Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

Stadtumbau West

Das Fördergebiet Neukölln-Südring

Projekte des Fördergebiets

Das Stadtumbaugebiet Neukölln-Südring erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung etwa zwischen dem südlichem S-Bahnring und der Grenzallee. Die West-Ost-Ausdehnung reicht von der Bezirksgrenze zu Treptow-Köpenick bis zur Karl-Marx-Straße (siehe interaktive Karte).  

Neukölln-Südring ist ein überwiegend industriell geprägtes Gebiet mit vielen Facetten:
Den Kern des Gebietes bildet das traditionelle Industriegebiet, eine der größten ehemaligen Industrieflächenreserven im westlichen Teil der Stadt mit vielen stadtbekannten, modernen und leistungsfähigen Betrieben.

Ziel des Stadtumbaus ist die Stabilisierung des Gebiets in seiner Funktion als Gewerbe- und Industriegebiet sowie seine Anpassung an die neuen Standortqualitäten, die nach der Wende entstanden sind: dem Anschluss an die Stadtautobahn und den neuen Flughafen BBI.  Neukölln-Südring soll als gute Adresse innerhalb des Bezirks und darüber hinaus wahrgenommen werden.  

Informationen

Stadtumbau-Programm: West

Fläche: ca. 265 ha

Einwohner: 1.996 (Stand: 31.12.2013)
größere Kartenansicht
AktuellAbgeschlossen
Die schönen Seiten von Neukölln-Südring gilt es zu stärken
S-Bahn vor moderner Glasfassade

Weitere Besonderheiten des Gebiets sind die vielen Wasserlagen und die aufgegebenen Bahnflächen: der ehemalige Güterbahnhof Neukölln und der ehemalige Güterbahnhof Treptow.

Die Karl-Marx-Straße als eine der lebendigsten Berliner Einkaufsstraßen gehört mit ihrem südlichen Abschnitt ebenfalls zum Stadtumbaugebiet. Hier steht die Verbesserung des Straßenraumes und die Vitalisierung der Geschäftsstraße im Vordergrund.

Zusammenfassend liegen die Aufgaben des Stadtumbaus in erster Linie in der Verbesserung der Qualität des öffentlichen Raumes zugunsten der ansässigen Betriebe und Beschäftigten, aber auch der Besucher und "Durchradler" zwischen Rudow und Kreuzberg. Das Gebiet soll in seiner Funktion gestärkt und zukunftsfähig gemacht werden. Dazu wurden von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, dem Bezirksamt und den Gebietsbeauftragten vier Leitlinien entwickelt und mit konkreten Projekten untersetzt. Die vollständige Liste der abgeschlossenen und laufenden Projekte finden Sie hier.

Straße als Raum

An der Sonnenallee
S-Bahnbrücken und befahrene Straße

Straßen sind die Lebensadern einer Großstadt. Ihre Funktionalität ist nicht nur wichtig für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und die Sicherheit in einem Stadtviertel, sondern auch für dessen Attraktivität für Anwohner und Gäste. Einige Straßen Neuköllns erfüllen diese Ansprüche als Lebensader und Aushängeschild bisher nur mangelhaft. Mit Mitteln aus dem Programm Stadtumbau West wird im Fördergebiet Neukölln-Südring die "Straße als Raum" begriffen und als Identifikationsort umgestaltet. Die Sicherheit und Aufenthaltsqualität für alle Verkehrsteilnehmer wird verbessert ohne damit die Funktionalität für Wirtschaft und Gewerbe zu schwächen.

Im Zeitraum von 2010 bis 2014 profitieren vor allem die Südliche Karl-Marx-Straße, das Umfeld des Bahnhofs Sonnenallee und die Wegeverbindung zur Weißen Siedlung bzw. Dammsiedlung von den Stadtumbau-Maßnahmen.

Grünes Wegenetz

Blick von der Teupitzer Brücke über den Neuköllner Schifffahrtskanal
Kanal, grünes Ufer, bebautes Ufer, weitere Brücke

Bislang war das Industriegebiet Neukölln-Südring ein "fehlendes Bindeglied" bei den 20 grünen Hauptwegen Berlins. Seitdem mit Hilfe des Stadtumbaus alle geplanten Bauabschnitte des Grünen Netzes realisiert sind, gibt es eine nahezu durchgehende Wegeverbindung vom Teltowkanal bis zum Landwehrkanal - entlang der Ufer, geeignet für Fußgänger und Radfahrer. Eine Verbindung der Erholungsflächen in Neukölln und Treptow über die Sonnenallee war bisher nicht realisierbar.

Die Realisierung des Wegenetzes erforderte intensive Abstimmungen mit den Eigentümern der Flächen und teilweise innovative Lösungen bei der Wegführung. Auch die Finanzierung und die spätere Pflege bzw. bauliche Instandhaltung mussten abgesichert werden. Die Realisierung erfolgte in unterschiedlichen Bauabschnitten. Jeder Abschnitt ist in sich nutzbar und bringt eine spürbare Aufwertung des Gebietes mit sich. 

Neukölln ans Wasser

Unterhafen und ESTREL
2 Wasserläufe, Hafenkran, im Hintergrund moderne Glasfassade

Mit Teltowkanal, Neuköllner Schifffahrtskanal, Landwehrkanal, Britzer Verbindungskanal, dem Hafen Neukölln sowie den Häfen Britz Ost und West kann sich Neukölln als "Wasserstadt" bezeichnen. Allerdings ist diese Feststellung weder allgemein verbreitet, noch kann sie an vielen Stellen wirklich erlebt werden. Bislang ist das Industriegebiet Neukölln-Südring ein "fehlendes Bindeglied" bei den gewässerbegleitenden Wegeverbindungen. Ein wichtiges Potenzial für die Erlebbarkeit das Wassers wird mithin nicht genutzt. Die Ursachen dafür liegen in der teilweisen Unzugänglichkeit der Gewässerräume, den angrenzenden Nutzungen oder der mangelnden Gestaltung.

Diesem Zustand abzuhelfen, ist das Ziel bezirklicher wie gesamtstädtischer Planungen: Uferzonen zugänglich machen, Wegeverbindungen herstellen oder verknüpfen, die Gestaltung und Nutzbarkeit verbessern. Gewerbe und neue Wegeverbindungen sind dabei kein Widerspruch, sondern können nebeneinander bestehen, ja sich sogar ergänzen. Die öffentliche Zugänglichkeit der Wasserlagen wird nur dort verfolgt, wo dies betrieblichen Interessen von ansässigen Gewerbebetrieben oder Hafenanlagen nicht entgegensteht. Auch das historische Zentrum des Bezirkes "Alt-Rixdorf" kann so an das Gewässernetz angebunden werden.

Neu geschaffen wurde im Rahmen des Stadtumbaus der Rundweg um den Neuköllner Schifffahrtskanal. Beginnend am S-Bahnhof Sonnenallee mit neuen Radwegen an der Sonnenallee gelangt man über die Fuß- und Radwegeverbindung Ederstraße und den Schwarzen Weg zur Teupitzer Brücke. Diese bietet einen schönen Blick auf den Kanal und stellt die Verbindung zu Kreuzberg her. Über die Brücke rechts kann man entlang des Kiehlufers bis zur Ziegrastraße am Wasser flanieren. An der Ecke Sonnenallee - vor dem Hotel und Convention Center "Estrel" - wurde die Treppe Sonnenbrücke Nord realisiert, die im Sommer mit Sitzgelegenheiten und einem Biergarten zum Verweilen einlädt. Im Rahmen der geplanten Erweiterung des Estrel auf der Südseite der Sonnenallee wird eine weitere Aufenthaltsfläche am Kanal entstehen. Über die Sonnenalleebrücke mit dem Kunstwerk "Welle" gelangt man zurück zum S-Bahnhof.

Gemeinsam für Südring

Gemeinsam wird für Neukölln-Südring auch gerudert (48h Neukölln 2007)
Achter-Ruderboot legt an

Im Industriegebiet Neukölln-Südring sind rund 540 Unternehmen mit annähernd 12.000 Arbeitsplätzen tätig, davon nahezu die Hälfte im produzierenden Gewerbe. Das Gebiet ist ein wichtiger Wirtschaftsstandort in Berlin. Der breit gefächerte Branchenmix und die mittelständische Struktur der Betriebe sorgen für eine insgesamt stabile wirtschaftliche Entwicklung. Durch die gute Verkehrsanbindung und den neuen Flughafen wird die Bedeutung weiter wachsen.

Mit Blick auf die günstigen Perspektiven ist es wichtig, die dem Gebiet innewohnenden Potenziale auszuschöpfen. Diese Potenziale müssen noch deutlicher herausgearbeitet und zu einem zukunftsweisenden Profil verdichtet werden.

Gemeinsam können Unternehmen, Verwaltung, beauftragte Planer und Anwohner ein kreatives Milieu am Standort schaffen, um Ziele zu bestimmen und sie Schritt für Schritt umzusetzen. Wichtig für Neukölln-Südring sind das gemeinsame Engagement für Bildung und Ausbildung, die Förderung der Ansiedlung neuer Firmen durch die weitere Verbesserung der Standortbedingungen insgesamt sowie insbesondere die Verbesserung des Images.

Einen wichtigen Beitrag dazu leistet das Unternehmensnetzwerk Neukölln-Südring, das in der Startphase mit Mitteln aus dem Programm Stadtumbau West gefördert wurde.

Zur Unterstützung des Bezirks bei der Vorbereitung und Durchführung der Projekte ist ein Gebietsbeauftragter tätig. Im Frühjahr 2011 übernahm diese Aufgaben die BSM - Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung - von der vorher tätigen Planergemeinschaft Dubach, Kohlbrenner. 

Bezirksamt Neukölln, U. Dittfurth, bearb. A. Stahl (2013), Grafik: D17
Stand: April 2013

Fördergebiete & Projekte

Ansprechpartner

Hübscher, Hendrik
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt
Tel: (030) 90139 4860
Wiesner, Andreas
Bezirksamt Neukölln von Berlin
Tel: (030) 90239-2714
Groth, Rolf
Bezirksamt Neukölln von Berlin
Tel: (030) 90239-3378

News aus dem Fördergebiet

September 2016

Ein Hauch von Rio in Neukölln

August 2016

Schlendern am Ufer entlang

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