Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

Stadtumbau West

Das Fördergebiet Tiergarten-Nordring/Heidestraße

Projekte des Fördergebiets

Das Stadtumbaugebiet Tiergarten im Bezirk Mitte liegt zwischen dem Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal und dem Charlottenburger Verbindungskanal und umfasst östliche, nördliche und westliche Stadtbereiche der Moabiter Insel. Nördlich des neuen Hauptbahnhofs, um die Heidestraße und östlich der Lehrter Straße, befinden sich weiträumige Areale, die als Lager- oder Logistikflächen genutzt wurden und nun teilweise im Umbruch begriffen sind. Bislang gibt es in diesem Bereich nur unmittelbar an der Lehrter Straße Wohngebäude. Am südöstlichen Rand des Gebiets ziehen das Museum für Zeitgenössische Kunst im Hamburger Bahnhof und die Ausstellungshallen der Flick-Collection Kulturinteressierte an.

An der Heidestraße entsteht aktuell ein ganz neuer Stadtraum, die sogenannte "Europacity". Zukünftig werden hier auch neue Querungsmöglichkeiten für Fußgänger und Radfahrer über den Schifffahrtskanal führen.

Gewerbegebiet an der Quitzowstraße
Industriegebiet

Sport- und Freizeitflächen prägen das Bild westlich der Lehrter Straße. Rund um das Poststadion gibt es Fußballfelder, Tennisplätze, Sporthallen und ein Hallenbad, die teilweise einen erheblichen Instandsetzungsbedarf haben. Auch der Fritz-Schloß-Park benötigt eine landschaftspflegerische Aufwertung. Auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Moabit zwischen Beussel-, Quitzow- und Siemensstraße und Bahngleisen lagen zu Beginn der Stadtumbau-Förderung große Bereiche brach, östlich davon haben sich Kleinbetriebe etabliert.

Der Industriestandort Moabit West ist durch gründerzeitliche, teilweise denkmalgeschützte Industriebauten gekennzeichnet. Neben der Siemens AG mit ihrer weltweit führenden Gasturbinenproduktion sind auch viele kleine bzw. mittelständische Unternehmen aus den Branchen Maschinenbau, Kraftfahrzeugindustrie sowie Informations- und Kommunikationstechnologie angesiedelt.

Der Senat hat diesen Bereich als Stadtumbaugebiet festgelegt, weil er aufgrund seiner zentralen Lage ein großes Potenzial zur Entwicklung und Qualifizierung als Arbeits- und Wohnstandort aufweist. Die vom neuen Hauptbahnhof ausgehenden Impulse sollen mit Projekten des Stadtumbaus unterstützt und ergänzt werden.

Informationen

Stadtumbau-Programm: West

Fläche: ca. 335 ha

Einwohner: 11.210 (Stand: 31.12.2013)
größere Kartenansicht
AktuellAbgeschlossen

Ziele

Mit dem Stadtumbauprogramm sollen die durch die Teilung der Stadt entstandenen Brüche im Stadtraum überwunden und darüber hinaus die nicht mehr genutzten Bahnbetriebsflächen erschlossen werden. Damit einher geht eine städtebauliche Neustrukturierung sowie eine Modernisierung und Neubestimmung der vorhandenen Freiräume. In Moabit West geht es vor allem um die nachhaltige Sicherung des Industrie- und Gewerbe-Standortes.

Um den unterschiedlichen Voraussetzungen und Anforderungen der einzelnen Flächen des Stadtumbaugebietes Rechnung zu tragen, wurde es in vier Teilräume gegliedert.

Teilraum A: Heidestraße

Der Kunstcampus mit Hamburger Bahnhof, Flick Collection und den Hallen am Wasser
Kunstcampus

Mit dem Hauptbahnhof rückt dieser Bereich aus der ehemaligen Randlage in die Innenstadt. Die Räume entlang des Bahnkorridors westlich der Heidestraße bilden für die Bahnreisenden das Entree in die Stadt. Um die einstmals enormen Brachflächen entwickeln zu können, wurde 2009 ein Masterplan beschlossen. Auf seiner Grundlage vollzieht sich die Entwicklung des künftigen Stadtquartiers Europacity an der Heidestraße. Im Rahmen des Stadtumbauprogramms wurden hier bereits Projekte im Bereich des Kunstcampus am Hamburger Bahnhof sowie neue Wegebeziehungen entlang des Kanalufers und durch das Quartier gefördert.

Teilraum B: Lehrter Straße

Die Skater-Hockey-Anlage bekam aus Stadtumbau-Mitteln eine Überdachung
Hockeyspieler in Aktion

Schwerpunkt in diesem Teilbereich ist die Modernisierung, Ergänzung und Neustrukturierung der Freiräume. Durch den Grünzug der sogenannten "Döberitzer Verbindung" soll die Turmstraße mit der Heidestraße und dem Hauptbahnhof verbunden werden.  Eine weitere Ost-West-Wegeverbindung ist von der Rathenower Straße unweit der Kurt-Tucholsky-Grundschule durch den Fritz-Schloß-Park entlang des Poststadions bis zur Lehrter Straße geplant.

Die Sportanlagen des Poststadions werden zusammen mit den Sport- und Freizeitangeboten im Fritz-Schloß-Park schrittweise zum "SportPark Poststadion" ausgebaut. Bereits fertig sind unter anderem die Laufstrecke im Park, das Tribünengebäude des Poststadions, die Überdachung der Skater-und Hockey-Anlage und ein Minigolfplatz. Ein im Aufbau befindliches Betreibernetzwerk soll helfen, den Park besser im Quartier zu integrieren und die vielen Angebote populärer zu machen.

Auch die Lehrter Straße soll für die Bewohnerinnen und Bewohner attraktiver werden. Auf dem ehemalige Schleicherareal ist der Quartiersplatz mit dem Klara-Franke-Spielplatz entstanden. Die Anbindung des geplanten Wohngebietes östlich der Lehrter Straße bis zum Bahngelände an das bestehende Quartier wird eine wichtige zukünftige Aufgabe sein.

Zu diesem Bereich fand im Frühjahr 2009 eine Zukunftswerkstatt statt, ergänzend wurde ein städtebauliches Gutachterverfahren durchgeführt. Das für Investoren attraktive Quartier direkt gegenüber der "Europacity" soll damit planmäßig entwickelt werden, ohne die bisherigen Bewohner zu verdrängen. Der Stadtumbau flankiert die Entwicklung mit der Anpassung und Aufwertung des öffentlichen Raumes in Form von Grünflächen, Spielplätzen und Wegebeziehungen.

Teilraum C: Nordring

Im Stadtgarten auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs steht das Zentrum für Kunst und Urbanistik (ZK/U)
Klinker-Bahnhofsgebäude, gepflasterter Vorplatz, Schilfinseln

Für dieses Gebiet steht die Revitalisierung des Geländes rund um den ehemaligen Güterbahnhof Moabit im Vordergrund. Hier entstand bis 2012 unter reger Beteiligung der Anwohner und gesellschaftlichen Akteure der Moabiter Stadtgarten als grüne Lunge und kulturelles Zentrum des Quartiers.

Zur besseren Erschließung neuer Gewerbeflächen und zur Entlastung der Wohngebiete südlich der an den Stadtgarten angrenzenden Siemens-  sowie der Quitzowstraße entstanden die Umgehungsstraßen Ellen-Epstein- und Erna-Samuel-Straße. Im Rahmen des Stadtumbau West werden nach deren Fertigstellung nun weitere Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung an der Siemens- und Quitzowstraße durchgeführt. Dadurch erhält der Stadtgarten eine bessere Anbindung an das Wohngebiet am Unionplatz.

Teilraum D: Moabit West

Der geplante Standort des Stegs über die Spree nach Charlottenburg
Spreebiegung mit Uferzone

In Moabit West liegt der Schwerpunkt in der stärkeren Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft. Daneben wird mit den Programmmitteln das Engagement von Unternehmen in sozialen, Bildungs- und kulturellen Fragen gefördert.

Das Standortnetzwerk Moabit West arbeitet mit seinen Mitgliedsunternehmen an der Stärkung des Industrie- und Forschungsstandortes. Die Bezirksverwaltung lässt aktuell das Stadtteilentwicklungskonzept Green Moabit erarbeiten.

Am Neuen Ufer entstand 2012 eine roll on/roll off-Anlage zur Verladung von Gasturbinen. Dazu soll es zukünftig eine Ausstellungshalle geben. Außerdem ist eine Brückenverbindung für den nicht-motorisierten Verkehr nach Charlottenburg geplant, die die Uferzonen beider Seiten verbindet und den Industriestandort Moabit näher an den Wissenschaftscampus der Technischen Universität heranführt. 

Quelle: Gruppe Planwerk, bearb.: A. Stahl, 2012, Fotos: A. Stahl, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt
Stand: Oktober 2012

Fördergebiete & Projekte

Ansprechpartner

Lange, Stephan
Bezirksamt Mitte, Abt. Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Ordnung, Stadtentwicklungsamt
Tel: (030) 9018 43632
Seels, Margaretha
Bezirksamt Mitte, Abt. Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Ordnung, Stadtentwicklungsamt
Tel: (030) 9018 45766
Schönknecht, Hartmut
Bezirksamt Mitte, Abt. Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Ordnung, Stadtentwicklungsamt
Tel: (030) 9018 45826

Download

News aus dem Fördergebiet

Februar 2016

Pilotphase des neuen Betreiberkonzepts für den SportPark Poststadion gestartet

Dezember 2014

Neuer Name für den Werferplatz gesucht

Oktober 2014

Konzept "Green Moabit" zeigt Wege zur Nachhaltigkeit

Logo Europäische UnionBundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und ReaktorsicherheitLogo StädtebauförderungLogo Senatsverwaltung für Stadtentwicklung