Natur + Grün  

 

Ausgewählte Grünanlagen in Mitte

Köllnischer Park


Blick aus dem Köllnischen Park auf den Turm des Märkischen Museums     koellnischer_park
Link zum Stadtplan
Bezirk Mitte von Berlin

 
unter Verwendung des FIS-Broker
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Der heutige Köllnische Park ist der letzte erhaltene Rest einer ehemals deutlich größeren innerstädtischen Gartenanlage, deren Ursprung in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts liegt. Dieser Garten verlief entlang des Festungsgrabens vor den barocken Festungsanlagen, die ab 1658 um die Doppelstadt Berlin-Kölln errichtet wurden. Die heute noch von Rungestraße, Park und Straße Am Köllnischen Park gebildete Spitze geht auf die Bastion VII dieser Befestigungsanlagen zurück. Bis 1750 wurden die Festungsbauten wieder abgetragen. Mit dem Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das Gartengelände durch den Bau neuer Straßen und Gebäude immer mehr begrenzt. 1873 gestaltete Gustav Meyer den östlichen Teil des noch verbliebenen Gartens zu einer landschaftlich geprägten städtischen Grünanlage mit Spielplatz um. 1883 erhielt der Park mit der Zuschüttung des Festungsgrabens und Anlage der Rungestraße sowie der Straße Am Köllnischen Park seine heutige Begrenzung. Zwischen 1969 und 1971 ist der Park zuletzt in größerem Umfang umgestaltet worden; nach der Abtragung der Hügel der ehemaligen Bastion VII wurde ein Kinderspielplatz sowie unmittelbar am Museum eine Terrasse angelegt. In direkter Nachbarschaft des Köllnischen Parks befindet sich heute mit dem Märkischen Platz und dem zu einer Promenade ausgebauten, begrünten Spreeufer südlich der Jannowitzbrücke eine attraktive Anbindung an die Spree mit dem historischen Hafen und verschiedenen Schiffsanlegestellen.

Seit 1893 steht ein erhalten gebliebenes Bauwerk der ehemaligen Stadtbefestigung im Köllnischen Park: Der kleine Rundbau aus Backstein mit kuppelartiger Bekrönung aus Sandstein war ursprünglich ein Teil des Wehrs hinter der Bastion VI. Seine Bezeichnung "Wusterhausischer Baer" ist auf die historische Bezeichnung von Wehren als "Baeren" (abgeleitet vom lateinischen berum = Wehr) zurückzuführen. Im Zusammenhang mit der Umgestaltung 1969-71 wurden als "Lapidarium" (Sammlung von Steinwerken) zahlreiche originale und kopierte Kunstwerke und Architekturdetails in eine die Terrasse umgebende Mauer eingefügt sowie im Park aufgestellt; einige davon sind auch heute noch erhalten. Besonders auffallend ist die 1791 entstandene Figurengruppe "Herkules kämpft gegen den Nemëischen Löwen" aus der Schule von Johann Gottfried Schadow sowie eine übergroße Architekturvase mit Bockskopfhenkeln aus der Schule des Barockbildhauers Glume. Als neueres Werk erinnert an der Wallstraße eine 1964-65 geschaffene Bronzeskulptur des Bildhauers Heinrich Drake an den Berliner Milieuzeichner Heinrich Zille.

Seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts befindet sich in einem 1900 ursprünglich als Straßenreinigungsdepot erbauten Gebäude ein Bärenzwinger, in dem heute vom Bezirk Mitte zwei lebendige Vertreter des Berliner Wappentiers gehalten werden. Von den zwei Braunbärdamen Maxi und Schnute ist Schnute die "amtierende" Berliner Stadtbärin im Bärenzwinger. Insbesondere zu den Bärengeburtstagen im Januar sowie zur mittäglichen Fütterung finden sich häufig Zuschauer/innen ein.

In der näheren Umgebung des Köllnischen Parks befinden sich einige eindrucksvolle und architektonisch bedeutsame Gebäude. Direkt in den Park eingebettet wurde 1901-1907 von Stadtbaurat Ludwig Hoffmann das Märkische Museum erbaut, in dem noch heute die Berliner Stadtgeschichte u.a. anhand einer Vielzahl historischer Objekte veranschaulicht wird. Der Gebäudekomplex des Museums zitiert Bauwerke der Mark Brandenburg und Norddeutschlands in verschiedenen Baustilen (Romanik, Backsteingotik, Renaissance). Das Gebäude beherrscht den gesamten Park und wirkt mit seinem kirchenartigen Turm noch weit darüber hinaus. Auf der gesamten südlichen Parkseite an der Rungestraße erstreckt sich mit einer Klinkerverblendfassade im Stil des Spätexpressionismus die ehemalige Zentralverwaltung der AOK. In der 1903-04 vom Architekten Alfred Messel entworfenen ehemaligen Landesversicherungsanstalt Am Köllnischen Park 3 befindet sich heute ein Dienstgebäude der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Hier werden im neu überbauten ersten Innenhof mit der ständigen Ausstellung "Stadtentwicklung – Pläne, Modelle, Projekte" verschiedene Berliner Stadtmodelle präsentiert.
 
Köllnischer Park
Größe 1 ha
Freizeitangebote Spazierwege, Sitzbänke und Liegewiesen, Spielplatz
Sonderanlage Tiergehege: Bärenzwinger mit den "Berliner Stadtbären"
Rechtsstatus Gewidmete öffentliche Grün- und Erholungsanlage
Entstehungszeit Erstanlage als Stadtpark 1873
Umgestaltung 1969-71
Landschaftsarchitekt Erstanlage: Gustav Meyer
Umgestaltung: Eberhard Jaenisch, Stefan Rauner und Roswitha Schulz
Verkehrsverbindungen siehe Stadtplan
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Literatur:
Informationsblatt "Neukölln am Wasser und Luisenstadt - Denkmale rund um den Köllnischen Park
Park- & Grünanlagen in Berlin
Lexikon Berlin von A-Z im Internetauftritt des Luisenstädtischen Bildungsvereins e.V.
  Kartenausschnitt Plan de la ville de Berlin 1748 - Barocke Festungsanlagen (Landesbildstelle)
Kartenausschnitt: Plan de la ville de Berlin 1748 (Landesbildstelle)

Luftbild Köllnischer Park und Umgebung
Luftbild Köllnischer Park und Umgebung

Köllnischer Park - Wusterhausischer Baer
Wusterhausischer Baer

Heinrich-Zille-Denkmal
Heinrich-Zille-Denkmal

Bärenzwinger
Bärenzwinger

Fütterung der Bären im Bärenzwinger
Fütterung der Bären im Bärenzwinger

Fensterblick auf Park und Märkisches Museum
Fensterblick auf Park und Märkisches Museum

Park und Märkisches Museum im Winter
Märkisches Museum im Winter

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Dienstgebäude Am Köllnischen Park 3
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

Weitere Informationen

Öffentliche Brunnen
 
 


 
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt
Württembergische Straße 6, 10707 Berlin
Telefonzentrale: 030 90139-3000 / Bürgertelefon: 115

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