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Umweltatlas Berlin

01.01 Bodengesellschaften (Ausgabe 1998)

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Ausgewählte Bodengesellschaften

Im folgenden werden einige charakteristische Bodengesellschaften beschrieben. Eine ausführliche Beschreibung der Bodengesellschaften erfolgte durch Grenzius (1987). Die abgebildeten Landschaftsschnitte stammen aus der Dissertation von Grenzius (1987). Die in den Abbildungen 2 - 10 für die Bodentypen verwendeten Abkürzungen werden in Tabelle 7 erklärt.

Naturnahe Bodengesellschaften

BG 1 Parabraunerde - Sandkeilbraunerde
Grundmoränenhochfläche aus Geschiebemergel
Ausgangsgestein der in dieser Bodengesellschaft vereinten Bodentypen ist die aus Geschiebelehm bzw. -mergel bestehende Grundmoränenhochfläche, die durch Schrumpfung entstandene, mit Sand verfüllte Keile aufweist und durch Flugsande überlagert wurde. Eine Durchmischung des Flugsandes mit dem Geschiebemergel führte zur Ausbildung des Geschiebedecksandes. Auf den mit einer geringen Geschiebesanddecke überlagerten Geschiebelehm- bzw. -mergelflächen entwickelten sich Parabraunerden, auf den 1 - 3 m tiefen Sandkeilen Sandkeilbraunerden.

Diese Bodengesellschaft ist vor allem auf den Geschiebemergelhochflächen des Teltows und des Barnims verbreitet.

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Abb. 2: Parabraunerde - Sandkeilbraunerde (Bodengesellschaft der Grundmoränenhochfläche aus Geschiebemergel)

BG 6 Rostbraunerde - kolluviale Braunerde
(Sander über) Moränenfläche aus geschiebehaltigem Sand
Diese Bodengesellschaft umfaßt die Rostbraunerden auf den sandigen, morphologisch relativ ebenen Bereichen der Geschiebemergelhochflächen bzw. der Grundmoränen des Teltow (Grunewald, Düppeler Forst) und des Barnims. Dabei tritt in den oberen 2 m des Geschiebesandes kein Geschiebelehm bzw. -mergel auf.

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Abb. 3: Rostbraunerde - kolluviale Braunerde (Bodengesellschaft der Moränenflächen aus geschiebehaltigem Sand)

Rostbraunerden kommen auch auf den Kamesbildungen des Grunewaldes und von Lübars bis Arkenberge sowie den Endmoränenbildungen in Gatow und der Müggelberge vor. Da sie dort jedoch einen anderen räumlichen Bezug (geomorphe Einheit) besitzen, wurden sie für diese geomorphe Einheit mit einem anderen auftretenden Bodentyp zu einer weiteren Bodengesellschaft zusammengefaßt (BG 4).

Rostbraunerden auf mehr oder weniger hohen Moränenhügeln aus Geschiebesanden mit teilweise auftretenden Geschiebemergel- bzw. Geschiebelehmresten innerhalb der ersten zwei Meter des Geschiebesandes bilden ebenfalls eine eigene Bodengesellschaft (BG 2 bzw. 3).

BG 9 Podsolbraunerde - Podsol - kolluviale Rostbraunerde (Düne aus Feinsand)
BG 10 Podsolbraunerde - Rostbraunerde - kolluviale Rostbraunerde (Düne aus Feinsand)
Die Bodengesellschaften 9 und 10 sind die Einheiten der grundwasserfernen, mehrere Meter mächtigen Dünen sowie größeren Dünengebiete mit Geländehöhen über 40 m. Sie unterscheiden sich im wesentlichen durch das Auftreten von Podsolen. Sie kommen v.a. im Tegeler und Frohnauer, aber auch im Köpenicker Forst vor. Ohne Bodenprofiluntersuchungen können keine Aussagen zum Vorhandensein von Podsolen gemacht werden. Diese beiden Bodengesellschaften wurden im östlichen Stadtgebiet teilweise als Sammelgesellschaft, bei Vorhandensein von Kartierungen (Standortskarten des Forstbetriebes Ost-Berlin, Smettan 1995) getrennt ausgewiesen.

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Abb. 4: Podsolbraunerde - Podsol - kolluviale Rostbraunerde (Bodengesellschaft der Dünen aus Feinsand)

BG 15 Rostbraunerde - vergleyte Braunerde - Gleybraunerde
(Talsandfläche aus Mittel- und Feinsand)
Diese Bodengesellschaft ist eine weit verbreitete Bodengesellschaft im Berliner Urstromtal. Das Berliner Urstromtal stellt das Abflußtal der Schmelzwässer der Frankfurter Phase der Weichseleiszeit dar. Die durch die Schmelzwässer transportierten und abgelagerten Mittel- und Feinsande bilden das Ausgangssubstrat für die Bildung der Braun- und Rostbraunerden. Unterschiedliche Grundwasserstände verursachten die Ausbildung von Gleymerkmalen (z.B. Rostflecken) in verschiedenen Tiefen. Dafür stehen die Bodentypen vergleyte Braunerde und Gleybraunerde. Da das Grundwasser in diesem Jahrhundert durch die Grundwasserförderung der Berliner Wasserwerke abgesenkt wurde, liegen die Gleymerkmale häufig nur noch als Relikte vor, d.h. das Grundwasser steht heute tiefer an als die von ihm erzeugten Gleymerkmale. Diese Bodengesellschaft wird vor allem vom Spreetal in Köpenick und von den Talsandflächen der Forsten Spandau, Tegel und Jungfernheide eingenommen.

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Abb. 5: Vergleyte Braunerde - Gleybraunerde (Bodengesellschaft der Talsandflächen aus Mittel- und Feinsand im Spandauer Forst)

BG 22a Gleybraunerde - Gley - Niedermoor
(Schmelzwasserrinne in Talsandfläche ohne Düne)
Die während des Glazials aufgrund des hohen Druckes des Gletschers auf seiner Sohle entstandenen Schmelzwässer (subglaziale Schmelzwasserrinnen) sowie die in der Zeit zwischen den Eiszeiten durch Erwärmung des Klimas entstandenen Schmelzwässer flossen in die großen Urstromtäler ab und schufen durch ihre Kraft z.T. tiefe Rinnen. Die im Bereich des Grundwassers liegenden Rinnen vermoorten nach der letzten Eiszeit. Viele dieser Rinnen, insbesondere im Gebiet der Berliner Innenstadt, wurden anthropogen verfüllt und überbaut und sind deshalb heute nicht mehr sichtbar.

Solche glazifluvialen Schmelzwasserrinnen innerhalb der Talsandflächen sind z.B. Teilbereiche der Wuhle, des Neuenhagener Mühlenfließes, die Spekte-Lake, die Egelpfuhlwiesen und das Breite Fenn. Im unmittelbaren Rinnenzentrum entstanden je nach Grundwasserstand Anmoorgleye, teilweise auch Flachmoortorfe. Zu den Rinnenrändern hin folgen je nach Grundwasserstand Gleybraunerden bzw. Gleyrostbraunerden sowie vergleyte Braun- bzw. Rostbraunerden.

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Abb. 6: Gleybraunerde - Gley - Niedermoor (Schmelzwasserrinne in Talsandfläche ohne Düne)

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