Das Warmwasser wird von der Sonne vorgewärmt
Die GESOBAU AG hat Mitte der 90er Jahre ihren Plattenbau in der Pankower Straße saniert. Dabei wurden die üblichen, sehr effektiven Maßnahmen durchgeführt:
- Dämmung der Außenwände (8 cm Vollwärmeschutz),
- Einbau neuer Fenster,
- Installation einer neuen Heizungsanlage,
- Strangerneuerung,
- Umstellung von dezentraler auf zentrale Warmwasserbereitung,
- Einbau einer mechanischen Lüftung.
Das Besondere an dem Projekt ist eine solarthermische Anlage, mit der das Warmwasser vorgewärmt wird. In der Pankower Straße schienen der Wohnungsgesellschaft die Möglichkeiten zur anteiligen Deckung der Warmwasserbereitung durch eine thermische Solaranlage günstig zu sein: Das Flachdach war verschattungsfrei, störende Aufbauten waren nicht vorhanden.
Die Anlage sollte von vornherein lediglich dazu dienen, das Warmwasser für die Bewohner vorzuwärmen. Sie liefert daher weniger als 50 % des benötigten warmen Wassers. Durch diese Beschränkung blieben die Investitionen niedrig, und die Vorwärmanlage erzielt so einen hohen spezifischen Ertrag.
Die Anlage besteht aus vertikal installierten Vakuumröhrenkollektoren, die direkt durchströmt werden. Die Kollektoren besitzen zylindrische Absorber, so dass die von den Kollektoren bedeckte Dachfläche mit einem hellen, reflektierenden Anstrich versehen werden kann, um den Nutzertrag der Anlage zu erhöhen. Die Neigung der Kollektoren beträgt 0°, der Azimut minus 23°. Die Absorberfläche ist 80 m² groß.
Die Anlage wird nach dem low-flow-Prinzip betrieben: der Volumenstrom durch die Kollektoren beträgt nur ca. 15 Liter pro m² Kollektorfläche anstatt der üblichen ca. 40 Liter. Hierdurch können geringere Rohrdurchmesser im Solarkreis und Pumpen mit geringerer Leistung verwendet werden, was zu Kostenreduktionen bei den Investitionen führte.
Die Anlagenauslegung nach dem low-flow-Prinzip und die relativ unkomplizierte Installation der Kollektoren auf dem Flachdach führten zu günstigen Systemkosten von weniger als 1.000 Euro/m² Kollektorfläche.
Die Anlage liefert jährlich ca. 45.000 kWh Nutzenergie liefern. Damit würde sie die Kosten für die Fernwärme um etwa 1.800 Euro/a vermindern. Im Jahr werden ca. 6 Tonnen CO
2 eingespart.