Städtebau  

 

Archiv: Umfeld St. Marienkirche

Planung


Planungsgrenzen

Da die künftige Entwicklung der alten Mitte Berlins sowohl zeitlich als auch inhaltlich noch ungewiss ist, wurde für die notwendige Verbesserung des Umfeldes der Marienkirche ein enger Bearbeitungsrahmen festgelegt, welcher die vorhandenen Umgebungsstrukturen berücksichtigt:
im Norden der Gehweg der Karl-Liebknecht-Straße, im Süden die vorhandene Ahornallee und im Osten die neuangelegten Flächen am Fernsehturm. Westlich wird das Baumtrapez in die planerische Betrachtung einbezogen.

Planungsziel

Ziel der Neuplanung ist, dem Kirchenbauwerk im Hinblick auf seine historisch-städtebauliche Einordnung und Bedeutung, mehr Raum zu geben. Aus diesem Grund wird das mittelalterliche Platzniveau im Bereich der Kirche erweitert: in Ost-West-Richtung bis auf die historischen Ausmaße, in Nord-Südrichtung bis auf die bestehenden Grenzen entlang der Karl-Liebknecht-Straße und entlang der vorhandenen Ahornallee am Rosengarten.
Die Platzfläche wird von einem steinernen Rahmen eingefasst. Aus dem Rahmen entwickeln sich Treppen, Einfassungssockel und Sitzmauern und nivellieren den Höhenversprung zur Umgebung.

Rahmen

Der steinerne Platzrahmen vermittelt das bewusste Eintreten in eine andere Atmosphäre, bietet zugleich als Sitzmöglichkeit einen Aufenthaltsort und ein Innehalten in der turbulenten Umgebung. Der geplante Platzrahmen um die Marienkirche wird an den wichtigen Gebäudeeingängen und Bewegungsrichtungen für Passanten geöffnet. Mittels Stufen und einer geneigten Fläche im Süd-Westen werden die Höhenniveaus vermittelt und ein großzügiges Eintreten in die Kirchplatzfläche unterstützt.

Kirchplatz und Kirchgarten

Durch die heterogene Umgebung entwickelten sich im Bereich der Kirche zwei atmosphärisch unterschiedliche Orte. Der Haupteingang der Kirche liegt im Westen und soll künftig um einen südwestlichen Eingang ergänzt werden. In diesem Bereich wird eine baumbestandene gepflasterte Fläche als Kirchplatz angelegt. Der nördliche Bereich orientiert sich zur Karl-Liebknecht-Straße. Auf dieser Seite der Kirche befindet sich nur ein Nebeneingang. Dort wird in Referenz an einen Kirchgarten die Grünstruktur überwiegen.

Historische Spuren, Archäologie, Luther-Denkmal

Die Baumaßnahme wird in zeitlich versetzten Bauabschnitten ausgeführt. Dadurch werden baubegleitende Archäologische Untersuchungen ermöglicht. Die historischen Spuren der ehemaligen Bebauung werden durch Linien innerhalb der neu angelegten Freiflächen markiert. Die tatsächlichen archäologischen Stätten bleiben so weit wie möglich unberührt. Lediglich im westlichen Bereich der Kirche wird das überschüttete Gelände wiederaufgegraben, dort werden archäologische Rettungsgrabungen notwendig. Informationstafeln und ein historisches Stadtmodell erläutern die Geschichte des Ortes.
Das Luther-Denkmal, welches sich auf der Nordseite der Kirche befindet, soll 2017 zum Themenjahr 500 Jahre Reformation, an seinem historischen Standort (am ehemaligen "Neuen Markt")wiederaufgebaut werden. Der historische Sockel des Denkmals existiert nicht mehr. Die Auslobung eines künstlerischen Wettbewerbs ist geplant, im Ergebnis soll eine Neuinterpretation des Sockelthemas gefunden werden.