Geoportal  



 

Umweltatlas Berlin

01.03.3 Blei und Cadmium in Pflanzen

Kartenansicht English Text available Inhalt    zurück kein weiter

Handlungsempfehlungen

Angesichts der genannten Belastungsursachen ist davon auszugehen, daß für gärtnerisch bzw. landwirtschaftlich genutzte Flächen im Ostteil Berlins ebenfalls Pflanzenbelastungen vorliegen. Derartige Belastungen sind für Rieselfeldflächen südlich von Ost-Berlin bereits nachgewiesen (Grün et al. 1990). Aufgrund der hohen Bodenschwermetallgehalte auch im Bereich der Rieselfelder Ost-Berlins (vgl. Karten 01.03.1 und 01.03.2) ist davon auszugehen, daß auch in dort erzeugten Kulturen Belastungen auftreten. Gleiches ist für viele der Klein- und Hausgärten Ost-Berlins zu vermuten.

Ausgehend von den Ergebnissen des Schwermetalluntersuchungsprogramms und den Erkenntnissen über mögliche Ursachen von Pflanzenbelastungen sind von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz konkrete Handlungsempfehlungen zur Minderung der von den Pflanzenbelastungen ausgehenden Risiken erarbeitet worden (SenStadtUm 1991a, 1991b). Diese Handlungsempfehlungen können direkt auf die in der Karte differenzierten Kulturen bzw. Belastungsstufen bezogen werden:

Wird im Falle von Nahrungspflanzen der einfache ZEBS-Richtwert erreicht bzw. überschritten, so sollten die Ursachen der überhöhten Gehalte ermittelt werden, um die Pflanzenbelastung durch gezielte Maßnahmen mindern zu können.

Bei einer doppelten Überschreitung der ZEBS-Werte gelten die angebauten Nahrungsmittel nach § 17 (1), Nr.1 des Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetzes als lebensmittelrechtlich bedenklich belastet und dürfen gewerbsmäßig nicht mehr in den Verkehr gebracht werden. Im Fall von Klein- und Hausgärten wird empfohlen, die belasteten Kulturen nicht mehr anzubauen und zu verzehren.

Futterpflanzen, die den einfachen Grenzwert der Futtermittelverordnung überschreiten, sind nur noch im eigenen Betrieb für die Fütterung zu verwenden. Sie dürfen nicht als Alleinfuttermittel eingesetzt werden. Futterpflanzen, deren Belastung den 2,5-fachen Grenzwert überschreitet, dürfen nicht mehr verfüttert werden. Für Standorte, an denen Pflanzenbelastungen nachgewiesen sind, wurden nutzungsspezifische Empfehlungen zur Minderung der Pflanzenbelastung erarbeitet.

Mögliche Maßnahmen für kleinflächig belastete und intensiv bewirtschaftete Klein- und Hausgärten sind z. B.:

  • Vermeidung zusätzlicher Bodenbelastungen
  • Vermeidung des Verzehrs belasteter Nahrungspflanzen
  • gründliches Säubern der geernteten Nahrungspflanzen
  • Anbau gering akkumulierender bzw. wenig verschmutzungsgefährdeter Kulturen (z.B. Kern- und Steinobst, Fruchtgemüse)
  • Abschirmen der Kulturen gegen Immissionen aus der Luft
  • Abschirmen der Kulturen gegen Verschmutzung durch Bodenpartikel
  • Verbesserung der Schwermetallbindung im Boden durch Einstellung des pH-Werts zwischen 6,5 und 7,2 bzw. des Humusgehalts auf > 3 %
  • Aufbringen unbelasteten Bodenmaterials (Anlegen von Hochbeeten)
  • "Verdünnung" der Belastung durch Umgraben
  • Austausch des belasteten Oberbodens
  • Verzicht auf den Anbau von Nahrungsmitteln
Demgegenüber stehen für Landwirtschafts- und Gartenbauflächen, bei denen Belastungen auf größeren Flächen auftreten, weniger Handlungsmöglichkeiten zur Verfügung:
  • Vermeidung zusätzlicher Bodenbelastungen
  • Anbau gering akkumulierender bzw. wenig verschmutzungsgefährdeter Kulturen
  • Verbesserung der Schwermetallbindung im Boden durch Einstellung des pH-Werts zwischen 6,5 und 7,2 bzw. des Humusgehalts auf > 3 %
  • Umstellung von Nahrungs- auf Futtermittelanbau

Entsprechende Meliorationsmaßnahmen können jedoch nur standortspezifisch unter Beachtung des Gesamtspektrums der für den Standort vorliegenden Boden- und Pflanzenanalysen erarbeitet werden.

Kartenansicht English Text available Inhalt    zurück kein weiter

umweltatlas_logo_klein