Die Immissionsbelastung der Luft in Berlin wird durch kontinuierliche Messungen der Schadstoffe an ortsfesten Containern des
BLUME-Messnetzes überwacht, die verteilt in Hauptverkehrstraßen, städtischen Wohngebieten und am Stadtrand Berlins stehen. Die aktuellen Messergebnisse werden im Internet in der Rubrik
BLUME-Messnetz veröffentlicht. Bewertungen der Luftqualität werden in
Monats- und Jahresübersicht und sowie unter der Rubrik
langfristige Entwicklung der Luftqualität dargestellt.
Anzahl der Tage mit PM10-Tagesmittelwerten über 50 µg/m³ (2004)
Jahresmittelwert der NO2-Konzentration µg/m³ (2004)
Die erste und zweite der nebenstehenden Grafiken zeigen die Messstationen mit Überschreitungstagen für Feinstaub PM10 und Überschreitungen des Jahresmittelwertes Stickstoffdioxid NO2 im Jahr 2004. Der Jahresmittelwert für Feinstaub PM10 in den Jahren 2001, 2002 und 2004 wurde überall in Berlin eingehalten. Nur im Jahr 2003 kam es wegen ungünstiger Wetterlagen zu Überschreitungen an den Straßenmessstationen. Der Tagesmittelgrenzwert (24h-Wert) für Feinstaub PM10 bzw. der Jahresmittelgrenzwert für Stickstoffdioxid NO2 wurde an verschiedenen Messstationen der Hauptverkehrstraßen in den Jahren 2001-2004 in unterschiedlicher Höhe überschritten.
Messungen sind aufwändig und teuer und können daher nicht an jeder Straße durchgeführt werden. Um flächendeckende Aussagen über die Luftqualität zu erhalten, werden daher zusätzlich Modellrechnungen verwendet. Damit können z.B. die Luftbelastungen in städtischen Wohngebieten oder die verkehrsbedingten Schadstoffbelastungen für das gesamte Berliner Hauptstraßenverkehrsnetz ermittelt werden. Die Berechnungen an Straßen basieren für die Auspuffemissionen auf dem aktuellen Handbuch für Emissionsfaktoren des Umweltbundesamtes und für die Emissionen durch Abrieb und Aufwirbelungen auf Forschungsprojekten, die Berlin in Zusammenarbeit mit anderen Bundesländern durchgeführt hat. Die berechneten Schadstoffkonzentrationen werden mit den Messergebnissen aus dem BLUME-Messnetz verglichen.
Jahresmittelwert PM10 in µg/m³
Das Ergebnis der verkehrsnahen Schadstoffbelastung aus dem Jahre 2002 ist in der dritten Grafik dargestellt. Ergebnisse für die einzelnen Hauptverkehrsstraßen können dem
Umweltatlas entnommen werden.
Luftgütestädtevergleich
Das Balkendiagramm zeigt, dass für Berlin genauso wie für viele deutsche und europäische Großstädte die Einhaltung des strengeren EU-Grenzwertes für den PM10-Tagesmittelwert eine große Herausforderung ist. Die Rubrik
Wie gut ist die Berliner Luft? stellt für Berlin ein zusammenfassendes Ergebnis der letzten 10 Jahre über die Beurteilung der Luftqualität dar.
Durch den Luftreinhalteplan für Berlin 1994-2000 hat Berlin bereits erfolgreich Maßnahmen umgesetzt, bevor die neuen Europäischen Grenzwerte in Deutsches Recht übernommen wurden. Dadurch kann Berlin heute die Grenzwerte bei Schwefeldioxid und Kohlenmonoxid um ein Vielfaches unterschreiten. Auch die Benzolbelastung im Berliner Hauptverkehrsstraßennetz ist auf ein Viertel der Werte von Anfang der 90er Jahre gesunken, somit wird seit 2003 der ab 2010 einzuhaltende Benzolgrenzwert in allen Hauptverkehrsstraßen unterschritten.
Auf die Überschreitungen der Zielwerte für Ozon im Sommer wird im Luftreinhalteplan nicht eingegangen. Um die Ozonkonzentration zu verringern, müssen zuerst die Emissionen der Vorläufersubstanzen Stickoxide NO
x und flüchtige organische Verbindungen NMVOC reduziert werden. Zudem werden die Vorläufersubstanzen über weite Strecken transportiert, so dass sich das Ozon nicht an den ursprünglich emittierenden Quellen bildet. Hierfür sind überregionale, grenzüberschreitenden Maßnahmen erforderlich, die von der Bunderregierung entwickelt werden.