Der historische Türkische Friedhof am Columbiadamm im Bezirk
Neukölln ist ein Ort, an dem sich heute noch die Wurzeln der türkischen
Gemeinde in Berlin erkennen lassen.
Zu Anfang des 18. Jahrhunderts - und verstärkt nach dem Siebenjährigen
Krieg (1763) - kamen Türken als Gesandte des damaligen Osmanischen Reichs
an den preußischen Hof. Der erste ständige Botschafter in Preußen,
Ali Azis Efendi, wurde im Jahre 1798 auf der Tempelhofer Feldmark, nahe der
heutigen Urbanstraße in Kreuzberg, bestattet. Im Laufe der Jahre folgten
weitere Angehörige der türkischen Gesandtschaft. Als der Friedhof
1866 einem Kasernenneubau weichen musste, übereignete Wilhelm I. der
türkischen Gemeinde in Berlin ein Gelände am Columbiadamm als Begräbnisstätte
auf Dauer. Die Einweihung des Türkischen Friedhofes fand am 29.12.1866
statt.
Der Friedhof, der zu einem Symbol für die preußisch-türkische
Freundschaft wurde, erhielt eine prächtige Eingangspforte im maurischen
Stil. In der Mitte des Geländes wurde nach den Plänen des königlichen
Baumeisters Gustav Voigtel ein Obelisk für die in Berlin verstorbenen
Botschafter, den osmanischen Gesandten Ali Aziz Efendi (gest. 1798) und Mehmed
Esad Efendi (gest. 1804), sowie für den osmanischen Gesandtschaftssekretär
Rahmi Efendi (gest. 1839), einen Kadetten (gest. 1853) und einen Studenten
(gest. 1853) errichtet. Die Namen der Verstorbenen sind am Sockel des Grabmonuments
auf grünen Tontafeln in goldenen arabischen Schriftzügen verewigt.
Eingangspforte und Obelisk des Türkischen Friedhofs wurden auf eine
Achse mit einer Gedenkstätte für die Gefallenen der Freiheitskriege
von 1812/15 auf dem angrenzenden Garnisonfriedhof gelegt, um die Verbundenheit
Preußens mit dem Osmanischen Reich zu verdeutlichen.
Während des Ersten I. Weltkrieges, in dem das Osmanische Reich auf
der Seite Deutschlands stand, wurden auch gefallene türkische Soldaten
hier bestattet. Der Friedhof bekam daraufhin die Bezeichnung „Sehitlik“,
was Ehren- oder auch Märtyrerfriedhof bedeutet.
Im Laufe der Jahre wurde der ursprünglich türkische Friedhof,
auf dem später auch Muslime anderer Nationalitäten, wie Araber
und Perser, bestattet wurden, erweitert. Die Grabsteine sind nach Mekka ausgerichtet.
Nach 1945 gab es etwa 220 Grabstätten, von denen noch rund 150 erhalten
geblieben sind.
Die letzte Bestattung auf dem Türkischen Friedhof wurde im Jahre 1989
vorgenommen. Heute finden Bestattungen von Muslimen auf dem benachbarten
kommunalen Friedhof am Columbiadamm (ehemals Garnisonfriedhof) und dem Landschaftsfriedhof
Gatow im Bezirk Spandau auf eigens dafür eingerichteten Grabfeldern
statt.
Der Türkische Friedhof hat sich im Laufe der letzten Jahre zu einem
modernen islamischen Gemeindezentrum entwickelt. Von 1999 bis 2005 wurde
auf dem Friedhofsgelände die Sehitlik-Moschee neu errichtet. Mit einer
ca. 17 m hohen Kuppel und zwei 33 m hohen Minaretten ist sie Berlins größte
Moschee, in der 1.500 Personen Platz finden.
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Türkischer Friedhof -
Grabmal

Türkischer Friedhof
- Moschee
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