Die Belastung der Berliner Luft mit Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid, Benzol und Blei als Erfolg der bisherigen Luftreinhaltepläne ist so niedrig, dass die Grenzwerte weit unterschritten werden.
Aber auch bei Feinstaub PM
10 und Stickstoffdioxid NO
2 hat Berlin in den vergangenen Jahren wesentliche Fortschritte zu verzeichnen. Zuletzt wurde für den Zeitraum 1994 bis 2000 ein Luftreinhalteplan für Berlin erarbeitet. Schon bevor die neuen Europäischen Grenzwerte in deutsches Recht übernommen wurden, hat Berlin zahlreiche Maßnahmen zur Luftreinhaltung umgesetzt.
Die Entwicklung der Luftqualität ist allgemein abhängig von der Änderung der Emissionen. Wichtige Faktoren dafür sind:
- Optimierung Fahrzeugtechnik (Entwicklung der EU-Abgasgrenzwerte),
- Modernisierung der Kraftfahrzeugflotte,
- Änderung des motorisierten Verkehrsaufkommens durch Verkehrslenkung und -planung (in Berlin Stadtentwicklungsplan-Verkehr, StEP-Verkehr),
- Verbesserung der Kraftstoffqualität,
- Energieeinsparung im Gebäudebereich,
- europaweite Emissionsminderung bei der Industrie (Ferntransport).
Bereits bestehende gesetzliche Regelungen sowie beschlossene Planungen in Berlin werden dazu führen, dass sich die Emissionen in den nächsten Jahren reduzieren. Damit lässt sich ein Trendszenario berechnen, dass zeigt, wie sich die Luftqualität in Berlin ohne zusätzliche Maßnahmen entwickeln wird. Berücksichtigt wird dabei sowohl die Emissionsentwicklung innerhalb Berlins als auch großräumig in Europa. Im Ergebnis wird die städtische Feinstaubbelastung in Berlin bis zum Jahre 2010 voraussichtlich um 7-10 % zurückgehen. Damit kann auch in Jahren mit ungünstiger Wetterlage der Jahresmittelgrenzwert PM
10 in Berlin eingehalten werden.
Anzahl der Anwohner pro 100 m Straßenlänge mit Überschreitungen des 24-h-Grenzwertes für Feinstaub PM10 im Trendszenario 2005
Kritisch bleibt die Einhaltung des Tagesmittelgrenzwertes PM
10 (24h-Wert) und der Jahresmittelwert NO
2 an Hauptverkehrsstraßen.
Die obere Grafik zeigt das Ergebnis des Trend-Szenarios für das Jahr 2010. Die Mehrzahl der Anwohner von Straßenabschnitte mit Überschreitung des Tagesmittelwertes PM
10 (24h-Wert) würde innerhalb des S-Bahn-Ringes (großer Hundekopf) wohnen. Zukünftige Maßnahmen zur Minderung der Verkehrsemissionen hätten in diesem Gebiet die größte entlastende Wirkung. Unter der Rubrik
Umweltatlas können nähere Auskünfte über Immissionsbelastungen an Hauptverkehrsstraßen erfragt werden.
Änderung der Länge der Straßenabschnitte mit Überschreitungen des 24h-Grenzwertes für PM10 (obere Abbildung) und NO2-Grenzwertes (untere Abbildung) und der jeweils davon betroffenen Anwohner im Basisjahr 2002 und im Trendfall für das gesamte Stadtgebiet
Die Anzahl der auch im Jahr 2010 von Grenzwert-Überschreitungen betroffenen Anwohner an Hauptverkehrsstraßen kann aus den nebenstehenden Abbildungen entnommen werden. Gegenüber dem Basisjahr 2002 wird sich die Länge der Straßenabschnitte mit Überschreitungen und die Zahl der davon betroffenen Anwohner bis zum Jahr 2010 in etwa halbieren. Somit bleiben jedoch weiterhin ca. 80.000 Anwohner auf 200 km Straßenlänge von Grenzwertüberschreitungen des Tagesmittelwertes für Feinstaub PM10 betroffen. Bei Stickstoffdioxid werden es 18.000 Anwohner auf 40 km Straßenlänge sein.
Um die Grenzwerte für Feinstaub überall einhalten zu können, ist ein Rückgang der Konzentrationen um etwa 25 % erforderlich, der nur durch zusätzlich Maßnahmen in Berlin und auf nationaler und europäischer Ebene erreicht werden kann.