Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

Tiergarten-Nordring/ Heidestraße

Verkehrs- und Logistikkonzept


In dem Verkehrs- und Logistikkonzept wurden für die Teilbereiche C und D (siehe Fördergebietsbeschreibung) diverse verkehrsplanerisch relevante Themen untersucht und Lösungsvorschläge entwickelt. 

Themen des Konzepts

  • die Steigerung der Attraktivität des öffentlichen Raums
  • die Verbesserungen für den Logistikverkehr ansässiger Unternehmen
  • die Förderung des Fußgänger- und Radverkehrs und des ÖPNV
  • die besseren Vernetzung des Gebietes mit dem umliegenden Stadtgebiet
  • die Verbesserung des Wegenetzes für Wohnen - Grün / Erholung

Mit dem Verkehrs- und Gestaltungskonzept wurden Anstöße für eine nachhaltige positive Entwicklung insbesondere in folgenden Aspekten gegeben.

Ziele der Untersuchung

  • Imageverbesserung des Standortes insgesamt durch bessere Gestaltung von Straßenräumen
  • höhere Quartierbindung der Anwohner durch Verbesserung der Nahmobilität
  • Stärkung des Umweltverbundes (Fußgänger, Radfahrer, ÖPNV)
  • Abnahme der Immissionsbelastungen (CO2, Staub, Lärm)
  • Stärkung der ortsansässigen Unternehmen durch Verbesserungen im Logistikverkehr.  

Seither wurden zahlreiche Teile des Konzepts umgesetzt.

Teilprojekte

1. Neues Ufer: Verkehrlichen Auswirkungen des Baus einer RoRo-Anlage

Entlang des Charlottenburger Verbindungskanals mit Anschluss an die Straße Neues Ufer (Teilbereich D) ist 2012 eine neue Verladerampe der Berliner Hafengesellschaft mbH (BEHALA) entstanden. Sie dient der Anlieferung von Gasturbinen aus dem zwischen Sickingen- und Huttenstraße gelegenen Siemensgelände.

Die Eingriffe in den Öffentlichen Straßenraum beschränken sich auf den westlichen Seitenraum des Einmündungsbereiches Huttenstraße. Die Verkehrsgutachter kommen im Wesentlichen zu folgenden Schlüssen:

Ergebnisse

  • Für den Fuß-, Rad- und Kfz-Verkehr sind keine Beeinträchtigungen durch die RoRo-Verladerampe zu erwarten, da Ausweichrouten zur Verfügung stehen. 
  • Zur Vermeidung von gebietsfremdem Kfz-Verkehr in den angrenzenden Wohnstraßen werden bauliche Maßnahmen an den Einmündungen Ufnaustraße, Reuchlinstraße und Berlichingenstraße empfohlen. 
  • Abstimmungsbedarf besteht hinsichtlich der erforderlichen Umleitung des Busverkehrs. Zielstellung sollten wöchentlich feste Sperr – und Umleitungszeiten sein. 

Nach umfangreichen Abstimmungen unter der Leitung der Senatsverwaltung für Wirtschaft konnten die verkehrlichen Auswirkungen minimiert und somit die Genehmigung zum Bau der RoRo-Anlage erteilt werden. Am 31. Oktober 2012 wurde die neue RoRo-Anlage feierlich eingeweiht. Die Gasturbinentransporte rollen seitherüber die neue Route Wiebestraße > Huttenstraße > Neues Ufer, die Streckenlänge konnte damit von gut 5 Kilometer auf 700 Meter verkürzt werden und entlastet somit das Moabiter Zentrum deutlich. Seitens der Behala wurde ein E-Mail-Service für von der neuen Route betroffene Anwohner und Beschäftigte eingerichtet, um diese frühzeitig von den max. 1,5 - 2 Stunden dauernden Beeinträchtigungen während eines Transportes zu informieren. Die verkehrlichen Beeinträchtigungen liegen inzwischen bei weniger als einer halben Stunde.

2. Neues Zentrum Huttenstraße: Verkehrsberuhigung

Untersucht wurden die möglichen Folgen der Einrichtung eines neuen, zumindest temporär verkehrsreduzierten Zentrums Huttenstraße zwischen Wiebe- und Reuchlin-/Berlichingenstraße in Moabit West. Die wesentlichen baulichen Maßnahmen wurden in den Jahren 2012 bis 2014 umgesetzt (siehe Folgeprojekt Verkehrsberuhigung / Radverkehr Hutten- und Sickingenstraße). 

3. Sickingenstraße: Verkehr zwischen den Siemens-Werksflächen

Die Firma Siemens vollzieht zwischen den Werksflächen beiderseits der Sickingenstraße (Teilbereich D) einen ständig steigenden Teil des innerbetrieblichen Logistikverkehrs. Dabei erfolgt die Verkehrssicherung durch teilweise Sperrung der Straße. Die Versuche, auf eigene Kosten eine Lichtsignalanlage zu errichteten, scheiterten am Widerspruch der Zentralen Straßenverkehrsbehörde.

Als Lösungsansätze zur Beseitigung der vorhandenen Konflikte mit dem PKW- und Fahrradverkehr wurden 4 Vorschläge entwickelt. Von den Beteiligten wurde die Errichtung einer Anforderungs-Lichtsignalanlage mit zeitlicher Nutzungsbeschränkung als die sinnvollste erachtet. Die Ampel ist inzwischen in Betrieb. 

4. Fahrradstellplatzkonzeption (Teilbereiche B, C und D)

Das Land Berlin und der Bezirk Mitte treiben die Förderung des Radverkehrs durch neue Rad(wege)angebote voran. Als Moabiter Beispiele hierfür sind die Wegeverbindungen durch den Sportpark Poststadion (ehem. Fritz-Schloss-Park)  und die Planung von Radfahrstreifen auf der Turmstraße zu nennen.

Um die Attraktivität des Fahrrades als ökologisches innerstädtisches Verkehrsmittel weiter zu stärken ist es erforderlich, die für den Radverkehr erforderliche Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Neben den Radwegen zählen hierzu auch die Radabstellanlagen. Im Rahmen der Untersuchung durch LK Argus wurden in den Teilgebieten eine Bedarfsanalyse durchgeführt und Standortvorschläge entwickelt sowie mit den Verwaltungsvertretern abgestimmt.

Ergebnisse der Untersuchung

  • Es werden 73 Standorte mit insgesamt 419 Fahrradabstellplätzen empfohlen.  
  • Nördlich des Unionsplatzes an der Siemensstraße auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofes entsteht der Stadtgarten Moabit. In Zukunft sind auch hier Radabstellanlagen notwendig. 

Im Ergebnis wurden zahlreiche Fahrradbügel im Rahmen verschiedener Umsetzungsmaßnahmen ab 2012 in der Hutten- sowie der Siemens- und Quitzowstraße installiert.

5. ÖPNV-Verkehr (Teilbereich C und D)

Vorschläge zur Verbesserung der ÖPNV-Anbindung, sowie das Teilprojekt zu den verkehrlichen Folgen durch den Bau einer Tram in der Beusselstraße und das
Teilprojekt "Neue Brücken" wurden als ergänzende und vertiefende Netzkonzeption an das Verkehrs- und Gestaltungskonzept für Turmstraße / Alt Moabit (Förderung durch das Bund- Länderprogramm „Aktive Stadtzentren) angegliedert. 

6. Siemens-/Quitzowstraße: Vorschläge zur Perspektive nach Eröffnung der neuen Planstraße

Durch die inzwischenfertig gestellte Ellen-Epstein-Straße sowie die Erna-Samuel-Straße sind große Teile  der Siemens-/Quitzowstraße vom Durchgangsverkehr entlastetet worden. Als erste verkehrsorganisatorische Maßnahme ordnete die Untere Straßenverkehrsbehörde kurzfristig Tempo 30 im östlichen Teil der Quitzowstraße an. Das Konzept beschäftigte sich mit den begleitenden baulichen Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung.

Ziele des geplanten Umbaus der Siemens-/ Quitzowstraße waren die Verlagerung des Durchgangsverkehrs auf die leistungsfähigere Ellen-Epstein-Straße, die Reduzierung des Wirtschaftsverkehrs auf das für den örtlichen Wirtschaftsstandort notwendige Maß und die Verbsserung der Aufenthaltsqualität im Straßenraum für Anwohner und Anlieger.

Insbesondere in den beiden Übergangsbereichen von der Quitzowstraße zur Ellen-Epstein-Straße sollten ergänzende verkehrsberuhigende Maßnahmen realisiert werden.

Die Umsetzung der im Konzept vorgeschlagenen Maßnahmen erfolgt ziwschen 2013 und 2016 (siehe Folgeprojekt Verkehrsberuhigung Siemens- und Quitzowstraße).

Des Weiteren wurden im Rahmen des Verkehrs- und Logistikkonzepts auch  Fragen zu den Auswirkungen der Umweltzone geklärt. Dieses Teilprojekt wurde eigenständig vom bezirklichen Straßen- und Grünflächenamt erstellt.

S.T.E.R.N. GmbH, bearb. A. Stahl
Stand: März 2016
Die neue Ellen-Epstein-Straße entlastet das Wohngebiet
Straße im Industriegebiet

Informationen

Adresse:

Moabit Nord und West
Mitte

Auftraggeber/Bauherr:

Bezirk Mitte von Berlin

Planung:

LK Argus

Gesamtkosten:

34.000 EUR aus dem Programm Stadtumbau West, inkl. Mittel der EU (EFRE)

Konzepterstellung:

2009

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AktuellAbgeschlossen

Fördergebiete & Projekte

Ansprechpartner

Schönknecht, Hartmut
Bezirksamt Mitte, Abt. Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Ordnung, Stadtentwicklungsamt
Tel: (030) 9018 45826
Rösener, Helmut
S.T.E.R.N. GmbH - Gesellschaft der behutsamen Stadterneuerung
Tel: (030) 4436 3685
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