Der Bericht "Emissionskataster Hausbrand für 1999/2000 steht zum Download zur Verfügung.
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Wolfgang.Reichenbaecher@senstadtum.berlin.de
Es ist Aufgabe des Landes Berlin, in Gebieten mit relevanten Luftverunreinigungen, Art und Umfang der Luftverunreinigungen zu erfassen und die für die Entstehung und Ausbreitung bedeutsamen Umstände zu untersuchen (§§ 44 und 46 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG)).
Nachdem die Emissionsdaten des Kfz-Verkehrs für das Jahr 1999 ermittelt wurden, werden hier die Emissionen aus der Beheizung von Gebäuden zusammengestellt.
Als Datenbasis für die Aktualisierung der Informationen über die beheizten Gebäude werden verwendet:
- die Gebäudedatei der letzten Datenerhebung,
- die Stromkundendatei des Berliner Stromversorgers BEWAG,
- die Gaskundendatei des Berliner Gasversorgers GASAG,
- die Fernwärmekundendatei der wichtigsten Fernwärmelieferanten und
- eine Befragung der Schornsteinfeger über die Beheizung der ehemals kohlebeheizten Gebäude.
Mit diesen Informationen wurden die in der Gebäudedatei gespeicherten Daten über die Beheizungsart der vorhandenen Wohnungen und Arbeitsstätten für die Heizperiode 1999/2000 aktualisiert. Die gesamte
Fläche der in den Gebäuden beheizten Wohnungen und Arbeitsstätten hat um 15% gegenüber der letzten Datenerhebung 1994 zugenommen, die Beheizung mit Erdgas hat in diesem Zeitraum am stärksten - um fast 70% - zugenommen und die Ölheizungen und Fernheizungen sind um etwa 30% angestiegen, während die Kohleheizungen um über 70% abgenommen haben.
Änderung der Beheizungsart zwischen 1994 und 1999
(Angabe der beheizten m²) |
| |
1994 |
1999 |
Veränderung von
1994 bis 1999 |
| Fernheizung |
44.035.747 |
55.208.028,0 |
25% |
| Gasheizung |
23.839.973 |
40.265.392,9 |
69% |
| Ölheizung |
38.193.379 |
51.418.489,0 |
35% |
| Kohleheizung |
28.048.151 |
7.419.319,4 |
-74% |
| |
134.117.250 |
154.311.229,3 |
15% |
Die zur Beheizung dieser Gebäude verwendete Brennstoffmenge wird aus den Absatzzahlen von Kohle, Heizöl und Erdgas ermittelt. Bei den Brennstoffen Erdgas und Heizöl ist jeweils eine deutlich geringere Zunahme ermittelt worden als nach der Zunahme der beheizten Flächen zu erwarten wäre und beim Kohleverbrauch ist die Abnahme noch stärker als der Rückgang bei den kohlebeheizten Flächen. Daraus kann man schließen, dass die eingesetzten Brennstoffe sparsamer verwendet wurden als 1994, da der klimatisch bedingte Heizbedarf in den beiden Jahren sich nur geringfügig unterschied. Dies ist eine Folge der enormen Investitionen in die Wärmeisolierung von Gebäuden.
Emissionen 1994 und 1999; Hausbrand-Kataster
Nach Aufteilung der in Berlin insgesamt verwendeten Brennstoffe auf jedes einzelne Gebäude ist es möglich, die räumliche Verteilung der Luftschadstoffemissionen unter Verwendung der aktuellen, bundesweit abgestimmten Emissionsfaktoren zu berechnen. Es ergeben sich im Vergleich zu 1994 deutliche Abnahmen beim Staub (-88%), beim Kohlenmonoxid (-80%), bei den organischen Gasen (- 76%) und bei Schwefeldioxid (-48%). Bei den Stickoxiden und dem Kohlendioxid liegt die Abnahme nur bei 8%, was daran liegt, dass die "sauberen" Brennstoffe (Erdgas und Heizöl) diese Abgase in ähnlichem Ausmaß emittieren, wie der "schmutzige" Brennstoff (Kohle), der im zurückliegenden Zeitraum in hohen Maße verdrängt wurde.
SO2-Emissionen
im 1*1 km Raster,
Hausbrand-Kataster 1999/2000
Staub-Emissionen
im 1*1 km Raster,
Hausbrand-Kataster 1999/2000
Dieser Rückgang der in geringer Höhe freigesetzten Hausbrand-Emissionen wird durch die
Luftschadstoffmessungen des Schwefeldioxids in Berlin während der letzten Jahre bestätigt. Aus den Emissionserhebungen der anderen Berliner Quellgruppen wissen wir, dass der Hausbrand seit vielen Jahren beim
Schwefeldioxid die dominierende Schadstoffquelle in den unteren Luftschichten ist, während bei den anderen Luftschadstoffen (Staub, Stickoxide, Kohlenmonoxid und organische Gase) der Verkehr die Hauptquelle ist. Aus den jährlich veröffentlichten
Messberichten für Berlin geht hervor, dass insbesondere beim Schwefeldioxid die Belastung im Berliner Stadtgebiet in den letzten Jahren kontinuierlich und sehr deutlich zurückgegangen ist (von 70 µg/m³ im Jahre 1989 auf 7 µg/m³ im Jahre 2000). Diese Beobachtung bestätigt die in der Erhebung festgestellte Umstellung der Kohleofenheizungen auf Erdgas, Fernwärme oder Erdöl, die besonders im Osten der Stadt stattgefunden hat.
In Zukunft sollten die in Berlin erfolgreich begonnenen Maßnahmen (Fernwärmeausbau, verbrauchsorientierte Heizkostenabrechnung, Verdrängung der Kohleofenheizungen und Verbesserung der Wärmeisolation von Gebäuden) fortgesetzt werden und durch verstärkte Nutzung der Sonnenenergie und Erneuerung veralteter Heizungsanlagen ergänzt werden.