Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

Schöneberg-Südkreuz

Geschichtsparcours Papestraße


Mit der Eröffnung des Bahnhofs Südkreuz hat auch das historische Kasernengelände an der General-Pape-Straße neue Bedeutung gewonnen. Es ist in die Planungen im Rahmen des Programms Stadtumbau West einbezogen und soll sich als "Gewerbe- und Kulturkaserne" zum attraktiven Quartier entwickeln.

Um das weitläufige Areal historisch zu erschließen, wurde im Auftrag des Bezirksamts Tempelhof-Schöneberg ein Open-Air-Geschichtsparcours konzipiert. Er will sichtbare Architekturzeugnisse der Vergangenheit in den Blick nehmen und auf verschwundene Orte und verborgene Spuren aufmerksam machen.

Wer kennt heute noch das »Das Große Feld«" Unter diesem Namen war das Gebiet um die heutige General-Pape-Straße im 18. Jahrhundert bekannt. Schmale lange Feldflure erstreckten sich in Nord-Süd-Richtung, gekreuzt von einem Sandweg, der die Dörfer Schöneberg und Tempelhof verband. Das Land gehörte Schöneberger Bauern, die dort Kartoffeln und Getreide anbauten.
Der Bahnhof Südkreuz dagegen ist heute jedem ein Begriff. Er wurde 1901 als Umsteigebahnhof zwischen S-Bahnring, Vorort- und Fernverkehr angelegt.

Das Gebiet beiderseits der General-Pape-Straße mit den denkmalgeschützten Kasernenbauten spiegelt beispielhaft Militär- und Technikgeschichte wider: Hier waren die Eisenbahnregimenter stationiert, die als Kolonialtruppen nach Deutsch-Südwestafrika geschickt wurden. Hier befand sich das Versuchsgelände der Luftschiffer, von dem aus der Ballon "Preußen" zu einem sensationellen Höhenflug startete. An der Nordspitze des Geländes zeugt der Betonklotz des Schwerbelastungskörpers von Hitlers größenwahnsinnigen Umbauplänen für "Germania".

Der Zweite Weltkrieg und die vielfältigen Umnutzungen haben das Gesicht des Areals verändert, doch auch heute lassen sich hier Entwicklungslinien preußischer und deutscher Geschichte anschaulich machen.
Darüber informiert ein Booklet mit zahlreichen Abbildungen, das im Vorfeld des geplanten Parcours vom Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg herausgegeben wurde. Anhand von 14 Stationen wird die spannende Geschichte des Geländes nachvollzogen, von der Nutzung als Pferderennbahn um 1840 über die Erschließung durch Eisenbahn und Militär bis zur Mischnutzung nach dem Zweiten Weltkrieg, als hier die Wilhelm-Foerster-Sternwarte ihr Domizil hatte.

Die Broschüre im Westentaschenformat möchte dazu anregen, sich vor Ort auf Spurensuche zu begeben. Sie ist kostenlos zu beziehen über die Bürgerbüros des Bezirks Tempelhof-Schöneberg. Der Geschichtsparcour mit den 14 Informationstafeln wurde im Januar 2009 feierlich eingeweiht.

Petra Zwaka, bearb.: M. Schwarz, A. Stahl, Fotos: Geschichtswerkstatt Papestraße und Archiv Tempelhof-Schöneberg
Stand: April 2012
Tafel des Geschichtsparcoures zum "Bauwerk T" in einer Kleingartenanlage

Informationen

Auftraggeber: Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg

Projektsteuerung: Petra Zwaka, Museen Tempelhof-Schöneberg

Finanzierung (Förderprogramme etc.): Stadtumbau West

Gesamtbaukosten: 64.000 Euro

Realisierungszeitraum: 2007-2009
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AktuellAbgeschlossen

Fördergebiete & Projekte

Ansprechpartner

Zwaka, Petra
Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg
Tel: (030) 90277 6164
Schwarz, Martin
Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin, Abt. Gesundheit, Soziales u. Stadtentwicklung, Stadtentwicklungsamt
Tel: (030) 90277 4676

Projekt-News

September 2012

Stadtentwicklungsamt Tempelhof-Schöneberg präsentierte Stadtumbau-Projekte rund um das Südkreuz

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