Natur + Grün  

 

Fischerei

Angelfischen in Berlin


Die ersten Berliner waren Fischer. Damals war das Fischen lebensnotwendig, doch inzwischen ist es ein Teil der Freizeitgestaltung zur Beschaffung des "Sonntagsbratens". Wir wollen dafür sorgen, dass die Gewässer auf Dauer als Lebensraum der regionaltypischen Fische erhalten werden. Die Gewässer sollen sauber und artenreich und die Fische gesund und essbar sein.

Möglichst viele Berlinerinnen und Berliner sollen ihren Fischereiwünschen in der Stadt und ihrer Umgebung nachgehen können. Dafür muss das Land Berlin im Rahmen seiner Fischereipolitik die Voraussetzungen schaffen. Die fischereilichen Gesetze des Landes sind 1995 grundlegend geändert worden, um die nötigen Regelungen zu treffen, beispielsweise für die Anerkennung des Berliner Fischereischeins in den anderen Bundesländern. Das ist mit dem Nachweis der Sachkunde für die Vergabe des Fischereischeins geschehen. Die Vorbereitungslehrgänge und die Anglerprüfungen werden von den anerkannten Landesverbänden der Angler durchgeführt. Durch sie erhalten die Angler eine qualifizierte Ausbildung im Umgang, mit der Natur wird ihr ökologisches Bewusstsein gestärkt und die nötige Sachkunde für die Behandlung ihres Fanges vermittelt.

Wer in Berlin fischen möchte, muss außer Angelgerät zweierlei bei sich haben: eine Angelkarte und einen Fischereischein. Die Angelkarte sagt aus, in welchen Gewässer Sie fischen dürfen. Sie ist ein Vertrag mit dem Inhaber des Fischereirechts oder dem Pächter dieses Gewässers, der Ihnen damit dort das Fischen erlaubt.
Der Mitgliedsausweis eines Anglerverbandes oder -vereines allein genügt nicht; auch beim Fischen in Gewässern, die der Verband oder der Verein gepachtet hat, brauchen Sie eine Angelkarte.

Sie können aber nur dann eine Angelkarte erwerben, wenn Sie einen gültigen Fischereischein, der den Nachweis über die kalenderjährlich zu leistende Fischereiabgabe enthalten muss, haben und vorlegen.

Wer aber keine Zeit zum Angeln hat oder wem an frischem Fisch für die häusliche Tafel gelegen ist, der kann fangfrische Fische direkt vom Fischer in deren zahlreichen Betrieben in Berlin oder dessen Umland kaufen. Der Umfang, Zustand und die Entwicklung der Fischbestände, die Ausübung der Angel- und der Berufsfischerei in Berlin werden vom Fischereiamt Berlin laufend überwacht. - Schauen Sie sich dessen Informations- und Datenangebote einmal an.

Aktuell

Schwarzmundgrundel
Schwarzmundgrundel Neogobius melanostomus (PALLAS, 1814)

Neue gebietsfremde Fischart in Berliner Gewässern
Die als gebietsfremd und invasiv geltende Schwarzmundgrundel Neogobius melanostomus (PALLAS, 1814) wurde im Oktober 2015 in der Unterspree nachgewiesen.

Ein weiterer Nachweis erfolgte in einem geschlossenen Gewässer im Bezirk Pankow. Damit ist eine gebietsfremde Grundelart jetzt auch in den Berliner Gewässern anzutreffen.

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Schwarzmundgrundel ist das Schwarze-, Kaspische-, Asowsche- und das Marmarameer und in den Unterläufen der einmündenden Flüsse. Von dort aus verbreitete sich die Grundel seit Ende der 1980er Jahre vermutlich durch den Schiffsverkehr, indem die Art im Ballastwasser von Frachtschiffen oder durch angeheftete Eier am Rumpf mitgeführt wird. Seit 2006 ist die Grundel auch im Rhein anzutreffen und verbreitet sich seitdem in den deutschen Flusssystemen.

Schwarzmundgrundel
Erkennungsmerkmal der Grundeln - die zu einer Saugscheibe zusammengewachsene Brustflosse

Unter Anglern gilt die Schwarzmund­grundel als lästig, da sie sich auf jeden in Grundnähe angebotenen Köder stürzt, so dass keine andere Fischart mehr Gelegenheit zum Anbeißen hat. Wenn ein Angler in den Berliner Gewässern eine Schwarzmundgrundel fängt, so hat er diese zu entnehmen, tierschutzgerecht zu töten und entsprechend zu verwerten.
Ein Umsetzen der Fischart in andere Gewässer ist strengstens verboten.

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Angler; Foto: Olaf Küster
Richtiges Fischen -
Wo gibt es Fischereischeine und Angelkarten?




Gewässeratlas von Berlin


Publikation

Fische in Berlin - Bilanz der Artenvielfalt
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