Abwasser befindlichen Schadstoffe angereichert (vgl. Karten 01.03). Dies führt sowohl bei den in Betrieb befindlichen als auch bei den aufgegebenen Flächen vielerorts zu Beeinträchtigungen der derzeitigen Nutzung und hat aufgrund der Größe der betroffenen Flächen weitreichende Konsequenzen für den Naturhaushalt.

Die Rieselfelder werden zukünftig wichtige Räume für die Stadtentwicklung sein. Zur Zeit werden vielfältige, zum Teil konkurrierende Konzepte zur Nutzung der verbliebenen Flächen für den Wohnungsbau, für Gewerbeansiedlungen, als Erholungsraum oder für Grundwasseranreicherungen diskutiert. In Anbetracht der Kenntnisse über die spezifischen Belastungen der Rieselfeldböden sind daher Informationen über Lage und Flächenausdehnung ehemaliger Rieselfelder eine wichtige Planungsgrundlage zur Vermeidung zukünftiger Konflikte.

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