|
|
Klimaschutz
Die Berliner CO2-Bilanz
Die Berechnung und Bilanzierung der energiebedingten CO2-Emission Berlins erfolgt auf der Grundlage des ermittelten Energieverbrauchs bzw. des Brennstoffeinsatzes der verwendeten Energieträger und deren spezifischen Emissionsfaktoren. Die Darstellung erfolgt dabei konventionsgemäß sowohl auf der Grundlage einer Quellenbilanz als auch auf Grundlage einer sogenannten Verursacherbilanz.
Quellenbilanz
Bei der Quellenbilanz handelt es sich um eine auf den Primärenergieverbrauch eines Landes bezogene Darstellung der CO2-Emission, basierend auf den Emissionen des Umwandlungsbereiches und des Endenergieverbrauchs. Unberücksicht bleiben dabei die mit dem Importstrom zusammenhängenden Emissionen. Die Quellenbilanz ermöglicht somit Aussagen über die Gesamtmenge des im Land emittierten Kohlendioxids. Sie erlaubt jedoch keine Rückschlüsse darüber, welche Emissionen, z.B. bei landesübergreifenden Energieströmen, durch das Land verursacht werden.
Verursacherbilanzen
Vor diesem Hintergrund wurden auf Beschluss des Länderarbeitskreises Energiebilanzen sogenannte Verursacherbilanzen eingeführt. Hierbei handelt es sich um eine Darstellung der CO2-Emission, die auf den Daten der Endverbrauchssektoren beruht und damit Stromimporte berücksichtigt und die im Umwandlungsbereich bei der Erzeugung von Strom und Fernwärme verursachte Emission dem Endverbrauch zurechnet. Verursacherbilanzen sind damit ein Indikator in Hinblick auf die von den Endverbrauchern in einer Region bewirkten Emissionen.
Bild 12: Zeitlicher Verlauf der jährlichen CO 2-Gesamtemission in Berlin von 1990 bis 2006.
Vergleich: Quellenbilanz / Verursacherbilanz (1)
Die Entwicklung der CO2-Emissionen in Berlin ist seit 1990 rückläufig (Bild 12). Im Jahr 2006 ist eine Reduzierung von 26,1 Prozent (Quellenbilanz) gegenüber 1990 erreicht worden. Die CO2-Emissionen reduzierten sich damit seit 1990 von 26,94 Mio. Tonnen auf 19.91 Mio. Tonnen im Jahr 2006. Obwohl der Primärenergieverbrauch im Jahr 2006 einen leichten Anstieg verzeichnete (s. Bild 1), wirkte sich der Wechsel zu CO2-emissionsärmeren Energieträgern und Umwandlungsprozessen positiv aus.
Die Verursacherbilanz war bis zum Jahr 2005 rückläufig und erreichte eine Reduzierung von 25,27 Prozent gegenüber 1990, stieg aber im Jahr 2006 leicht an. Die auf Basis der Verursacherbilanz ermittelte CO2-Einsparung betrug 23,8 Prozent. Der im Vergleich zu 2005 gestiegene und für den Endenergieverbrauch relevante Stromverbrauch hat sich hierbei ungünstig ausgewirkt. Auch der in Berlin im Jahr 2006 verursachte höhere Heizölverbrauch und der Rückgang beim Erdgasabsatz sind als zusätzliche Ursachen anzusehen. Allerdings liegt die Änderung des Endenergieverbrauchs vom Jahr 2005 auf das Jahr 2006 in der Größenordnung der jährlichen Schwankungen. Für eine Trendaussage müssen daher zunächst die Ergebnisse der Energiebilanzen der kommenden Jahre abgewartet werden.
Bild 13: CO 2-Emission aus dem Endenergieverbrauch (Verursacherbilanz) in Berlin, 1990 bis 2006 nach Emittentensektoren (1)
Die CO2-Emissionen der Sektoren, ermittelt aus dem Endenergieverbrauch, veranschaulichen die Größenordnung der Emissionsanteile, deren zeitlichen Verlauf und ermöglichen eine Abschätzung der CO2-Einsparpotenziale der einzelnen Bereiche (Bild 13).
Der Sektor "Haushalte, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen und übrige Verbraucher" erzeugt im Vergleich zu den anderen Sektoren den größten Anteil der CO2-Emissionen, leistet aber, wie der Sektor "Gewerbe von Steinen und Erden, sonstiger Bergbau und Verarbeitendes Gewerbe" den wesentlichen Anteil an der Einsparung der CO2-Emission. Auch kann hier noch von einem wesentlichen Einsparpotential für zukünftige Emissionsreduzierungen ausgegangen werden.
Bild 14: CO 2-Emission aus dem Primärenergieverbrauch (Quellenbilanz) in Berlin, 1990 bis 2006 nach Emittentensektoren (1)
Die durch Steigerung der Energieeffizienz beim Einsatz von primären Energieträgern zur Erzeugung von Strom und Wärme im Umwandlungsbereich erzielten Resultate verdeutlicht insbesondere die zeitliche Entwicklung der CO2-Emission des "Umwandlungssektors" (Bild 14). Die CO2-Einsparung im Vergleich 1990 / 2006 liegt in der Größenordnung von 50 Prozent. Im "Umwandlungssektor" im Sektor "Haushalte, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen und übrige Verbraucher" und im "Verkehrsektor" liegen im Wesentlichen zukünftige CO2-Einsparpotentiale.
Bild 15: CO 2-Emission (Quellenbilanz) in Mio. Tonnen. Vergleich: Deutschland / Berlin (1),(6)
Der Anteil der jährlichen CO2-Emission Berlins an der CO2-Emission Deutschlands vom Jahr 1990 bis 2006 ist ein Gradmesser für eine Standortbestimmung (Bild 15). Im Jahr 1990 hatte Berlin bereits einen Anteil von nur 2,8 Prozent an der Gesamtdeutschen CO2-Emission. Dieser Wert konnte weiter verringert werden. Im Jahr 2006 betrug der Berliner Anteil an der CO2-Emission Deutschlands 2,5 Prozent. (1)
Bild 16: CO 2-Emission (Quellenbilanz) in Tonnen je Einwohner im Jahr 2006. Vergleich: Deutschland / Berlin (1)
Im Jahr 2006 haben die Einwohner Deutschlands 9,7 Tonnen CO2 pro Kopf erzeugt, die Berliner jedoch nur eine Menge von 5,9 Tonnen (Bild 16). Der Anteil der Berliner an der CO2-Emission liegt damit um 39,2 Prozent (2005: 38,5 Prozent) niedriger, als die Pro-Kopf-Emission aller Deutschen.
Bild 17: CO 2-Emission in Tonnen (Quellenbilanz) je Einwohner.
Vergleich der Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg (2)
Im Vergleich der CO2-Emission je Einwohner der Stadtstaaten Berlin, Bremen, Hamburg liefert Berlin das beste Ergebnis (Bild 17). Das Land Bremen liegt mit 19,1 Tonnen CO2 je Einwohner (2005: 18,4 t) bei nahezu dem Doppelten des deutschlandweiten Wertes.
- (1) "Energie- und CO2-Bilanz in Berlin 2006",
Statistischer Bericht E IV 4 - j/06, Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Mai 2009
- (2) Länderarbeitskreis Energiebilanzen, Internetveröffentlichung, 2009
- (3) Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, Internetveröffentlichung, 2009
- (4) "Energie- und CO2-Bilanzen für Berlin 2003",
Statistischer Bericht E IV - j 03, Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, November 2006
- (5) "Energie- und CO2-Bilanzen im Land Berlin 2004",
Statistischer Bericht E IV - j 04, Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Dezember 2007
- (6) Umweltbundesamt, Internetveröffentlichung, 2009
|
|