Alternative Kultur in energetischer High-Tech-Umgebung
Seit rund dreißig Jahren steht der Name Ufa-Fabrik für ein weit über die Grenzen Berlins und Deutschlands hinausgehendes Projekt der alternativen Kultur und alternativer Lebensformen.
Bereits frühzeitig erkannten die Bewohner und Betreiber der Ufa-Fabrik, dass alternative Lebensformen in einer veränderten technischen, umweltverträglichen Umgebung stattfinden sollten. Der eigene Anspruch, in naturverbundener Umwelt zu leben und zu arbeiten, führte bereits Mitte der 80er Jahre zum Bau mehrerer Gründächer und Fassadenbepflanzungen. Bereits auf dem sechswöchigen Umweltfestival "Umdenken, Umschwenken" 1978 vor der Deutschlandhalle wurde unter anderem ein Beispiel der Nutzung der Solarenergie, eine Solardusche, vorgestellt. Eines der ersten Blockheizkraftwerke (BHKW) in Berlin wurde in der Ufa-Fabrik betrieben.
Die nächste, entscheidende Etappe in der ökologischen Umstellung der Ufa-Fabrik bestand in der Inanspruchnahme von Mitteln aus dem Umweltförderprogramm Berlin. In der ersten Phase wurde neben Regenwassernutzung, Mülltrennung und -recycling ein erdgasbetriebenes BHKW errichtet und im März 1994 in Betrieb genommen.
Der zweite Schritt auf dem Weg zu einer ökologische Umgestaltung der Ufa-Fabrik wurde 1995 gestartet. Das Restaurant und die Bäckerei erhielten ein FCKW-freies zentrales Kühlsystem. Für Schall- und Wärmedämmung wurde Schafwolle benutzt. Auch in dem seit 1980 bestehenden Bäckereibetrieb werden Maßnahmen zur Energieeinsparung und Umweltentlastung, wie Siloanlage und Biofilter für Abluft, vorgenommen. 1997 erfolgte die Inbetriebnahme einer Photovoltaik- Anlage. Mit 53 kWpeak war diese Anlage zu diesem Zeitpunkt die größte Anlage dieser Art in Berlin. Sie arbeitet im Verbund mit dem bestehenden BHKW und liefert überschüssigen Strom ins öffentliche Netz. Der Anstellwinkel der Solarmodule wurde so gewählt, dass die Anlage im Sommer einen optimalen Ertrag erbringt, da im Winter das BHKW ausreichend Strom für den Gewerbehof liefert. Die Anlage ist für eine Erweiterung ausgelegt.
Die Projekte kommen nicht allein den Nutzern der Ufa-Fabrik zugute. In einer permanenten ÖKO-Ausstellung können sich die Besucher detailliert auf Schautafeln über die durchgeführten Projekte informieren. Auch werden Führungen zu den einzelnen "Öko-Maßnahmen" angeboten.
Im Rahmen des Umweltförderprogramms UFP V hat die ufa-fabrik gemeinsam mit der Firma Solon SE im Frühjahr 2000 die größte nachgeführte Solaranlage Berlins installiert, die aus 12 verschiedenen Anlagenteilen besteht. Die Anlage dient neben der Erzeugung elektrischer Energie dem praxisnahen Vergleich verschiedener Anlagenkonzepte mit am Markt erhältlichen Anlagenkomponenten.
Die Anlagen werden hinsichtlich der Verschaltungstechniken, der Modultypen, sowie der unterschiedlichen Nachführsysteme untersucht und mit einem über ein Bussystem vernetzten Computer ausgewertet. Die Leistung der Solaranlage beträgt 20 kWpeak und liefert einen Ertrag von mehr als 16.000 kWh.