Umwelt  

 

Klimawandel

Ursachen des Klimawandels



Vereinfachte Darstellung des Treibhauseffekts


Ursache für den Klimawandel, genauer gesagt, für die permanent steigende Konzentration von Treibhausgasen in der Erdatmosphäre, sind überwiegend anthropogene, d.h. durch den Menschen verursachte Effekte. Ausgelöst werden sie vor allem durch die Verbrennung fossiler Energieträger und weltweite massive Eingriffe in die natürlichen Kohlenstoffsenken. Hierzu gehört z. B. die intensive Rodung natürlicher Tropen- und Urwälder, aber auch zunehmend die Rohstoffförderung in den Permafrostzonen der Erde. Dieser Zusammenhang ist durch vielfältige Forschungsergebnisse der internationalen Forschergemeinschaft belegt, die seit 1988 durch den Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) zusammengetragen und bewertet werden. Mit der Annahme des 4. Sachstandsberichts des IPCC von 2007 ist der Klimawandel und seine mit hoher Wahrscheinlichkeit anthropogenen Ursachen durch alle 113 vertretenen Länder international anerkannt.


Der natürliche Treibhauseffekt


Dem "natürlichen" Treibhauseffekt ist es zu verdanken, dass sich das Leben auf der Erde, so wie wir es heute kennen, überhaupt entwickeln konnte. Die in der Erdatmosphäre angesammelten Gase bilden eine dünne schützende Hülle um den Planeten. Ein Teil der Gase, die als Spurengase nur in geringer Konzentration auftreten, wirken als natürliche Treibhausgase, z. B. Wasserdampf, Kohlendioxid und Ozon. Sie fangen die wärmenden Strahlen der Sonne ein und halten die Wärmestrahlung der Erde zurück. Ohne sie würde die mittlere globale Temperatur statt +15°C nur -18°C betragen!

Steigt die Konzentration der Treibhausgase, so verstärkt sich der Treibhauseffekt und die durchschnittliche Lufttemperatur der Erde steigt. Umgekehrt sinken die Temperaturen bei sich abschwächendem Treibhauseffekt.

Insgesamt reagiert das Klimasystem der Erde sehr sensibel auf Temperaturschwankungen, so dass schon ein Absinken um 5°C eine Eiszeit auslösen kann. Wie die Klimageschichte auch zeigt, kann ein Temperaturanstieg um circa 5°C eine Meeresspiegelanstieg um 4-6 Meter auslösen.


Die wichtigsten Treibhausgase

Treibhausgase sind strahlungsaktive gasförmige Stoffe in der Luft, die sowohl natürlichen Ursprungs sind als auch anthropogene Ursachen haben. Weltweit trägt Kohlendioxid mit etwa 60 % (Wert aus 2004, IPCC, 4. Sachstandbericht, 2007) zu den anthropogenen Treibhausgasemissionen bei. Die Zunahme des Anteils der Treibhausgase in der Erdatmosphäre führen zu einer Verstärkung des Treibhauseffektes und tragen damit zur globalen Erwärmung bei. Die damit verbundenen Folgen sind weltweit zu beobachten.
 
Neben dem Kohlendioxid tragen noch weitere Gase zum Treibhauseffekt bei. Das Kyoto-Protokoll sieht dabei sechs verschiedene Treibhausgase beziehungsweise Treibhausgasgruppen vor.

Dazu gehören:
  • Kohlendioxid (CO2) zum Bespiel aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe
  • Methan (CH4) zum Beispiel aus Viehzucht, Reisanbau
  • Lachgas oder Distickstoffoxid (N2O) zum Bespiel aus Stickstoffdüngungen, Deponien
  • Perfluorierte Kohlenwasserstoffe (FKW, engl. PFC) zum Bespiel aus der Aluminium-Produktion
  • Halogenierte Fluorkohlenwasserstoffe (H-FKW, engl. HFC) zum Bespiel aus der chemische Industrie
  • Schwefelhexafluorid (SF6) zum Bespiel aus Hochspannungsleitungen


Der vom Menschen verursachte Treibhauseffekt


Mit der Industrialisierung begann sich die Konzentration der Treibhausgase, insbesondere von CO2, kontinuierlich zu erhöhen und stieg von 280 ppm (parts per million - relative Maßangabe für die Konzentration ) im Jahr 1750 (festgelegenes Datum für den Anfang der Industrialisierung - IPCC, 4. Sachstandbericht, 2007) auf 394 ppm in 2012 (Mauna Loa Observatory). Eiskernbohrungen belegen, dass der Kohlendioxid-Gehalt der Atmosphäre vor diesem Betrachtungszeitraum seit wenigstens 800.000 Jahren unterhalb von 300 ppm lag (CSC). Infolge dieser Entwicklung verstärkte sich der Treibhauseffekt. Nach Angaben des 4. IPCC-Sachstandsberichtes hatte sich die globale Durchschnittstemperatur im Jahr 2005 im Verlauf der zurückliegenden 100 Jahre um 0,76 °C erhöht.

Einer der bedeutendsten anthropogenen Einflüsse ist die Verbrennung der fossilen Energieträger Kohle, Öl und Erdgas. Der damit einhergehende Kohlendioxidausstoß ist zwischen 1970 und 2004 um 80 % (IPCC, 4. Sachstandsbericht, 2007) gestiegen. Unterstützt wird diese Entwicklung durch die massive Beschädigung natürlicher Kohlenstoffspeicher, z. B. durch großflächige Abholzung von Urwäldern, Trockenlegen von Mooren und Oberflächenzerstörung von Permafrostböden.

Durch Isotopenanalysen konnte nachgewiesen werden, dass etwa drei Viertel des zusätzlichen Kohlendioxids in der Atmosphäre aus fossilen Quellen stammt. Das übrige Viertel stammt aus dem Abbrennen von Ur- und Tropenwäldern. Damit beraubt der Mensch die Erde zunehmend des natürlichen Potenzials der Urwälder als so genannte Senken zur Absorption eines Teils der CO2-Emissionen. In der Folge beschleunigt sich die Zunahme der Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre.