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Umweltatlas Berlin

01.03.1 Blei im Boden / 01.03.2 Cadmium im Boden

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Methode

Lage und Nutzung der Beprobungsorte

Die dargestellten Meßpunkte kennzeichnen die Lage des beprobten Standorts, im Falle der Rieselfelder im Süden Berlins und der Landwirtschaftsflächen den Mittelpunkt des beprobten Rieselfeldschlages bzw. der landwirtschaftlichen Nutzfläche.

Für jeden der dargestellten Standorte wird die zum Zeitpunkt der Probenahme vorhandene Nutzung angegeben. Unterschieden wird zwischen Kleingärten, Hausgärten, landwirtschaftlichen Nutzflächen, Gartenbaubetrieben, aktuellen und ehemaligen Rieselfeldern, Forsten, Grün- und Freiflächen, Spielplätzen sowie sonstigen Nutzungen. Meßdaten für Grün- und Freiflächen wurden sowohl in größeren Parkanlagen als auch im Begleitgrün anderer Nutzungen (z.B. auf Schulstandorten) ermittelt.

Beprobungstiefen

Dargestellt sind ausschließlich Meßwerte, die die Blei- bzw. Cadmiumgehalte der obersten Bodenzentimeter dokumentieren.

Sofern an einzelnen Standorten auch tiefere Bodenschichten untersucht worden sind, wurden diese Meßwerte nicht berücksichtigt. Die Mehrzahl der Werte repräsentiert Mischproben der obersten 20 Bodenzentimeter, für einen Teil der Rieselfelder im Nordosten Berlins der obersten 30 cm.

Im Bereich der Forsten liegt die Beprobungstiefe zwischen 5 und 35 cm. Angegeben ist der Schwermetallgehalt des obersten mineralischen Bodenhorizonts. Schwermetallgehalte der Streuauflage werden nicht dargestellt. Bei Spielplätzen wird der Schwermetallgehalt des obersten untersuchten Bodenhorizonts bzw. der verwendeten Oberflächenbeläge dargestellt. Alle Werte beziehen sich auf Materialien, die innerhalb der ersten 10 Bodenzentimeter anstehen. Schwermetallgehalte des Spielsandes werden nicht angegeben. Für Klein- und Hausgärten sowie Gartenbau- und Landwirtschaftsflächen liegen pro Standort zumeist mehrere Werte aus unterschiedlichen Jahren bzw. für verschiedene Aufschlußmethoden vor. Dargestellt wird jeweils der höchste ermittelte Blei- bzw. Cadmiumgehalt, da dieser Wert Anlaß sein kann, Maßnahmen zur Melioration oder Sanierung zu prüfen.

Aufschlußmethoden

Beim direkten Vergleich der ausgewiesenen Meßwerte ist zu berücksichtigen, daß bei der Analyse unterschiedliche Extraktionsmittel zum Aufschluß der Bodenproben verwendet worden sind (vgl. Tab. 1). Meßwerte, die im 1,5 N HNO3-, 2 M HCL- bzw. Königswasseraufschluß ermittelt wurden, erfassen etwa 80-90 % des Gesamtschwermetallgehalts. Für einen Teil der Proben in den Berliner Forsten, die Mehrzahl der Werte im Bereich von Grünanlagen und für Meßpunkte in Schöneweide wird der Gesamtgehalt (HF/HClO4-Aufschluß) angegeben.

Richtwerte

Mit zunehmender Kenntnis über Ausmaß und Wirkung der Schwermetallbelastung von Böden zeigt sich, daß Meßergebnisse immer nur schutzgut- und nutzungsspezifisch bewertet werden können. Entsprechend differenzierte Richtwertkataloge werden zur Zeit diskutiert (LAGA 1990, Eickmann & Kloke 1991, LÖLF 1988).

Ausgehend von dieser Diskussion wurden von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz Richtwerte für die Beurteilung von Bodenbelastungen in Klein- und Hausgärten (SenStadtUm 1991a) bzw. für die Einschätzung der Belastung landwirtschaftlich und gartenbaulich genutzter Böden (SenStadtUm 1991b) erarbeitet. Von der Senatsverwaltung für Gesundheit wurden zudem Bewertungskriterien für Bodenkontaminationen auf Spielplätzen herausgegeben (SenGes 1991). Alle genannten Richtwertkataloge beurteilen eine mögliche Gefährdung oberflächlicher Nutzungen und orientieren sich an der Notwendigkeit, Bewertungsergebnisse in konkretes Verwaltungshandeln umzusetzen.

Achtung!
Diese Werte haben in der hier dargestellten Form keine Gültigkeit mehr, da für die Beurteilung von Bodenbelastungen mittlerweile (Stand 2002) bundeseinheitliche, nutzungsbezogene Prüf- und Maßnahmewerte festgelegt worden sind. Diese finden sich in der Bundesbodenschutzverordnung (BBodSchV).
Zu beachten ist, dass die Werte an eine ganz bestimmte Probenahme und Analytik gebunden sind, sodass sich die in der Umweltatlaskarte dargestellten Werte nicht unmittelbar mit diesen Prüf- und Maßnahmewerten vergleichen lassen.

Die in den Karten ausgewiesenen Gehaltsstufen entsprechen den in Tabelle 2 aufgeführten Richtwerten, so daß für Standorte zutreffender Flächennutzung konkrete Empfehlungen zum Umgang mit den dargestellten Belastungen abgeleitet werden können. Die für die übrigen Nutzungen angegebenen Meßwerte können nur im Vergleich zu den natürlichen Schwermetallgehalten Berliner Böden interpretiert werden.

Tabelle 2
Tab. 2: Richtwerte zur Bewertung der Blei- bzw. Cadmiumbelastung von Böden

Excel
[Die Tabelle liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

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