Umwelt  

 

Bodenschutz / Altlasten

Deponie Wannsee


Nutzungsgeschichte

Die Deponie Wannsee befindet sich im südlichen Bereich der Wannseehalbinsel im Südwesten von Berlin. Sie wurde im Bereich weichseleiszeitlicher Decksande in einer ehemaligen Kiesgrube angelegt. Die Basis bildet ein eiszeitlicher Geschiebemergel, der für einen Deponiestandort nach heutigen Erkenntnissen entweder von vornherein zu geringmächtig war oder möglicherweise im Zuge des Kiesabbaus unbeabsichtigt teilweise mit ausgeräumt wurde.
 
Von der Gesamtfläche von ca. 52 ha entfallen ca. 13 ha auf den alten "Hirschberg" sowie ca. 39 ha auf den neuen Deponieteil. In der gesamten Betriebszeit von 1956 bis 1980 wurde ein Müllvolumen von insgesamt fast 12 Mio. m³ dorthin verbracht. Hiervon entfallen rd. 3,05 Mio. m³ auf den alten (Betriebszeit 1956-1967) sowie rd. 8,7 Mio. m³ auf den neuen Deponieteil (Betriebszeit 1967-1980). Zur groben Orientierung ist von einer offenen Deponierung von ca. 44 % Haus- und Gewerbeabfällen, ca. 52 % Bodenaushub und Bauschutt sowie ca. 4 % Sonderabfällen, letztere seit 1971 in ca. 40 mit Lehm und Flugasche abgedichteten Becken, auszugehen.
 
Die oberflächliche Abdeckung der Deponie Wannsee wurde Ende der achtziger Jahre im wesentlichen abgeschlossen. Das Deponiegas wird seitdem gefasst und energetisch verwertet.
 

Schadenssituation

Bereits Ende der achtziger Jahre belegten im Umfeld der Deponie durchgeführte Untersuchungen einen beginnenden Deponieeinfluss im oberen Grundwasserleiter. In den folgenden Jahren wurde eine Vielzahl von Messstellen im Umfeld der Deponie errichtet, die sowohl das auf dem Geschiebemergel abfließende Sickerwasser der Deponie erfassen als auch die verschiedenen Grundwasserhorizonte erschließen.
 
Während einige der Sickerwassermessstellen sehr wohl ein für Müll typisches Emissionsspektrum bei deutlicher Überschreitung der Prüfwerte der BBodSchV aufwiesen, zeigte sich der obere Grundwasserleiter bisher erst relativ gering mit dem zu erwartenden Emissionsspektrum belastet. Lediglich zwei der halbjährlich beprobten Grundwassermessstellen waren bislang geringfügig mit Arsen (max. 1,6fach) über dem Schadenswert der Berliner Liste 1996 belastet.
 
Bei weiteren Untersuchungen stellte sich jedoch heraus, dass die Mächtigkeit und Beschaffenheit der in den achtziger Jahren aufgebrachten Deponieabdeckung teilweise nicht ausreichend war.
 

Sanierungsmaßnahmen

Auf der Grundlage eines öffentlich-rechtlichen Vertrages mit den Berliner Stadtreinigungsbetrieben (BSR) zur nachträglichen Sicherung der Altablagerung wurde die ursprüngliche Deponieabdeckung auf den unzureichend abgedeckten Teilflächen (insgesamt ca. 22 ha) durch eine so genannte Wasserhaushaltschicht ersetzt. Diese besteht aus einer 1,4 m mächtigen Wasserspeicherschicht mit einer nutzbaren Feldkapazität nFK >17 % unter einer 0,3 m mächtigen Versickerungsschicht mit 5 bis 8 % organischen Anteilen. Im Zusammenwirken mit dem darauf angepflanzten Mischwald ist sie dazu angetan, einsickerndes Niederschlagswasser vorübergehend zu speichern und mit Hilfe des Bewuchses wieder zu verdunsten. Dadurch soll der Eintrag von Niederschlagswasser in die Deponie zur Aufrechterhaltung mikrobieller Umsetzungsprozesse auf im Mittel 50 mm/Jahr begrenzt werden.
 

Kosten

Die für die Sanierungsmaßnahmen einschließlich eines begleitenden Monitorings veranschlagte Summe von 13,8 Mio. € wird im Ergebnis der Endabrechnung voraussichtlich unterschritten werden.
 

Zukünftige Nutzung

Die Fläche der Deponie ist als Wald ausgewiesen und befindet sich im Landschaftsschutzgebiet. Sie soll nach Abschluss der Sanierungsarbeiten der Öffentlichkeit wieder als Naherholungsgebiet zur Verfügung stehen.