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Daten, Fakten, Hintergründe zur Abfallwirtschaft
Klärschlammentsorgung des Landes Berlin
Mit ca. 3.4 Mio. Einwohnern auf 899 km² ist Berlin nicht nur die größte Stadt in der Bundesrepublik Deutschland, sondern hat mit 3.800 Einwohnern pro Quadratkilometer auch die höchste Bevölkerungsdichte. Mit 98,8 % ist im Land Berlin ein fast flächendeckender Anschluss an die Kanalisation und die Kläranlagen erreicht.
Im Gegensatz zu vielen anderen Abfällen (z.B. den Bauabfällen) kann der Anfall von Klärschlamm nicht durch vorgeschaltete Maßnahmen reduziert werden. Der Klärschlammanfall ist primär abhängig von der Anzahl der angeschlossenen Einwohnerwerte. Insofern ist in Zukunft nicht mit einem wesentlichen Anstieg des Klärschlammanfalls zu rechnen.
Rechtliche Grundlagen zur Klärschlammentsorgung bilden:
- das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG),
- das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz Berlin (KrW-/AbfG Bln),
- die Klärschlammverordnung (AbfKlärV),
- die Abfallablagerungsverordnung (AbfAblV),
- die Technische Anleitung Siedlungsabfall (TASi),
- das Berliner Betriebegesetz (BerlBG).
Die Berliner Wasserbetriebe (BWB), eine Anstalt des öffentlichen Rechts, sind verantwortlich für die Abwasserentsorgung. Mit der am 25.2.2003 planmäßig durchgeführten Schließung des Klärwerkes Falkenberg werden nunmehr die im Land Berlin anfallenden Abwässer in sechs Klärwerken behandelt. Von den vier Klärwerken der BWB befindet sich somit nur noch das Klärwerk Ruhleben im Land Berlin, die übrigen drei befinden sich im Land Brandenburg (Schönerlinde, Münchehofe und Stahnsdorf).
Die Kläranlage der Klärwerk Wansdorf GmbH, in welcher seit Juni 1999 Teilmengen des Berliner Abwassers mitbehandelt werden, ist ein eigenständiges Klärwerk und damit kein Klärwerk der BWB. Dies trifft auch auf das Klärwerk Waßmannsdorf zu. Mit beiden Klärwerken ist die Betriebsführung bzw. -steuerung durch die BWB vereinbart worden.
Das Abwasser Berlins wird in einem 9.220 km langen Kanalisationssystem mit 226.000 Anschlussleitungen gesammelt, zu 146 Pumpwerken geleitet und durch ein über 1.000 km langes Abwasserdruckrohrnetz zu den sechs Klärwerken gepumpt. Alle sechs Klärwerke sind mit neuester Verfahrenstechnik zur Phosphor- und Stickstoffentfernung ausgestattet. Das Abwasser durchläuft die mechanische Reinigung mit Sandfängen und Absetzbecken, danach die biologische Reinigung, deren Belebungsbecken mit anaeroben, anoxischen und aeroben Zonen zur biologischen Phosphor- und Stickstoffentfernung ausgestattet sind.
Aus Berlin und dem Umland wurden im vergangenem Jahr 236,5 Mio. m³ Abwasser behandelt.
Klärschlämme sind die bei der Abwasserbehandlung anfallenden Rückstände, die bei der mechanischen, biologischen oder chemischen Reinigungsstufe von Abwasser getrennt werden. Sie sind die dem Abwasser abtrennbaren, wasserhaltigen Stoffe. Neben Klärschlamm fallen bei der Abwasserreinigung auch Rechen- und Sandfanggut an. Im Jahr 2003 fielen insgesamt 7.268 Mg Rechengut an, welches unter die Gruppe der Siedlungsabfälle fällt und als solcher entsorgt wird. Das Sandfanggut wird zunehmend der Verwertung zugeführt (Kompostierung oder Behandlung in einer Bodenwaschanlage mit anschließender Verwertung). Im Jahr 2003 waren es insgesamt 3.272 Mg.
Die Überwachung der Reinigungsleistung der Klärwerke erfolgt durch die betriebseigenen Labore der BWB. Die Überwachungswerte nach der kommunalen Abwasserverordnung werden eingehalten.
Die Berliner Wasserbetriebe haben mit Gemeinden im Umland Berlins Abwassereinleitungsverträge zur Reiningung des Abwassers in Berliner Klärwerken und mit umliegenden Zweckverbänden Betriebführungs- und Betreiberverträge abgeschlossen.
Mengenbilanz zum Klärschlammaufkommen der Jahre 2002 und 2003
Aus organisatorischen sowie technischen Gründen haben sich die Länder Berlin und Brandenburg darauf verständigt, dass alle anfallenden Klärschlämme in den mit * gekennzeichneten Klärwerken (Klärwerk befindet sich in Brandenburg) nur in Berichten/Veröffentlichungen des Landes Berlin erscheinen.
Alle nachfolgenden Mengenangaben wurden auf 100 % Trockensubstanz (TS) umgerechnet und beziehen sich ausschließlich auf die Klärschlämme der von den BWB betriebenen Klärwerke.
Klärschlammanfall 2002
| Klärwerk |
Abwassermenge
m³/a |
Klärschlamm
Mg/d |
Klärschlamm
Mg/a |
% |
| Ruhleben |
76.791.172 |
91,581 |
33.427 |
35,74 |
| Falkenberg |
37.694.946 |
31,649 |
11.552 |
12,35 |
| Schönerlinde * |
16.452.195 |
14,455 |
5.276 |
5,64 |
| Münchehofe * |
16.630.214 |
16,205 |
5.915 |
6,32 |
| Waßmannsdorf * |
63.102.100 |
66,299 |
24.199 |
25,87 |
| Stahnsdorf * |
23.879.518 |
19,285 |
7.039 |
7,53 |
| Wansdorf * |
13.554.079 |
16,795 |
6.130 |
6,55 |
| Gesamt |
248.104.224 |
256,268 |
93.538 |
100,00 |
* Klärwerk befindet sich im Land Brandenburg.
Klärschlammanfall 2003
| Klärwerk |
Abwassermenge
m³/a |
Klärschlamm
Mg/d |
Klärschlamm
Mg/a |
% |
| Ruhleben |
77.588.967 |
87,02 |
31.764 |
35,48 |
| Falkenberg ** |
2.656.450 |
28,34 |
1.587 |
1,77 |
| Schönerlinde * |
32.209.632 |
29,65 |
10.821 |
12,09 |
| Münchehofe * |
14.787.359 |
14,15 |
5.163 |
5,77 |
| Waßmannsdorf * |
73.144.405 |
74,15 |
27.065 |
30,23 |
| Stahnsdorf * |
22.425.867 |
19,41 |
7.086 |
7,92 |
| Wansdorf * |
13.681.209 |
16,54 |
6.036 |
6,74 |
| Gesamt |
236.493.889 |
269,26 |
89.522 |
100,00 |
* Klärwerk befindet sich im Land Brandenburg.
** Klärwerk am 25.2.2003 außer Betrieb
Im Klärwerk Ruhleben anfallende Schlämme werden in sechs Zentrifugen entwässert und in drei Wirbelschichtöfen verbrannt. Die bei der Verbrennung anfallende Asche wird seit 1994 als Bergversetzmaterial eingesetzt.
Die Aschemenge betrug im Jahr 2003 8.555 Mg. Anfallende Klärschlämme der Klärwerke Waßmannsdorf und Schönerlinde wurden im Kalenderjahr 2003 weitgehend in einer stationären Schlammentwässerungs- und Trocknungsanlage (SET) behandelt und stofflich verwertet. Der ausgefaulte und entwässerte Klärschlamm der Klärwerke Falkenberg, Münchehofe, Wansdorf und Stahnsdorf musste, wie im Vorjahr, aufgrund geringfügiger Überschreitungen des PAK - und Kupfergehaltes einer Mitverbrennung bzw. einer stofflichen Verwertung im Deponieaufbau zugeführt werden.
Der Klärschlammanfall der Jahre 2002 und 2003 (Ist-Daten) wurde prozentual dem jeweiligen Entsorgungsweg zugeordnet und mit den Plandaten des Abfallwirtschaftskonzeptes des Landes Berlin in der nachfolgenden Abbildung dargestellt.

Verteilung der Entsorgungswege nach Verwertung und Beseitigung
im Land Berlin im Jahr 2003

Weitere Ausführungen siehe unter Konzeption zur Klärschlammentsorgung.
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