An der General-Pape-Straße, nahe der Kolonnenbrücke steht ein 14 Meter hoher Betonzylinder mit einem Durchmesser von 21 Metern: der Schwerbelastungskörper.
Als letztes unmittelbares Zeugnis der nationalsozialistischen Stadtplanung für Berlin hat der Schwerbelastungskörper überregionale Bedeutung. An diesem Mahnmal wird der Größenwahn der Pläne Hitlers und seines Generalbauinspektors Albert Speer direkt erfahrbar. Der Schwerbelastungskörper sollte die Tragfähigkeit des Berliner Bodens für einen gigantischen Triumphbogen auf der geplanten monumentalen Nord-Süd-Achse der „Reichshauptstadt Germania“ testen. Wenn diese Nord-Süd-Achse realisiert worden wäre, hätten zehntausende Berlinerinnen und Berliner ihre Wohnung verloren. Schon im Zusammenhang mit der Planung der Nord-Süd-Achse, also vor dem Zweiten Weltkrieg, wurde beim Generalbauinspektor über die Deportation von Juden aus den abzureißenden Häusern nachgedacht.
Aufgrund dieser historischen Zusammenhänge steht der Schwerbelastungskörper unter Denkmalschutz. Er wurde mit Stadtumbaumitteln seit 2007 saniert. Ab Herbst 2009 kann man von der Plattform des neu errichteten Aussichtsturms die Dimensionen Planung der Nazis erahnen. Ein Informationspavillon und drei Betonstelen im Umfeld informieren über die Geschichte des technischen Bauwerks, das von 1941 bis 1942 als großer Zylinder aus unbewehrtem Beton und Stahlbeton errichtet wurde.
Um das Verständnis für die Bedeutung des Ortes zu erleichtern, wurden auf dem Areal und dem angrenzenden Stadtraum einige reduzierte Eingriffe durchgeführt. Neu entstanden sind die so genannten Inseln mit den Informationsstelen, der Pavillon mit dem Aussichtsturm und die Sitzstufen an der Versuchsgrube. Historische Spuren wurden beibehalten und herausgearbeitet.
Die Inseln führen den Besucher an den Ort heran. Sie bestehen aus einer festen Fläche mit einer Bank, Informationsstelen und Beleuchtung. Der zerstörte Hang der Versuchsgrube wird durch Sitzblöcke ersetzt. Anstelle des ehemaligen Messhäuschens am Ostrand der Versuchsgrube markiert eine Betonskulptur deren Standort.
Am gemeinsamen Eingang von Kleingartenanlage und Schwerbelastungskörper markiert der Turm den Standort des ehemaligen Festpunktes. Von der Aussichtsplattform, die höher als der Belastungskörper liegt, sind die städtebaulichen Dimensionen der damaligen Planungen zu sehen. Der Pavillon erlaubt, kleine Vortrags- oder Projektarbeiten vor Ort zu organisieren.
Vom Entreé der Kleingartenanlage bis zum östlichen Kopf der Kolonnenbrücke entsteht eine öffentliche Anlage. Der Weg von der Kolonnenbrücke entlang der Bahnböschung führt als Allee aus kleinkronigen Bäumen zum Grundstück des Schwerbelastungskörpers.