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Umweltatlas Berlin

01.03.1 Blei im Boden / 01.03.2 Cadmium im Boden

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Kartenbeschreibung

Die Böden des Stadtgebietes sind in sehr unterschiedlichem Maße mit Blei bzw. Cadmium belastet. Dabei zeigen sich erhebliche Unterschiede zwischen verschiedenen Flächennutzungen bzw. Teilen des Stadtgebietes. Dies läßt sich insbesondere für Kleingärten, Landwirtschaftsflächen, Rieselfelder und Forsten belegen, da sich aufgrund der Anzahl und Verteilung der untersuchten Standorte für diese Nutzungen ein repräsentatives Belastungsbild ergibt. Die für die übrigen Flächennutzungen ausgewiesenen Meßergebnisse können aufgrund der geringeren Beprobungsdichte nur einen ersten Überblick über Intensität und Verteilung der zu erwartenden Belastungen vermitteln.

Tabelle 3
Tab. 3: Blei- und Cadmiumgehalte von Böden unterschiedlicher Flächennutzung

Excel
[Die Tabelle liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

Klein- und Hausgärten

Im Oberboden von Kleingärten sind flächendeckend in erheblichem Umfang Blei und Cadmium angereichert. Sowohl der 50-Perzentil-Wert als auch der Mittelwert liegen weit über den natürlichen Grundgehalten und in einem Bereich, in dem eine Schwermetallanreicherung in bestimmten Nahrungspflanzen eintreten kann. Entsprechende Belastungen wurden bei den im Rahmen des Berliner Schwermetalluntersuchungsprogramms durchgeführten Untersuchungen von Nahrungspflanzen nachgewiesen (vgl. Karte 01.03.3).

In Einzelfällen wurden für beide Elemente Gehalte ermittelt, bei denen gesundheitliche Risiken bei direktem Bodenkontakt nicht ausgeschlossen werden können.

Belastete Kleingärten finden sich in allen Teilen des Stadtgebietes, schwerpunktmäßig jedoch im Innenstadtbereich. Dabei zeigt sich für Blei ein deutlicherer Gradient als für Cadmium. Innerhalb einzelner Kolonien, zum Teil auch innerhalb einzelner Parzellen, treten erhebliche Differenzen im Belastungsniveau auf.

Bei der Interpretation der Karte ist zu berücksichtigen, daß aus darstellerischen Gründen die Meßwerte von etwa 1 600 Kleingärten, die in den Jahren 1989 und 1990 im Rahmen differenzierter Nachuntersuchungen beprobt wurden, in der Karte nicht wiedergegeben sind. Die an diesen Standorten ermittelten Werte sind in Tabelle 3 berücksichtigt.

Hausgärten sind demgegenüber geringer belastet. Hier sind nur an wenigen Standorten Richtwertüberschreitungen ermittelt worden.

Landwirtschaft und Gartenbau

Die Mehrzahl der untersuchten Landwirtschaftsflächen ist als gering belastet anzusehen. Mehr als 50 % der untersuchten Standorte liegen im Bereich der natürlichen Blei- bzw. Cadmiumbelastung. Es zeigt sich eine deutliche regionale Differenzierung der Belastungen. Überschreitungen der anzusetzenden Cadmium-Richtwerte wurden fast ausschließlich für Standorte im Umfeld der Gatower Rieselfelder ermittelt. Hier sind auch die Bleigehalte erhöht, wobei Richtwertüberschreitungen nur an wenigen Standorten nachgewiesen wurden. Die Bodenbelastung korreliert mit den hier ebenfalls schwerpunktmäßig ermittelten Belastungen von Nahrungs- und Futterpflanzen (vgl. Karte 01.03.3).

Erhöhte Schwermetallgehalte finden sich auch auf Grünlandstandorten im Nordwesten des Stadtgebietes bzw. in Lübars, was auf den höheren Humusgehalt und die damit verbundene bessere Schwermetallbindung zurückgeführt werden kann.

Für Gartenbaubetriebe wurden keine Überschreitungen der Bodenrichtwerte nachgewiesen. Die ermittelten Blei- bzw. Cadmiumgehalte liegen im Bereich der natürlichen Grundbelastung.

Rieselfelder

Besonders hohe Cadmiumbelastungen finden sich fast flächendeckend in den Böden von aufgegebenen bzw. derzeit genutzten Rieselfeldern im Stadtgebiet und Umland (vgl. Karte 01.10). Dabei sind die südlich Berlins gelegenen Rieselfelder stärker belastet als die Rieselfelder in Gatow bzw. im nordöstlichen Stadtgebiet. Auch innerhalb der Rieselfeldgebiete lassen sich erhebliche Belastungsgradienten feststellen. Für die überwiegende Mehrzahl der ehemaligen Rieselfeldgebiete, die heute zum größten Teil landwirtschaftlich genutzt ist, sind aufgrund der Bodenbelastungen bedenkliche Cadmiumanreicherungen in den angebauten Kulturen zu erwarten. Entsprechende Belastungen sind für die auf den Rieselfeldern angebauten Kulturen nachgewiesen (vgl. Karte 03.03.3, Grün et al. 1990).

Blei wird in Böden der Rieselfelder ebenfalls angereichert. Jedoch bleiben die Konzentrationen unterhalb der anzusetzenden Richtwerte. Die Homogenität der auf den untersuchten Flächen ermittelten Belastungen läßt erwarten, daß auch in nicht untersuchten Rieselfeldgebieten vergleichbare Schwermetallkonzentrationen zu finden sind.

Forsten und Grünflächen

Auch in den Oberböden der Forsten finden sich fast flächendeckend erhöhte Blei- bzw. Cadmiumgehalte. Die hier ermittelten Werte liegen jedoch in der Regel unter den Werten, die für die stärker anthropogen bestimmten Nutzungen gefunden wurden (vgl. Tab. 3). Dabei ist zu berücksichtigen, daß in der nicht dargestellten Streuauflage in der Regel höhere Schwermetallkonzentrationen auftreten als im mineralischen Oberboden.

Die Belastungen von Grünflächen und sonstigen Nutzungen sind aufgrund der Inhomogenität der dargestellten Standorte nicht zusammenhängend interpretierbar. Auch hier treten Belastungen schwerpunktmäßig im Innenstadtbereich auf. Die im Bereich Schöneweide ausgewiesenen Belastungen dokumentieren die Variationsbreite möglicher Bodenbelastungen innerstädtischer Nutzungen.

Auch einige der im Bereich von Spielplätzen untersuchten Böden sind mit Schwermetallen belastet. Lokal wurden Belastungen ermittelt, bei denen gesundheitliche Risiken durch direkten Bodenkontakt nicht auszuschließen sind.

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