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Umweltatlas Berlin

01.09 Radioaktivität im Boden (Cäsium-134 und Cäsium-137)

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Verlauf des Reaktorunfalls in Tschernobyl

In Tschernobyl trat am 26. April 1986 um 01.23 Uhr Ortszeit ein plötzlicher Leistungsabfall im Reaktorkern eines Blockes auf. Der im Reaktor entstehende Brand und die damit verbundenen hohen Temperaturen trugen die freigesetzten Radionuklide in Höhen bis zu 1 500 m. Diese Emissionshöhe, Windrichtung und Windgeschwindigkeiten waren Ursachen dafür, daß die radioaktiven Stoffe in der Luft über einen Weg von mehreren tausend Kilometern auch in den Berliner Raum verfrachtet wurden. Die Freisetzung der Stoffe wurde erst am 13.5.1986 gestoppt. Die radioaktiven Luftmassen erreichten Berlin am 30. April 1986 und führten hier zu einer ersten ausgeprägten Belastungsspitze.

Abbildung 3
[Ca. 88 KB groß.]

Abb. 3: Ausbreitung von am 29. April 1986 emittierten Partikeln in 1 500 m Höhe; das Zeitintervall zwischen zwei Teilstrichen beträgt 12 Stunden (Neider 1986)

Abbildung 3 zeigt als Beispiel die Ausbreitung von am 29. April emittierten Partikeln. Während der ersten zwei Tage mit vorherrschenden Ostwinden waren überwiegend Ungarn und Österreich betroffen, am 2. Mai wechselte die Windrichtung auf Süd und verfrachtete die Schadstoffe auch über weite Teile Deutschlands. Die Radionuklide in diesen Luftmassen erreichten am 4. Mai Berlin und führten hier zu einer zweiten Belastungsspitze bei den Luftmessungen (vgl. Abb. 4).

Abbildung 4
Abb. 4: Tages-Maximumwerte der Beta-Gesamt-Aktivität (natürliche und künstliche Radioaktivität) der Luft vom 27. April bis 12. Mai 1986 in Berlin am Hahn-Meitner-Institut (Neider 1986)

Excel
[Die Datengrundlage der Abbildung liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

Die Freisetzung radioaktiver Stoffe aus dem brennenden Reaktor sowie deren Verlagerung bedeutete zunächst einmal eine Gefährdung der Bevölkerung durch das Einatmen kontaminierter Luft. Doch auch die langfristig wirkenden Prozesse - etwa mittels Deposition von Radionukliden mit dem Niederschlag - sind von Bedeutung und im Hinblick auf die Belastung der Umweltmedien Boden, Grund- und Oberflächenwasser sowie Nahrungsmittel zu bewerten. Dabei kommt dem Boden als wichtigstem Ausgangsmedium für alle Verlagerungsprozesse eine besondere Rolle zu.

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