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Umweltatlas Berlin

01.03.3 Blei und Cadmium in Pflanzen

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Ursachen der Belastung

Blei

Blei wird bei der auf den untersuchten Flächen vorherrschenden Bodenbeschaffenheit nur in geringem Maße über die Wurzel aufgenommen (DVWK 1988). Bei unterirdischen Pflanzenteilen werden Bleibelastungen vor allem durch das Einwachsen belasteter Bodenpartikel verursacht, bodennahe Teile können durch aufspritzendes bzw. umgelagertes Bodenmaterial kontaminiert werden. So wurden Richtwertüberschreitungen für Blei vorwiegend für unterirdische Pflanzenteile ermittelt (vgl. Tab. 4).

Im Innenstadtbereich zeigen sich für Blätter fast flächendeckend erhöhte Gehalte, die auf den erhöhten Bleieintrag über die Luft zurückgeführt werden können. Die anzusetzenden Lebensmittelrichtwerte werden durch einen luftbürtigen Bleieintrag allerdings nur in wenigen Einzelfällen erreicht. Beispiele hierfür finden sich in unmittelbarer Nachbarschaft gewerblicher Emittenten bzw. neben Hauptverkehrsstraßen. Verschmutzungsgefährdet durch oberflächliche Kontaminationen sind vor allem Pflanzen mit großer bzw. rauer Oberfläche sowie langer Wachstumszeit.

Eine Analyse der durch den Kfz-Verkehr verursachten Bleiemissionen in Sellerie- und Grünkohlblättern am Beispiel von Kleingärten in unmittelbarer Nachbarschaft zum Autobahnstadtring in Charlottenburg zeigte, daß Überschreitungen des doppelten Durchschnittswerts (für jedes Medium aus dem Gesamtdatenbestand abgeleitet) bzw. des ZEBS-Richtwerts vorwiegend in einer Entfernung bis ca. 30 m beiderseits der Fahrbahn auftreten. Die meisten dieser Belastungen können eindeutig auf Emissionen des Kfz-Verkehrs zurückgeführt werden, da in den zugehörigen Böden vorwiegend geringe Bleikonzentrationen ermittelt worden sind (vgl. Karte 01.03.1). Diese Verteilung korreliert auch mit dem Gradienten der von Abraham et al. 1987 untersuchten Schwermetalldeposition. Der enge Wirkungsradius der Emissionen des Kfz-Verkehrs wird auch durch andere Untersuchungen bestätigt (Hoffmann et al. 1989, Umlandverband Frankfurt 1991).

Cadmium

Cadmium wird als im Boden besonders mobiles Element von Pflanzen vorwiegend über die Wurzel aufgenommen. Entscheidend für den Transfer in die Pflanzen sind der Cadmiumgehalt, der pH-Wert und der Humusgehalt des Bodens. Diese Kenngrößen bestimmen den Cadmiumgehalt in der Bodenlösung und damit die Pflanzenverfügbarkeit des im Boden befindlichen Cadmiums (Fahrenhorst/Kornhardt 1990). Bei pH-Werten unter 6,5 besteht bereits bei niedrigen Bodengehalten von < 1 mg/kg ein erhöhtes Akkumulationsrisiko (DVWK 1988). Entsprechende pH-Werte und Bodenbelastungen sind insbesondere bei den untersuchten Landwirtschaftsflächen nachgewiesen, so daß Pflanzenbelastungen zum Teil direkt auf den Bodenzustand zurückgeführt werden können.

Zwischen den untersuchten Kulturen bestehen erhebliche Differenzen in der Akkumulationsneigung. Ausgehend von den im Rahmen des Schwermetalluntersuchungsprogramms ermittelten Cadmiumgehalten kommt man zu der in Tab. 6 aufgeführten Reihung, wobei zu berücksichtigen ist, daß die genannten Kulturen mit unterschiedlicher Häufigkeit beprobt worden sind.

Tabelle 6
Tab. 6: Akkumulationsneugung verschiedener Kulturen für Cadmium

Excel
[Die Tabelle liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

Auch innerhalb einer Pflanze reichert sich Cadmium in den verschiedenen Pflanzenteilen in unterschiedlichem Maße an:

Wurzeln > Knollen > Blätter > Sproß > Früchte > Samen

Eine Verschmutzung oberirdischer Pflanzenteile über die Luft kann lokal zu einer zusätzlichen Belastung führen, ist aber aufgrund der geringeren Depositionsrate für Cadmium von geringerer Bedeutung als für Blei.

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