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Umweltatlas Berlin

01.09 Radioaktivität im Boden (Cäsium-134 und Cäsium-137)

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Karte 01.09.3 Cäsium-134 und Cäsium-137 zum 1. Mai 1987

Die Gesamtbelastung (Altbestand und Neueintrag), berechnet für den 1. Mai 1987, zeigt für Cäsium-134 aufgrund seiner Zerfallsrate nur noch eine Aktivität von 75 % der Ausgangsbelastung. Die auftretenden Belastungsbereiche werden sowohl durch den Tschernobyl-Neueintrag als auch durch den Altbestand vorgegeben.

Karte 01.09.4 Cäsium-134 und Cäsium-137 zum 1. Mai 1991

Die Fortschreitung des radioaktiven Zerfalls der betrachteten Isotope gibt die Berechnung auf den Zeitpunkt 1. Mai 1991 wieder. Für Cäsium-134 beträgt die Flächenaktivität nur noch knapp 20 % der Ausgangsbelastung, während die Cäsium-137-Konzentration im Vergleich zum Neueintrag nur um etwa 7,5 % abgenommen hat.

Beurteilung des Gefährdungspotentials durch die Bodenbelastung

Die radioaktiven Substanzen, die am Boden abgelagert werden, können

  • über den Boden-Pflanzen-Transfer
  • durch Auswaschung in das Grundwasser
  • durch Bodenaufwirbelung oder
  • durch die Direktstrahlung zum Menschen gelangen.

Eine unmittelbare Beurteilung der sich aus der Bodenbelastung ergebenden Gefährdung des Menschen ist schwierig. Gründe dafür sind, daß der Transfer von Schadstoffen, z. B. von Cäsium-137, aus der oberen Bodenschicht in Nutzpflanzen durch viele Faktoren, vor allem durch die Art des Bodens, die Art und das Alter der Pflanze, die Konzentration des Schadstoffs im Boden und im Bodenwasser und weitere Parameter bestimmt wird. Somit sind auch die zur Einschätzung der Gefährdung durch die Bodenbelastung und als Maß für den Boden-Pflanzen-Transfer entwickelten Transferfaktoren umstritten (Litz/Tietz 1987). Unter einem Transferfaktor versteht man die Konzentration des Schadstoffs in der Pflanze, dividiert durch die Konzentration des Schadstoffs im Boden. Die Übertragung der einzelnen, immer unter ausgewählten Bedingungen bestimmten Transferfaktoren auf die jeweilige Einzelsituation ist jedoch an die Beachtung dieser Randbedingungen gebunden. Darüberhinaus haben neuere Untersuchungen gezeigt, daß die Konzentration eines Schadstoffs in der Pflanze eine direkte Beziehung zur Konzentration des Schadstoffs im Bodenwasser, nicht jedoch zur Konzentration im Boden hat (Schüttelkopf/Schmidt 1990).

Trotz dieser einschränkenden Aussagen lassen sich bei der vorliegenden Berliner Bodenbelastung einige Aussagen über mögliche Gesundheitsgefährdungen machen.

Die Dosis durch direkte Bodenstrahlung - herrührend vom Cäsium-137 - ist vernachlässigbar klein. Sie läßt sich meßtechnisch nicht nachweisen und verschwindet in der natürlichen Hintergrundstrahlung.

Die Inhalation von radioaktivem Cäsium über Staub ist über die Messung der Aktivitätskonzentration in der Luft zu bewerten. Sie beträgt im Mittel weniger als 0.00001 Bq/m³ und ist, auch im Vergleich zum mittleren natürlichen Beitrag (zum Beispiel durch Radon-226 und dessen Folgeprodukte), ebenfalls zu vernachlässigen.

Von Bedeutung sind deshalb nur die Lebensmittel, die daher sowohl auf der Erzeuger- als auch auf der Handelsstufe weiterhin untersucht werden. Die Strahlenmeßstelle der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz stellt wöchentlich die Meßergebnisse zusammen ("Wochenberichte" ) und bringt sie verschiedenen Informationsmedien, Verbraucherverbänden etc. zur Kenntnis. Nach wie vor gehören bestimmte Produkte zu den höher belasteten Nahrungsmitteln. Es sind dies hauptsächlich Waldfrüchte, -pilze und -tiere, die auf ungestörten, humusreichen Waldböden leben.

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