Städtebau  

 

Tag der Städtebauförderung am 21. Mai 2016

Andreas Geisel, Senator für Stadtentwicklung und Umwelt:
"Das ist meine Stadt, hier lebe ich gern."


Immer wieder wird von notwendigem Wohnungsneubau gesprochen. Was passiert aber in Zukunft mit den schon vorhandenen Quartieren?

Wir müssen beides im Blick haben: neue Wohnungen für die Menschen bauen und uns um bestehende Stadtquartiere kümmern. Ich möchte, dass sich die Menschen mit ihrer Stadt identifizieren und sich für ihre direkte Nachbarschaft einsetzen. Die Städtebauförderung ist dafür ein gutes Programm, weil sie viel Geld zur Verfügung stellt: 2016 sind das rund 107 Millionen Euro. Damit unterstützen wir mehr als eine Million Berlinerinnen und Berliner in 68 Fördergebieten. »Das ist meine Stadt, hier lebe ich gerne«, das sollen die Menschen sagen können.

Wachsende Stadt ist ein gutes Stichwort: Bringen mehr Menschen in unserer Stadt nicht auch mehr soziale Konflikte?

Ich glaube, dass man sozialen Frieden und Zusammenhalt organisieren kann. Oft reichen schon vermeintlich kleine Dinge. So bauen wir zum Beispiel Nachbarschaftszentren in den unterschiedlichen Vierteln. Das sind wichtige Orte, an denen die Menschen sich treffen, reden und miteinander feiern können. Wichtig ist auch der öffentliche Raum, also Parks und Freiflächen. In Moabit haben wir für acht Millionen Euro den ›Kleinen Tiergarten/Ottopark‹ zu einem ›Park für alle‹ umgestaltet, gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern. Ich hoffe, dass sie das jetzt als ihren Ort betrachten und Verantwortung dafür übernehmen.

In vier Gebieten wurde die Förderung beendet. Ist das Quartiersmanagement ein Auslaufmodell?

Kran
Ganz im Gegenteil. Ich würde eher sagen: Ziel erreicht, denn mit den Projekten aus dem Programm ›Soziale Stadt‹ konnten die Quartiere stabilisiert werden. Wir werden in diesem Jahr sieben neue Fördergebiete im Rahmen des Programms ›Stadtumbau‹ haben und wollen damit auch Schulen, Kitas, Sportanlagen, Familienzentren und Naherholungsflächen finanzieren. Das brauchen wir, wenn neue Wohnungen gebaut werden, weil alle etwas davon haben. Das Angebot ist ja nicht nur für Neu-Berliner, sondern auch für die, die schon da sind.

Sie haben oft gesagt, dass Ihnen ein familienfreundliches Berlin am Herzen liegt. Was tun Sie konkret dafür?

Viel Geld ausgeben. Wir haben in den letzten fünf Jahren die Sanierung und Erweiterung von Schulen, Kitas, Jugendfreizeiteinrichtungen und Familienzentren mit 250 Millionen Euro aus der Städtebauförderung unterstützt. Das ist sehr gut investiertes Geld und dringend notwendig, denn wir haben erfreulicherweise einen unerwartet hohen Zuwachs von Kindern und Jugendlichen in den Quartieren. Deshalb setze ich mich dafür ein, dass auch zukünftig der überwiegende Teil der Gelder aus den unterschiedlichen Förderprogrammen in die Verbesserung der Bildungseinrichtungen fließt.

Am 21. Mai 2016 findet bundesweit der zweite Tag der Städtebauförderung statt. Was erwartet die Berlinerinnen und Berliner an diesem Tag?

In der ganzen Stadt wird gefeiert. Zehn Bezirke bieten an diesem Tag mehr als 40 Veranstaltungen an. Uns erwartet ein buntes Programm mit Familien- und Sportfesten, Musik, Führungen, Radtouren, Eröffnungen und Richtfesten. Ich lade alle ein, mitzumachen, mitzufeiern und sich über die zahlreichen Möglichkeiten zu informieren, die die Lebensverhältnisse in den Kiezen verbessern. Am wichtigsten ist es, ins Gespräch zu kommen. Nur so kann man Verständnis füreinander entwickeln. Daraus entsteht eine positive Kraft, die uns allen hilft. Natürlich wollen wir an diesem Tag auch Danke sagen. Denn unser Dank gehört allen, die sich an den unterschiedlichen Stellen dafür engagieren, dass unsere Stadt noch lebenswerter wird.