Städtebau  

 

Umfeld Fernsehturm

Geschichte



Bebauungsplan, März 1961

Die heutige Freifläche am Fernsehturm nimmt den größeren Teil der Neustadt ein, die in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts dem ältesten Siedlungsgebiet Berlins um die Nikolaikirche und den Molkenmarkt angefügt wurde und die Stadtfläche fast verdoppelte. Die Struktur des Marienviertels bleibt Jahrhunderte fast unverändert. Erst Ende des 19. Jahrhunderts werden die alten Wallanlagen abgerissen und die Stadtbahn mit dem Bahnhof Alexanderplatz gebaut. Die Kaiser-Wilhelm-Straße (heute Karl-Liebknecht-Straße) wird zwischen 1876 und 1887 als neue Stadtachse durch den Lustgarten, entlang der St. Marienkirche und der neuen Zentralen Markthalle und weiter stadtauswärts angelegt.

Nach der Kriegszerstörung werden die verbleibenden Häuser des Marienviertels nach und nach abgerissen, um Platz zu schaffen für das Zentrumsband der Hauptstadt der DDR. Im heutigen Umfeld des Fernsehturms bleiben lediglich die St. Marienkirche und das Panoramahaus erhalten.

Neben der technischen Notwendigkeit, für die DDR eine leistungsstarke Sendeanlage zu schaffen, entstand mit dem Berliner Fernsehturm inmitten Ost-Berlins ein städtebauliches und politisches Symbol. Nach langen Diskussionen entschied der Partei- und Staatsschef Walter Ulbricht 1964, den Turm am Alexanderplatz bauen zu lassen. Nach nur 53 Monaten Bauzeit war die "sozialistische Höhendominante" fertig gestellt. Der Berliner Fernsehturm wurde am 3. Oktober 1969 in Betrieb genommen.

Die ursprüngliche Planung des Kollektivs H. Matthes, E. Horn und R. Rühle sah eine Reihe von Atmosphären und Freiraumtypologien vor und spannte sich entlang einer breiten Symmetrieachse zwischen Bahnhof Alexanderplatz und der Spree auf: beginnend mit der Platzfläche um den Fernsehturm, gefolgt vom Stadtgarten mit Wasserkaskaden und Rosenbeeten, hin zur parkartigen Fläche am Marx-Engels-Forum. Diese gärtnerische Achse ist noch gut erkennbar und weitgehend erhalten. Die Verwendung dreieckiger und sechseckiger Elemente entsprach dem damaligen Zeitgeist und stellte eine gestalterische Reaktion auf die dynamische Formsprache des Sockelgebäudes mit seinen markanten, damals innovativen Faltdächern dar.
Situation 1973; Quelle: Bundesarchiv Bild_183-M0729-0758
Situation 1973;
Quelle: Bundesarchiv Bild_183-M0729-0758

Postkarte 1970-er Jahre
Postkarte 1970-er Jahre