Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

Stadtumbau Ost

Umsetzung in Berlin


Bauzaun mit Stadtumbauschild und Arbeitsjacke
Der Stadtumbau in Berlin geht weiter

Am Bundeswettbewerb Stadtumbau Ost 2002 nahmen zehn Berliner Gebiete teil: Buch (Pankow), Neumannstrasse (Pankow), Prenzlauer Berg (Pankow), Neu-Hohenschönhausen (Lichtenberg), Alt-Hohenschönhausen (Lichtenberg), Fennpfuhl (Lichtenberg), Friedrichsfelde (Lichtenberg), Ostbahnhof Nord (Friedrichshain-Kreuzberg), Ostkreuz (Lichtenberg/ Friedrichshain-Kreuzberg) und das Gebiet Marzahn-Hellersdorf, dessen Konzept mit einem der ersten Preise ausgezeichnet wurde.

2002 beschloss der Berliner Senat, städtebauliche Maßnahmen besonders in den Großsiedlungen, Sanierungs- und Quartiersmanagement-Gebieten zu fördern. Seitdem wird in Berlin mit dem Stadtumbau Ost eine integrierte Aufwertungsstrategie verwirklicht. Die notwendige Reduzierung von Leerständen war dabei von Anfang an mit der Qualifizierung der öffentlichen Infrastruktur sowie der Aufwertung des öffentlichen Raums verbunden. Damit reagiert das Land auf Veränderungen durch den demografischen, wirtschaftlichen und sozialstrukturellen Wandel. Die Programmgebiete – Großsiedlungen wie innerstädtische Stadtteile – sollen mit diesem Wandel Schritt halten und attraktive Orten des Lebens und Arbeitens für die Bewohner bleiben.

Im Stadtumbau Ost wurden in der ersten Förderperiode von 2002 – 2009 circa 95 Millionen Euro für Aufwertungsmaßnahmen eingesetzt. Für Rückbau- und Umnutzungsprojekte waren es circa 69 Millionen Euro.

Rückbau

Kran hebt Fassadenplatte an
Rückbau des Wohnhochhauses an der Frankfurter Allee

In Berlin traten und treten Wohnungsleerstände im Vergleich zu vielen anderen ostdeutschen Städten weniger gravierend auf. Sie konzentrieren sich kleinräumig in den Großsiedlungen am Stadtrand und in einzelnen Gebieten der innerstädtischen Altbaukulisse.

Bislang wurden 4.400 Wohnungen abgerissen – dabei handelte es sich um unsanierte Gebäude in Plattenbauweise, überwiegend in den Großsiedlungen Marzahn und Hellersdorf. Für den Rückbau wurden rund 19 Millionen EURO ausgegeben. Dies hatte deutliche positive Auswirkungen auf den lokalen, teilräumlichen Wohnungsmarkt.

Mit dem Rückbau der sozialen Infrastruktur wurde und wird auf die demografisch bedingte, veränderte Nachfrage reagiert. In den Großsiedlungen Lichtenbergs und Marzahn-Hellersdorfs sowie in ausgewählten Altbauquartieren wurden bis 2009 circa 200 dauerhaft leer stehende Kitas und Schulen mit mehr als 160 Hektar Fläche abgerissen. Für den Abriss stellte Berlin rund 34 Millionen EURO zur Verfügung. Die Anpassungsprozesse in den Großsiedlungen sind noch nicht gänzlich abgeschlossen. Der Senat reagiert flexible auf demographische und sozialstrukturelle Veränderungen, die sich in einzelnen Förderkulissen ergeben.

Umnutzung

Die Anpassung von Angebot und Nachfrage wird in Berlin nicht nur über den Rückbau nicht mehr benötigter Infrastruktureinrichtungen geregelt. Mit Stadtumbau-Maßnahmen werden auch zweckmäßige Gebäudenach- und Umnutzungen realisiert (Beispiel: Bezirkszentralbibliothek Friedrichshain-Kreuzberg).

Aufwertung

Kinder auf Spielplatz im Park
Im Regine-Hildebrandt-Park

Die Einheit von Rückbau und Aufwertung ist für Berlin programmbestimmend und wurde von Beginn an erfolgreich praktiziert. Rückbaumaßnahmen im Wohnungsbestand und in der sozialen Infrastruktur werden eng mit der Aufwertung und Neugestaltung der zu erhaltenden Wohnungen und öffentlichen Einrichtungen verknüpft. Quartiere lassen sich dadurch nachhaltig stabilisieren. Neuem Leerstand und weiteren Bevölkerungsverlusten wird somit vorgebeugt.

Ein Beispiel für die Strategie "Rückbau und Aufwertung" sind die "Ahrensfelder Terrassen" im Norden Marzahns, wo elfgeschossige Gebäude auf drei bis sechs Geschosse reduziert, umfassend saniert und mit Dachterrassen ausgestattet wurden. Die so entstandene Vielfalt von Wohnungsgrundrissen für unterschiedliche Haushaltstypen und neue Eigentumsformen stößt auch überregional auf starkes Interesse.

Auch in anderen Gebieten des Stadtumbaus Ost werden Wohnungen senioren- und behindertengerecht ausgebaut, Balkone und Fahrstühle angebaut und der Ausstattungsstandard der Wohnungen erhöht, um auch einkommensstärkere Bewohnergruppen anzusprechen. Die Themen Mehrgenerationen-Wohnen und gemeinschaftliches Wohnen gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung (Beispiel Ringkolonnaden Nordflügel).

Der Rückbau von Gebäuden wird im Rahmen des Stadtumbaus auch mit der Neugestaltung des öffentlichen Raums sowie des unmittelbaren Wohnumfelds verbunden. Gegenstand gestalterischer und/oder funktionaler Aufwertung sind Parks, Grün- und Freiflächen, aber auch öffentliche Plätze, Straßen und Wegeverbindungen. Beispiele dafür sind der Alice-Salomon-Platz und der angrenzende Regine-Hildebrandt-Park.

Das denkmalerecht sanierte Kantgymnasium in der Lückstraße

Im Zuge der demografischen Veränderungen in den einzelnen Stadtteilen wird es immer wichtiger, die soziale Infrastruktur der veränderten Bevölkerungssituation anzupassen. Dies bedeutet nicht immer Abriss, da die Bevölkerungsentwicklung in den Berliner Quartieren unterschiedlich verläuft. 

In den Gebieten Prenzlauer Berg und Ostkreuz stehen nach dem Bevölkerungswachstum und der enormen Zunahme von Kleinkindern die energetische Sanierung, die Qualifizierung und der Ausbau von Kitas und Schulen im Vordergrund, um die Betreuungssituation der Kinder zu verbessern, und die Gebiete für Familien attraktiv zu halten. Zwei von zahlreichen Beispiel dafür sind der Umbau der Grundschule Danziger Straße in Prenzlauer Berg und die Sanierung des Kant-Gymnasiums am Ostkreuz.

Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, bearb. A. Stahl, Fotos: A. Stahl, HOWOGE, R. Friedrich, Wohnstatt GmbH
Stand: April 2010

Fördergebiete & Projekte

News Stadtumbau Ost

Juli 2014

Von der Wendeschleife zum urbanen Helsingforser Platz

Juli 2014

29.7. Richtfest für die neue Kinderfreizeiteinrichtung im Bötzowviertel

Juni 2014

Bürgerforum zum Stadtumbau in Buch mit vielen Maßnahme-Vorschlägen

Logo Europäische UnionLogo EFREBundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und ReaktorsicherheitLogo StädtebauförderungLogo Senatsverwaltung für Stadtentwicklung