Der ca. 3,5 km lange Kurfürstendamm erstreckt sich vom Breitscheidplatz
mit der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche bis zum Rathenauplatz. Er ist die
touristische Flaniermeile der City-West und galt in der Zeit des Kalten Krieges
als Schaufenster des Westens und Symbol für das deutsche Wirtschaftswunder.
Der Kurfürstendamm diente Mitte des 16. Jahrhunderts ursprünglich
als Reitweg für die Kurfürstlichen Reiter vom Tiergarten zum Grunewald.
Ende des 19. Jahrhunderts erfolgte dann auf Anregung Otto von Bismarks der Ausbau
zu einer besonderen Prachtstraße. Im Zuge dessen erfolgte eine Verbreiterung
der Straße auf das auch noch heute vorzufindende Maß von 53 Metern.
1886 war die Straße bereits fertig ausgebaut. Dieses Jahr gilt seitdem
auch als die Geburtsstunde des Boulevard Kurfürstendamm. Danach entwickelte
sich der Kurfürstendamm rasant zu einem Vergnügungs-, Kauf- und kulturellem
Kommunikationszentrum des Neuen Westens. In der Weimarer Republik wurde er zum
Synonym der "Goldenen Zwanziger Jahre".
Im II. Weltkrieg wurden erhebliche Teile der Bebauung zerstört. Mahnendes
und in aller Welt bekanntes Zeugnis dessen ist sicherlich die Ruine der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche.
Nach dem Wiederaufbau des Kurfürstendamms und der Teilung der Stadt entwickelte
sich insbesondere am Ostende der Straße in der Nähe des Bahnhofs Zoo
zusammen mit der Tauentzienstraße das Geschäftszentrum des ehemaligen
West-Berlins.
Bereits mit der Entwicklung des Ku'damm zum Prachtboulevard erfolgte Ende des
19. Jahrhunderts eine mehrreihige Bepflanzung mit Bergulmen. Zu Beginn des 20.
Jahrhunderts wuchsen diese an beiden Straßenseiten sowie als Begrenzung
der damals noch auf dem Mittelstreifen fahrenden Straßenbahn in vier dichten
Reihen. Ende der 1920er und in den 1930er Jahren starben jedoch viele Ulmen infolge
der sog. Ulmenkrankheit ab. Die letzte Ulme musste aus diesem Grund im Jahr 2005
in der Nähe der Uhlandstraße gefällt werden. Als Ersatz für
die Ulmen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg Platanen gepflanzt, zunächst
nur an beiden Straßenrändern. Die Bepflanzung der Mittelreihe mit
Platanen erfolgte Ende der 1970er Jahre auf einem Hochbeet.
Infolge des schlechten Standortes (zu geringe Durchlüftung durch die zu
dichte Bepflanzung und Wassermangel insbesondere auf dem Hochbeet über der
U-Bahn auf dem Mittelstreifen) drohten vor einigen Jahren viele der Platanen
am Ku'damm ebenfalls abzusterben. In einer in der Öffentlichkeit vielbeachteten
Aktion wurden u.a. die beiden Mittelreihen stark zurückgeschnitten. Die
Luft-, Licht- und Wasserverhältnisse auf diesem extremen innerstädtischen
Standort haben sich für die Bäume damit erheblich verbessert. Nach
dem Baumpflegekonzept werden derartige Rückschnitt- und Pflegemaßnahmen
für die Platanen auf dem Kurfürstendamm auch in der Zukunft notwendig
sein.
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Kurfürstendamm


Kurfürstendamm 

Kurfürstendamm


Rückschnitt der Platanen
Foto: Prof. Dr. Balder


Rückschnitt der Platanen
Foto: Prof. Dr. Balder

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