Natur + Grün  

 

Landschaftsprogramm einschließlich Artenschutzprogramm

Gesamtstädtische Ausgleichskonzeption


Übersichtskarte der Gesamtstädtischen Ausgleichskonzeption - Klick für Vergrößerung (46 KB)
Ausgleichskonzeption
 

Auch wenn im Vergleich zum Bauboom in den 90er Jahren heute die Entwicklung in Berlin sehr viel moderater verläuft, werden unversiegelte, unbelastete, bisweilen auch ökologisch wertvolle Flächen für die weitere bauliche Entwicklung der Stadt in Anspruch genommen. Daraus resultierende Beeinträchtigungen für Natur und Landschaft sind gemäß Naturschutzgesetz auszugleichen bzw. zu kompensieren. Das heißt, wenn beispielsweise Flächen neu bebaut werden sollen, dann sind in der Regel Maßnahmen zugunsten von Natur und Landschaft vorzusehen, die den Verlust von Funktionen des Naturhaushaltes bzw. des Landschaftsbildes kompensieren. Dies gebietet die naturschutzrechtliche Eingriffs-/Ausgleichsregelung. Somit kann gemeindeweit nach geeigneten Kompensationsflächen gesucht werden.
Aus diesen Gründen wurde in Ergänzung der Programmpläne des Berliner Landschaftsprogramms einschließlich Artenschutzprogramms eine Gesamtstädtische Ausgleichskonzeption entwickelt und vom Berliner Abgeordnetenhaus am 19. Februar 2004 beschlossen.
 
Mit der Gesamtstädtischen Ausgleichskonzeption werden Suchräume und Flächen bestimmt, für die aus Gesamtstädtischer Sicht ein besonderes Handlungserfordernis besteht. Prioritäten für die Entwicklung der Räume und Flächen der gesamtstädtischen Ausgleichskonzeption resultieren aus ihrer Lage innerhalb des als Leitbild gesetzten Freiraumsystems. Damit ist die Voraussetzung für die Konzentration und Lenkung von Kompensationsmaßnahmen für Eingriffe in Natur und Landschaft im Sinne einer nachhaltigen, gesamtstädtischen Planung gegeben.
 
Die in den vier Programmplänen des Berliner Landschaftsprogramms einschließlich Artenschutzprogramms enthaltenen Entwicklungsziele und Maßnahmen wurden für die geeigneten Ausgleichsflächen und -maßnahmen gebündelt, inhaltlich in Teilen konkretisiert und räumlich hervorgehoben. Aus gesamtstädtischer Perspektive sind Flächen und Maßnahmen dann vorrangig, wenn sie die Elemente des Berliner Freiflächensystems qualifizieren und ergänzen. Eine herausgehobene Dringlichkeit kommt den qualitätsverbessernden Maßnahmen in der Berliner Innenstadt zu. Wichtig ist es, dem Bedeutungsverlust von innerstädtischen Wohnquartieren vor allem in den Gebieten mit besonderem Entwicklungsbedarf mittels effektiver Aufwertungsmaßnahmen gegenzusteuern.
 
Wie eine erfolgreiche Bündelung von Kompensation aussehen kann, zeigt ein Beispiel in der Berliner Innenstadt, dem Park am Nordbahnhof. Durch den Krieg zerstört und an der ehemaligen Sektorengrenze zwischen Ost und West gelegen, war die Fläche des ehemaligen Stettiner Bahnhofs jahrzehntelang unzugänglich. Für den Nordbahnhof, wie er heute genannt wird, wurde ein neues städtebaulich-landschaftsplanerisches Entwicklungsziel definiert. Es beinhaltet als Hauptteil eine innerstädtische Parkanlage, die als naturschutzrechtlicher Ausgleich aus insgesamt sechs unterschiedlichsten Eingriffsvorhaben finanziert wurde. Neben Gehölz-, Rasen- und Sukzessionsflächen ist die Erschließung für die Erholungsnutzung Bestandteil der Kompensation.
 
Damit diese erfolgreiche Bündelung von verschiedenen Planverfahren mit den entsprechenden Kompensationserfordernissen kein Einzelfall bleibt, wird erwogen, ein Ökokonto aufzubauen. Damit können kompakte Grünvorhaben an wichtigen Stellen zügig mit einer positiven Gesamtbilanz für Natur und Umwelt entwickelt werden.

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Gesamtstädtische Ausgleichskonzeption, grüne Kompensations­flächen für die Stadt

LaPro Ergänzung 2004, Gesamtstädtische Ausgleichskonzeption und Natura 2000

Gesamtstädtische Ausgleichskonzeption

Charlottenburger Spreebogen
Charlottenburger Spreebogen

Areal des Nordbahnhofs
Areal des Nordbahnhofs

Park am ehemaligen Nordbahnhof
Park am ehemaligen Nordbahnhof,
Entwurf April 2004