Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

Stadtumbau West

Das Fördergebiet Schöneberg-Südkreuz

Projekte des Fördergebiets
Der neu gestaltete östliche Vorplatz des Bahnhofs Südkreuz erhielt den Namen Erika Gräfin von Brockdorffs
Bahnhofs- und Straßenschild

Das Stadtumbaugebiet Schöneberg Südkreuz wird im Osten und Westen von den Bahn- und S-Bahntrassen der Linien S 1 und S2, im Süden vom Stadtautobahnabschnitt A 100 am Kreuz Schöneberg und im Norden von der Yorckstraße begrenzt. Es umfasst überwiegend Flächen für Gewerbe, Bahn und Infrastruktureinrichtungen. Die Wohngebiete auf der "Schöneberger Insel" sind nicht Bestandteil des Stadtumbaugebietes. Sie werden jedoch wegen ihrer räumlichen Nähe bei der Planung und Umsetzung der Stadtumbauprojekte berücksichtigt.

Das frühere GASAG-Gelände an der Torgauer Straße und das Kasernengelände an der General-Pape-Straße, das Gewerbegebiet Naumannstraße und vor allem die so genannte "Schöneberger Linse" zwischen S-Bahn und Stadtautobahn verfügen über ein großes Nachnutzungspotenzial für Gewerbe- und Dienstleistungsunternehmen. Neue Impulse für die Entwicklung des Gebietes werden auch durch den Fernbahnhof Südkreuz erwartet. Mit der Aufnahme des Gebietes in das Programm Stadtumbau West und durch flankierende infrastrukturelle Maßnahmen, begleitet von einem effektiven Gebiets- und Standortmanagement, sollen diese Impulse für eine dauerhaft wirkende Umstrukturierung und Entwicklung des Stadtumbaugebietes nutzbar gemacht werden.

Ausführliche Informationen zu den aktuellen Leitlinien und Handlungsschwerpunkten im Fördergebiet Südkreuz finden Sie auch in der Broschüre "Stadtumbau West - Schöneberg Südkreuz. Mittendrin im Stadtumbau 2012".

Informationen

Stadtumbau-Programm: West

Fläche: ca. 180 ha

Einwohner: 3454 (Stand: 31.12.2013)
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AktuellAbgeschlossen

Ziele

Zur Umsetzung des Stadtumbaukonzepts wurde das Gebiet in fünf Teilgebiete gegliedert:

Teilgebiet A: Flaschenhals

Die Yorckbrücken sind als Tor zur Schöneberger Schleife und als Zugang zum Gleisdreickpark vorgesehen
Straßenszene, Stahlbrücke mit Stützpfeilern, dahinter weitere rostige Brücke
Der Flaschenhalspark wurde im März 2014 eröffnet
Vogelperspektive: Gleisanlagen, Ruderalvegetation, Asphaltweg mit 2 Radfahrern

Das Teilgebiet des so genannten "Flaschenhalses" erstreckt sich von der Yorckstraße entlang des östlichen Bahngrabens bis zur Kolonnenstraße/Dudenstraße. Es handelt sich um nach dem Krieg brach gefallene Bahnflächen, auf denen sich im Laufe der Jahre eine vielfältige Vegetation angesiedelt hat. Die unmittelbar westlich und östlich angrenzenden Flächen sind nur teilweise bebaut. Östlich der Monumentenbrücke entsteht 2013 bis 2014 das neue Quartier "Am Lokdepot" mit bis zu 300 Wohnungen. An der Kolonnenstraße schließt sich gründerzeitliche Wohnbebauung an.

Auf dem Gelände von der Yorck- bis zur Monumentenstraße entstand 2013 der Flaschenhalspark als südliches Teilstück des Parks am Gleisdreieck. Damit wurde für die Anwohner ein wertvolles Erholungsangebot in einem besonderen Stück Stadtnatur geschaffen. Der Flaschenhalspark vervollständigt mit dem Monumentenplatz die barrierefreie Grünverbindung "Schöneberger Schleife". Sie bildet einen an der S-Bahnlinie S1, der Ringbahn und der S-Bahnlinie S2 entlangführenden Rundweg, der ebenfalls im Rahmen des Programms Stadtumbau West bis Ende 2015 realisiert wird. Der Flaschenhalspark ist damit auch in den Fernradweg Berlin–Leipzig einbezogen.

Die Sanierung der Yorckbrücken als barrierefreier Zugang zum Gleisdreieck-Park steht noch aus. Eine Ausnahme bildet Brücke Nr. 5, deren Stahlkonstruktion 2012 saniert wurde. Die teilweise denkmalgeschützten Brücken werden größtenteils nicht mehr für Bahnzwecke benötigt und können daher zukünftig als Fußgänger- und Radfahrerverbindung genutzt werden. Die Brücken sind auf dem Gebiet des Bezirks Tempelhof-Schöneberg zugleich Ausgangs- und Endpunkt der Schöneberger Schleife.

Teilgebiet B: Gewerbegebiet Naumannstraße

Das Gewerbegebiet Naumannstraße liegt zwischen der S-Bahn-Trasse der S2 und der gründerzeitlichen Wohnbebauung an der Naumannstraße (Schöneberger Insel). Das Gebiet soll neu strukturiert werden und entlang der Gleise mit Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben sowie Wohnen und Arbeiten an der Naumannstraße einen Übergang zu dem angrenzenden Wohngebiet schaffen.

Zur besseren Erschließung des Gebietes sowie zur Entlastung der Schöneberger Insel wurde 2010 die neue Wilhem-Kabus-Straße fertiggestellt. Sie verläuft parallel zu den Gleisen durch das Gewerbegebiet und bindet im Norden an die Kolonnenstraße an. Dies bietet aktuell die Chance, das Profil des vorwiegend kleingewerblichen Standortes durch verbesserte Parzellierung stärker auszuprägen. Dabei stehen Erhalt und Entwicklung des Gewerbestandortes sowie ergänzende Neuansiedlungen im Mittelpunkt. Hierfür hat das Bezirksamt im Jahr 2008 den Bebauungsplan 7-17 festgesetzt.

Die durch den Bau der neuen Straße ermöglichte Beruhigung der Naumannstraße und die Erweiterung des Leuthener Platzes östlich der Naumannstraße führt zu einer qualitativen Aufwertung des Wohngebietes, kommt aber auch dem Gewerbegebiet zugute. Vom Leuthener Platz aus führt eine neue Ost-West-Wegeverbindung durch das Gewerbegebiet an der Naumannstraße und über die Bahn hinweg zum Wohngebiet in Neu-Tempelhof (nördlich der ehemaligen Kasernengebäude). Der Alfred-Lion-Steg über die Bahnanlagen wurde am 8. November 2012 eingeweiht.

Teilgebiet C: Gewerbe- und Kulturkaserne General-Pape-Straße

Blick vom neuen Aussichtsturm auf den Fuß des Schwerbelastungskörpers
Vogelperspektive auf dicken Turm mit Rundweg und Leuten

Eine geordnete städtebauliche Entwicklung des denkmalgeschützten ehemaligen Kasernengeländes östlich des neuen Bahnhofs soll das künftige Profil des Gewerbe- und Dienstleistungsareals stärken.

Ein markanter Punkt am Nordrand des Teilgebietes ist der Schwerbelastungskörper, der mit seiner auffälligen zylindrischen Form und als Zeugnis der Geschichte zur Identität des Areals beiträgt. Er befindet sich an der General-Pape-Straße in der Nähe der Dudenstraße und wurde im Rahmen der Planungen zur "Welthauptstadt Germania" 1941 erbaut, um Tests zur Belastbarkeit des Bodens durchzuführen. Der Schwerbelastungskörper wurde im Rahmen des Stadtumbaus saniert und mit einem historischen Informationsort und einem Aussichtsturm ergänzt.

Teilgebiet D: Berlin-Südkreuz

Luftbild mit Markierung des Gebiets
Luftbild mit linsenförmiger Markierung am Bahnhhof Südkreuz

Mit dem Arbeitstitel "Schöneberger Linse" wurde bislang das Areal beiderseits des Tempelhofer Weges zwischen dem Fernbahnhof Südkreuz und dem S-Bahnhof Schöneberg bezeichnet. Nunmehr heißt dieses Teilgebiet „Berlin-Südkreuz“. Es ist ein Gebiet mit überwiegend gewerblicher Prägung im Umbruch, das auch Wohnnutzung und Versorgungsfunktion sowie einen Schulstandort aufweist. Umfangreiche Flächen speziell am Bahnhof Südkreuz liegen noch brach, weitere Flächen sind als untergenutzt einzustufen. Durch Maßnahmen im öffentlichen Raum und private Investitionen soll das Quartier zu einem Stadtraum eigener Prägung entwickelt werden, die seiner ganz besonderen Verkehrsgunst Rechnung trägt.

Berlin-Südkreuz soll nach Inbetriebnahme des Flughafens Berlin Brandenburg International (BBI) und des Flughafen-Expresses Berlins das "Tor zum BBI" werden. Ziel ist die Ansiedlung von Dienstleistungs- und Gewerbenutzungen, die die besonders gute Verkehrsanbindung des Standortes auch an das Stadtautobahnnetz nutzen möchten. Die Entwicklung eines eigenen Nutzungsprofils für Berlin-Südkreuz wird angestrebt. Die vorhandene Wohnnutzung soll erhalten bleiben und ein städtebaulich aufgewertetes Umfeld erhalten.

Von November 2009 bis März 2010 fand ein städtebauliches Werkstattverfahren für das Gebiet statt.

Ergebnisse des städtebaulichen Werkstattverfahrens

  • Für jeden Block des Stadtquartiers wurden Leitnutzungen und "städtebauliche Essentials" für die zukünftige Bebauung formuliert mit dem Schwerpunkt auf Hotels und Dienstleistungen am Bahnhof Südkreuz, Wohnen und Gewerbe im mittleren Teil des Quartiers sowie Büros und Dienstleistungen am Bahnhof Schöneberg.

  • Der Tempelhofer Weg soll zu einer attraktiven Stadtstraße für Fußgänger entwickelt werden. Dem dient zum Beispiel die Anlage bzw. Aufwertung von Stadtplätzen am Bahnhof Schöneberg, an der Kreuzung Gotenstraße sowie am Bahnhof Südkreuz. Auch Baumpflanzungen und die Verbreiterung und Erneuerung der Gehwege tragen zu mehr Aufenthaltsqualität bei. Der Durchgangsverkehr wird aus der Straße herausgenommen. Der Tempelhofer Weg soll als Hauptzugang zu den beiden Bahnhöfen fungieren und über diese Funktion zu einer lebendigen Quartiersachse werden.

  • Die Schulfreiflächen am Tempelhofer Weg werden erneuert. Entlang der Ringbahn werden Grünstreifen angelegt, die auch den Lärm der Bahn reduzieren.

Die Qualifizierung des öffentlichen Raums geht mit privaten Investitionen zur Bebauung von Flächen einher. Eine Eigentümerstandortgemeinschaft der Grundstückseigentümer ("IGS") unterstützt die Entwicklung und Vermarktung des Standortes. Im April 2009 wurde für Berlin-Südkreuz ein Standortkoordinator eingesetzt, der die verschiedenen Akteure im Teilgebiet zusammenführt und die Entwicklung und Vermarktung des trotz des Fernbahnhofs Südkreuz noch zu wenig bekannten Gebietes fachlich begleitet.

Teilgebiet E: Gasag-Gelände

Der Gasometer mit dem denkmalgeschützten Wasserturm
Bolzplatz im Park GASAG-Nordspitze

Das im südwestlichen Teil des Stadtumbaugebietes gelegene ehemalige GASAG-Gelände an der Torgauer Straße wurde im Februar 2007 größtenteils an einen Projektentwickler verkauft, der hier den sogenannten EUREF-Campus errichtet. Neben dem Ausbau des Gasometers als Veranstaltungsort und der Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudebestandes werden gegenwärtig ergänzende Neubauten realisiert. Auch die Technische Universität Berlin hat sich mit Angeboten zur Energieeffizienz angesiedelt.

Insgesamt ist hier eine Nutzfläche von circa 165.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche vorgesehen. Die Nordspitze des GASAG-Areals wurde mit Mitteln des Stadtumbaus West in eine öffentliche Grünfläche umgewandelt (GASAG-Nordspitze). Die Erschließung der Grundstücke soll durch eine neue Straßenverbindung in Verlängerung der Autobahnausfahrt Sachsendamm erfolgen. Zur Realisierung dieser Planungen führt das Bezirksamt seit 2007 ein Bebauungsplanverfahren (Nr. 7-29) durch.

Leitbild des Nutzungskonzeptes für das Areal ist die Schaffung eines Kompetenzzentrums für Energie durch eine Kooperation und Vernetzung von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Statt der bisherigen Monofunktionalität soll künftig eine multifunktionale Nutzung charakteristisch für das Gelände sein. Angestrebt wird ein insgesamt hochwertiger Büro- und Dienstleistungsstandort in Verbindung mit wissenschaftlichen Einrichtungen und im geringen Umfang auch mit Wohnnutzungen. Gedacht ist an Unternehmensrepräsentanzen europäischer Energiekonzerne, kleinere im Energiebereich tätige Firmen, Forschungseinrichtungen, gastronomische Angebote sowie ein Hotel oder Boardinghaus mit Veranstaltungs- und Seminarräumen. Bereits heute sind auf dem Gelände circa 40 Unternehmen und Einrichtungen hauptsächlich aus diesen Branchen ansässig.

Der letzte noch erhaltene Gasometer aus dem Jahr 1910 wird als weithin sichtbares Wahrzeichen erhalten bleiben, die historischen ein- bis dreigeschossigen Betriebs- und Werkstattgebäude ebenfalls.

Umgeben wird die Bebauung von einer parkartigen Außenanlage auf dem Baugrundstück, die nach ökologischen Kriterien gestaltet werden soll. Das gegenwärtig von den umgebenden Quartieren abgeschirmte Gelände soll insgesamt seinen Inselcharakter verlieren und durch neue Wegebeziehungen für Fußgänger und Radfahrer wieder in die Stadt einbezogen werden. Neben dem Neubau der Straße zum Sachsendamm ist insbesondere die Qualifizierung und Erweiterung des Cheruskerparks sowie der Neubau von Grünflächen an Ringbahndamm und Torgauer Straße als Teil der Schöneberger Schleife vorgesehen. Auch hierfür führt das Bezirksamt ein Bebauungsplanverfahren (Nr. XI-231b) durch.

Freiflächen und Parkanlagen

Zu den Vorhaben im Rahmen des Stadtumbaus gehören weitere Freiflächen und Parkanlagen, die in den Teilräumen auch als einzelne Projekte umgesetzt werden. Dazu zählen u. a. die Schöneberger Schleife (siehe Plan rechts unter Download oder unter Pläne/Grafiken) zur Vernetzung von Stadträumen, die Erneuerung und Erweiterung des Cheruskerparks und als längerfristiges Ziel eine Brücke zwischen Bautzener- und Kreuzbergstraße. Ebenso wurden die Freiflächen von Schul- und Sportanlagen bereits verbessert (siehe Freiflächen Havellandschule).

Bei der Umsetzung des Programms gibt es enge Abstimmungen mit den Anwohnern und den Interessenvertretern der angrenzenden Wohngebiete sowie den jeweiligen Grundstückseigentümern und Nutzern, um das Stadtumbaugebiet als vielfältigen Dienstleistungs-, Gewerbe- und Wohnstandort zu entwickeln. Die Maßnahmen begannen 2006 und werden voraussichtlich bis 2015 andauern. Alle aktuellen bzw. bereits abgeschlossenen Projekte finden Sie in der Projektliste.

Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, bearb.: A. Stahl, 2013, Quelle: Jahn, Mack u. Partner, Fotos: DB Mobility Logistics AG, Anka Stahl (2,3), Herwarth+Holz, Stadt Land Fluss, Martin Schwarz (6,7)
Stand: März 2014

Fördergebiete & Projekte

Ansprechpartner

Müller, Klaus
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt
Tel: (030) 90139 4865
Dreesen, Martin
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt
Tel: (030) 90139 4836
Kroll, Siegmund
Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin, Abt. Gesundheit, Soziales u. Stadtentwicklung, Stadtentwicklungsamt
Tel: (030) 90277-2263
Sperling, Manfred
Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin, Abt. Gesundheit, Soziales u. Stadtentwicklung, Stadtentwicklungsamt
Tel: (030) 90277-6460
Schwarz, Martin
Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin, Abt. Gesundheit, Soziales u. Stadtentwicklung, Stadtentwicklungsamt
Tel: (030) 90277 4676

News aus dem Fördergebiet

Dezember 2014

Neuer Quartiersplatz am Schöneberger Lokdepot

November 2014

Neuer Spielplatz auf der Schöneberger Insel

August 2014

Cheruskerdreieck ist neues Teilstück der Schöneberger Schleife

Downloads

  • 1205Schleife ueberoertlicheWegeverbindungen.pdfPlan der Schöneberger Schleife mit Grünanlagen und überörtlichen RadwegverbindungenDateigröße: 4.8 MB © roedig . schop architekten, im Auftrag des Bezirksamts Tempelhof-Schöneberg von Berlin, Stadtentwicklungsamt, 2012
Logo Europäische UnionLogo EFREBundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und ReaktorsicherheitLogo StädtebauförderungLogo Senatsverwaltung für Stadtentwicklung