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Umweltatlas Berlin

01.06 Bodenkundliche Kennwerte (Ausgabe 2002)

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01.06.1 Bodenarten


Beschreibung

Die Bodenart eines Bodens wird durch die Korngrößenzusammensetzung ihrer mineralischen Bestandteile bestimmt. Dabei wird der Grobboden (Korndurchmesser > 2 mm) und der Feinboden (Korndurchmesser < 2 mm) unterschieden. Auf sehr nassen Standorten entstehen außerdem durch die Anhäufung unvollständig zersetzten Pflanzenmaterials Torfe, die die mineralischen Böden überlagern.

Bodenart des Feinbodens

Die Bodenarten des Feinbodens werden aus bestimmten Mengenanteilen der Kornfraktionen Ton, Schluff und Sand gebildet. Die Hauptbodenarten werden in Ton, Schluff, Lehm und Sand untergliedert, wobei Lehm ein Korngemisch aus Sand, Schluff und Ton ist. Die Bodenart ist ein wichtiger Kennwert für die Ableitung ökologischer Eigenschaften, wie Nähr- und Schadstoffspeichervermögen, Wasserhaushalt und Wasserspeichervermögen sowie Filter- und Puffervermögen von Schadstoffen.



Bodenart des Grobbodens

Als Bodenart des Grobbodens oder das Bodenskelett werden alle mineralischen Bestandteile des Bodens bezeichnet, die im Durchmesser > 2 mm sind. Der Anteil des Grobbodens wirkt sich auf die Wasserdurchlässigkeit, den Luft- und Nährstoffhaushalt und das Bindungsvermögen für Nähr- und Schadstoffe aus. Je höher der Anteil des Grobbodens ist, um so durchlässiger ist ein Boden aufgrund der großen Poren, während Bindungsvermögen und Nährstoffsituation von der Art der Feinerde abhängen.



Torfart

Torfe entstehen in wassergesättigtem Milieu durch Anhäufung unvollständig zersetzten Pflanzenmaterials. Sie zeichnen sich durch ein hohes Wasserspeichervermögen und eine sehr hohe Kationenaustauschkapazität aus. Entsprechend der Art der Pflanzenreste und der Entstehungsbedingungen werden unterschiedliche Torfarten differenziert. Niedermoortorfe sind basen- und nährstoffreich, teilweise sogar carbonatreich. Übergangsmoortorfe weisen Pflanzenreste sowohl von nährstoffarmen als auch von nährstoffreichen Standorten auf.



Methode

Die Bodenarten des Feinbodens, des Grobbodens und der Torfarten jeweils differenziert nach Ober- und Unterboden wurden für jede Bodengesellschaft bestimmt. Die Angaben wurden im wesentlichen den Profilschnitten von Grenzius (1987) entnommen. Einige Werte sind gutachterlich ergänzt worden.

Die kartierten Bodenarten des Feinbodens sind in Tabelle 1 zusammengefasst. Da die Bodenarten im Ober- und Unterboden aufgrund des Ausgangsmaterials der Bodenbildung, der Bodenentwicklung und der Nutzung z.T. unterschiedlich sind, werden diese differenziert betrachtet. Außerdem werden innerhalb einer Bodengesellschaft häufig auftretende Bodenarten als Hauptbodenart und selten vorkommende Bodenarten als Nebenbodenart unterschieden.

Tabelle 1: Bodenarten und ihr Vorkommen in Berlin
Bodenart Bezeichnung in
Berlin
kartiert
fS Feinsand x
gS Grobsand  
Ls2 schwach sandiger Lehm  
Ls3 mittel sandiger Lehm x
Ls4 stark sandiger Lehm x
Lt2 schwach toniger Lehm  
Lt3 mittel toniger Lehm  
Lts sandig-toniger Lehm  
Lu schluffiger Lehm x
mS Mittelsand x
Sl2 schwach lehmiger Sand  
Sl3 mittel lehmiger Sand x
Sl4 stark lehmiger Sand x
Slu schluffig-lehmiger Sand  
Ss reiner Sand  
St2 schwach toniger Sand  
St3 mittel toniger Sand  
 
Bodenart Bezeichnung in
Berlin
kartiert
Su2 schwach schluffiger Sand x
Su3 mittel schluffiger Sand x
Su4 stark schluffiger Sand  
TI lehmiger Ton  
Ts2 schwach sandiger Ton  
Ts3 mittel sandiger Ton  
Ts4 stark sandiger Ton  
Tt reiner Ton  
Tu2 schwach schluffiger Ton  
Tu3 mittel schluffiger Ton  
Tu4 stark schluffiger Ton  
Uls sandig-lehmiger Schluff  
Us sandiger Schluff x
Ut2 schwach toniger Schluff  
Ut3 mittel toniger Schluff x
Ut4 stark toniger Schluff  
Uu reiner Schluff  
Tabelle 1: Bodenarten und ihr Vorkommen in Berlin (z.T. Bodenkundliche Kartieranleitung 1994)

Die Bodengesellschaften, die in den Bodenarten des Feinbodens für den Oberboden als auch für den Unterboden weitgehend übereinstimmen, wurden zu einer Bodenartengruppe zusammengefasst. Die Zuordnung von Bodenartengruppen erfolgte lediglich deshalb, um eine lesbare Karte mit einer überschaubaren Anzahl von Legendeneinheiten zu erzeugen. Für genauere Angaben oder weitere Berechnungen liegen differenziertere Daten vor. Es treten Bodengesellschaften auf, die sowohl im Oberboden als auch im Unterboden aus den gleichen Bodenarten bestehen. Die Mehrzahl der Bodengesellschaften unterscheidet sich jedoch hinsichtlich der Bodenarten im Ober- und Unterboden.

Durch Kombination der Bodenarten des Oberbodens mit den Bodenarten des Unterbodens wurden 14 Bodenartengruppen des Feinbodens (<2 mm) gebildet, welche die Legendeneinheiten der Karte darstellen.

Die Bodengesellschaften einer Bodenartengruppe können sich jedoch innerhalb dieser Gruppe hinsichtlich Torf- bzw. Steingehalt (Bodenskelett, Grobboden > 2 mm) des Ober- und Unterbodens unterscheiden, weshalb diese durch zusätzliche Signaturen dargestellt wurden.

Die in den Böden Berlins vorkommenden Grobbodenarten sind in Tabelle 2 zusammengestellt. Zwischen dem Vorkommen im Ober- bzw. Unterboden wird unterschieden.

Tabelle 2: Bezeichnung der in Berliner Böden vorkommenden Grobbodenarten
Grobbodenart Bezeichnung
o2 schwacher Anteil runder Steine
x2 schwacher Anteil kantiger Steine
x3 mittlerer Anteil kantiger Steine
fGx sehr schwacher Anteil Feinkies
Tabelle 2: Bezeichnung der in Berliner Böden vorkommenden Grobbodenarten
(Bodenkundliche Kartieranleitung 1994)

Die in Berlin vorkommenden Torfarten sind in Tabelle 3 zusammengestellt. Zur Darstellung der ökologischen Eigenschaften und Ermittlung der Kennwerte wird unterschieden, ob Torf im Ober- und/oder im Unterboden vorkommt. Bei dem Vorhandensein von mehreren Torfarten in einem Boden oder einer Bodengesellschaft, wird nur die charakteristische Torfart (Torfart prägend) berücksichtigt.

Tabelle 3: Bezeichnung der in Berliner Böden vorkommenden Torfarten
Torfart Bezeichnung
Hn Niedermoortorfe
fHn fossile Niedermoortorfe
Hu Übergangsmoortorfe
Tabelle 3: Bezeichnung der in Berliner Böden vorkommenden Torfarten
(Bodenkundliche Kartieranleitung 1994)

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