Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

Neue Stadtumbaugebiete

Flughafen Tegel und UmgebungUntersuchungsgebiet


Ausgangssituation

Der Kurt-Schumacher-Platz
weiter Platz mit Fahhradwegen und PKW, keine Fußgänger

Das Untersuchungsgebiet des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes umfasst die Flächen des Flughafens Tegel und die ihn umgebenden Stadtquartiere und Grünräume. Sie liegen in den Bezirken Reinickendorf und Mitte. Das Untersuchungsgebiet wird vom Spandauer Schifffahrtskanal, der Seestraße in Wedding, der Auguste-Viktoria-Allee und dem Tegeler See begrenzt. Die Bebauung ist heterogen – Quartiere der Gründerzeit an der Müller- und Scharnweberstraße bestimmen das Stadtbild ebenso wie die ehemaligen französischen Siedlungen rund um den Flughafen. Darüber hinaus sind große Grünanlagen und Waldflächen rund um den Tegeler See – wie die Parkanlage Rehberge – prägend für das Gebiet. Rund um das Flugfeld befinden sich zudem zahlreiche Kleingartenanlagen.

Spätestens ein halbes Jahr nach Eröffnung des neuen internationalen Flughafens BER wird der Flughafen Berlin-Tegel geschlossen. Das fast 500 ha große Flughafenareal wird dann zu einem innovativen Zukunftsstandort mit Forschungs- und Industriepark für urbane Technologien entwickelt und bietet außerdem Platz für den Neubau eines neuen Wohnquartiers mit ca. 5.000 Wohnungen in der Nähe des Kurt-Schuhmacher-Platzes: das Schumacher-Quartier. Darüber hinaus bleiben weiträumige Freiflächen erhalten, die den Übergang von der bebauten Stadt zu den angrenzenden wald- und wassergeprägten Naherholungsgebieten der Jungfernheide und der Tegeler Wald- und Seenlandschaft bilden werden.

Die Einstellung des Flugbetriebs wird die bisher durch diese Funktion geprägten Stadträume stark verändern. Zum einen sollen sich unter dem Titel „Berlin TXL – The Urban Tech Republic“ in und rund um das Flughafengebäude zahlreiche Unternehmen mit rund 17.500 Beschäftigten ansiedeln, die forschen, entwickeln und produzieren werden. Mit der renommierten Beuth Hochschule werden außerdem mehr als 2.500 Studierende in das ehemalige Terminalgebäude einziehen. In den angrenzenden Quartieren am Kurt-Schuhmacher-Platz werden durch den Wegfall des Fluglärms eine deutliche Verbesserung der Lebensverhältnisse und eine Attraktivitätssteigerung der Wohnlagen eintreten. Derzeit ist die Bevölkerung in den beiden Bezirksregionen am Kurt-Schumacher-Platz im Untersuchungsgebiet (West 4 in Reinickendorf und Parkviertel in Mitte) noch stark von Arbeitslosigkeit betroffen und beherbergt überdurchschnittlich viel von Armut bedrohte Kinder und Jugendliche. Mit Mitteln des Quartiersmanagements werden im Soziale-Stadt-Gebiet Auguste-Viktoria-Allee seit 2016 daher viele Maßnahmen ergriffen, die die Nachbarschaft stärken und die Lebensverhältnisse im Kiez verbessern sollen. Im neuen Kurt-Schuhmacher-Quartier werden zukünftig mehr als 10.000 neue Nachbarn leben, für die nicht nur Wohnungen, sondern auch eine entsprechende Versorgung an Kitas, Schulen und Einkaufsmöglichkeiten bereitgestellt werden muss.

Um die vielfältigen Herausforderungen, die mit den umfassenden Veränderungen dieses Stadtraums einhergehen, besser bewältigen zu können, sollen zukünftig auch Mittel des Stadtumbaus eingesetzt werden. Es gilt, die Verknüpfung des neuen Stadtquartiers mit dem Bestand zu fördern, das ehemalige Flugfeld wieder in den Stadtraum einzubinden und die soziale Infrastruktur und den öffentlichen Raum für die alten und neuen Bewohner des Kurt-Schuhmacher-Platzes attraktiv und zukunftsfest auszubauen.

Basisdaten

Karte von Tegel mit ISEK-Fläche

Einwohner: ca. 35.200 (31.12.2015)

Fläche: ca. 1.700 ha

Wohnungseigentümer: Große Bandbreite privater und landeseigener Eigentümer, z.B. Deutsche Wohnen, Gesobau, Degewo sowie Wohnungsgenossenschaften

Nächste Schritte

Die Siemenssiedlung in der Nähe des Flughafens Tegel
Kleingartenparzellen, tief fliegendes Flugzeug

Mit der Erstellung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes als Voraussetzung für die Aufnahme des Gebiets in die Förderkulisse des Stadtumbaus wurden die Büros Umbaustadt und die raumplaner mit Empirica im Frühjahr 2016 beauftragt. Zwischen Mitte Juni und Dezember 2016 wurden in Fachgesprächen mit der Verwaltung und Eigentümern und unter Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger sowie wichtiger Akteure vor Ort die wesentlichen Stärken und Schwächen des Gebietes zusammengestellt und Maßnahmen zur Verbesserung der Situation definiert. Im Sommer 2016 wurden vier dezentrale Veranstaltungen mit den Bewohnerinnen und Bewohnern vor Ort durchgeführt. Am 11. Oktober 2016 fand die erste Bürgerwerkstatt zum ISEK statt.

Das Maßnahmenkonzept wird den Bürgerinnen und Bürgern sowie der Politik voraussichtlich im März 2017 vorgestellt und bildet nach Beschluss durch die Bezirksverordnetenversammlung die Grundlage für den Einsatz der Fördermittel über die nächsten Jahre. Für die Aufnahme in die aktive Stadtumbau-Kulisse ist weiterhin ein Beschluss des Berliner Senats erforderlich.

Weitere Informationen hierzu erhalten Sie bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen unter http://www.stadtentwicklung.berlin.de/staedtebau/projekte/tegel/stadtumbau/isek.shtml

Text: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, Quelle: Umbaustadt, die raumplaner, Empirica, bearb. A. Stahl
Stand: Oktober 2017

Ansprechpartner

Lippmann, Holger
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen
Tel: (030) 90139 4820

News aus dem Fördergebiet

November 2017

25.11. Workshop zum Freiraumkonzept Thälmannpark

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