Umwelt  

 

Emissionen

Emissionskataster Industrie


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Kraftwerk Mitte im Jahr 2002
Der Bericht "Emissionskataster Industrie für 2000 " steht zum Download zur Verfügung.

Ein Print-Exemplar kann bestellt werden bei
E-Mail: Wolfgang.Reichenbaecher@senstadtum.berlin.de


Das Emissionskataster Industrie basiert auf den vom Betreiber genehmigungsbedürftiger Anlagen abzugebenden Emissionserklärungen für das Jahr 2000 (§ 27 des BImSchG und der 11. BImSchV). Diese zur Zeit alle 4 Jahre abzugebenden Erklärungen enthalten Angaben über Art, Menge, räumliche und zeitliche Verteilung sowie über die Austrittsbedingungen aller relevanten Luftverunreinigungen der jeweiligen Industrieanlage.

Die Zahl der Industrieanlagen, die in Berlin eine Emissionserklärung abzugeben haben, hat auch in den letzten 4 Jahren leicht abgenommen.
Bei den Feuerungsanlagen ist der Rückgang sehr deutlich. Hier handelt es sich aber oft nicht um Stillegung von Anlagen, sondern um Brennstoffumstellungen, beispielsweise von Kohle oder Erdöl auf Erdgas. Durch diese Umrüstung fallen die Anlagen wegen der geringeren Schadstoffemissionen oft aus der Genehmigungspflicht und werden nicht mehr der Verursachergruppe Industrie, sondern dem Hausbrand zugeordnet.

Entwicklung der Emissionen aus genehmigungsbedürftigen Anlagen von 1989-2000
Emissionen aus genehmigungsbedürftigen Anlagen von 1989-2000
Bei anderen Anlagen-Gruppen sind seit 1996 deutliche Zunahmen zu erkennen, zum Beispiel bei der Verwertung und Beseitigung von Reststoffen. Dies ist Folge der seit einigen Jahren gesetzlich vorgeschriebenen Ausweitung der Abfallverwertung. Die Zahl der genehmigungsbedürftigen Anlagen ist seit dem Fall der Berliner Mauer im Jahre 1989 deutlich zurückgegangen. Dies wirkte sich direkt auf die Emissionen der Industrieanlagen aus, wie in nebenstehender Abbildung zu sehen ist.

Industrie-Kataster 2000, Emissionen-Raster 1*1 km, NOx-Jahreswert (Stickoxide)
NOx-Emissionen
im 1*1 km Raster,
Industrie-Kataster 2000

Industrie-Kataster 2000, Emissionen-Raster 1*1 km, Feinstaub-Jahreswert (PM10)
Feinstaub-Emissionen
im 1*1 km Raster,
Industrie-Kataster 2000

Kraftwerksschlot
Alle Haupt-Schadstoffe nehmen nach 1989 deutlich ab. Seit 1996 die Abnahme nur noch gering, am deutlichsten beim Schwefeldioxid, was insbesondere durch die Verwendung schwefelärmerer Brennstoffe bedingt ist. Auch bei den beiden in Berlin kritischen Schadstoffen, Stickoxide und Feinstaub ist die Abnahme noch deutlich und wird hauptsächlich durch die verbesserten Rauchgasreinigungsanlagen der Kraftwerke erreicht. Bei den organischen Gasen ist sogar eine leichte Zunahme seit 1996 zu erkennen, die aber dadurch bedingt ist, dass das Klimagas Methan erst seit dem Jahr 2000 bei den Emissionen ermittelt wird.

Trotz des langsamen Rückgangs der kritischen Schadstoffemissionen der Industrieanlagen ist insbesondere bei niedrigen Feinstaubquellen nicht auszuschließen, dass sie in benachbarten Straßenschluchten von Hauptverkehrsstraßen oder Wohngebieten zu einer räumlich begrenzten Überschreitung der ab 2005 einzuhaltenden PM10-Grenzwerte beitragen. Dies will die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zusammen mit der BEWAG an einem Kohlelager messtechnisch untersuchen. Bei der geplanten Überprüfung bestehender Anlagen auf Einhaltung der Emissionsbedingungen der neuen TA-Luft sollte besonders darauf geachtet werden, dass alle vertretbaren Maßnahmen zur Verringerung der Feinstaubemission realisiert werden.