Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

Stadtumbau West

Das Fördergebiet Spandau-Falkenhagener Feld

Projekte des Fördergebiets
Blick über die Gebietskulisse Falkenhagener Feld
Blick über die Gebietskulisse Falkenhagener Feld

Das Gebiet ist eine seit Anfang der 60er Jahre in mehreren Bauabschnitten entstandene Großsiedlung am westlichen Stadtrand. Auf beiden Seiten der Falkenhagener Chaussee wurden rund 10 000 Wohnungen in Vier- bis Sechszehngeschossern errichtet, vorwiegend im Sozialen Wohnungsbau. Im Wohngebiet gibt es acht Kitas, sechs Schulen und zwei Jugendeinrichtungen. Kleinere und größere Handels- und Dienstleistungseinrichtungen befinden sich im Umfeld und sind mit dem gut ausgebauten öffentlichen Verkehrsnetz schnell erreichbar.

Bei der Festlegung des Gebietes stand die Großsiedlung klar im Mittelpunkt. Ebenfalls in die Förderung einbezogen sind die B.-Traven-Oberschule, das soziokulturelle Zentrum "Forum" und der Spektepark mit dem Spektesee als Naherholungsbereich.

Der Rosengarten wurde vom Wohnungsunternehmen mit eigenen und Stadtumbaumitteln 2013 umgestaltet
Beet, Betonbänke mit Holzlatten, Wohnhäuser, im Hintergrund gelber Flachbau

Das Falkenhagener Feld wurde als Stadtumbaugebiet ausgewählt, um dem sich abzeichnenden wachsenden Wohnungsleerstand präventiv entgegenzuwirken und die Attraktivität des Wohnquartiers zu erhöhen. Folgende Potenziale sind vorhanden: Eine Vielzahl an Einrichtungen der sozialen Infrastruktur (Schulen, Kitas, Freizeitangebote, Beratungsstellen, Stadtteilbibliothek), ein grünes Wohnumfeld, gewachsene Netzwerke der Zivilgesellschaft und großzügige Grün- und Freiflächen.

Doch die Bevölkerungsstruktur hat sich in den letzten Jahren verändert, der demographische Wandel ist hier am Stadtrand besonders deutlich zu beobachten. Ende 2013 waren fast 25 Prozent der Bewohner über 65 Jahre alt, die Kinder dieser Generation der Erstbewohner sind zum Teil in den 90er Jahren aufgrund vielfältiger Alternativen auf dem Wohnungsmarkt und der sich verschlechternden Sozialstruktur fortgezogen. Demgegenüber kann ab 2008 wieder ein Zuzug von jungen Familien beobachtet werden, für die das Falkenhagener Feld vor dem Hintergrund des angespannten Berliner Wohnungsmarktes eine preiswerte und attraktive Wohnlage darstellt. Zudem liegt der Anteil der Erwerbslosen im Wohnquartier noch immer über dem Spandauer und Berliner Niveau, auch wenn sich das Falkenhagener Feld im Vergleich zu 2005 positiv entwickelt hat. Die sozialen und kulturellen Angebote im Stadtteil müssen sich den veränderten Herausforderungen anpassen. Die Maßnahmen des Stadtumbaus werden dies unterstützen.

Um die Integration und das Zusammenleben im Stadtteil zu verbessern, wurde die Großsiedlung Falkenhagener Feld auch in das Programm "Soziale Stadt" aufgenommen. Die beiden Förderprogramme zielen mit unterschiedlichen Instrumenten in die gleiche Richtung: der Stabilisierung und Attraktivitätssteigerung der Wohnsiedlung. Die Synergien zwischen der sozialstrukturellen und der städtebaulichen Anpassung gilt es zu nutzen.

Informationen

Stadtumbau-Programm: West

Fläche: ca. 220 ha

Einwohner: ca. 21.313 (Stand: 31.12.2013)
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AktuellAbgeschlossen

Ziele und Handlungsbereiche

Das Stadtumbaukonzept steht unter dem Leitmotiv "Ein Stadtteil nutzt seine Potenziale". Im Rahmen einer Präventionsstrategie ist es das Ziel, die Vielzahl an materiellen und immateriellen Ressourcen zu stärken und weiterzuentwickeln, um eine nachhaltige Stabilisierung des Stadtquartiers als attraktiven Wohnstandort und Lebensraum zu erreichen. Ausgehend von den in der Voruntersuchung 2005 identifizierten Ressourcen konzentriert sich der Stadtumbau auf vier zentrale Handlungsfelder und einzelne räumliche Schwerpunkte. So bot der Spektepark inklusive See umfangreiche Möglichkeiten, das Angebot an Freizeit- und Erholungsangeboten auszubauen, oder der Raum rund um die S-Kurve der Westerwaldstraße die Chance, soziale und kulturelle Infrastruktureinrichtungen rund um einen neu zu gestaltenden Stadtplatz zu bündeln.

Folgende fünf Handlungsfelder bilden die inhaltlichen Schwerpunkte des Stadtumbaus im Falkenhagener Feld:

1. Anpassung des Wohnungsbestandes

In der Vorbereitenden Untersuchung von 2005 wird vor dem Hintergrund des wachsenden Leerstands eine Vielzahl an Maßnahmen zur Ausdifferenzierung bzw. Anpassung des Wohnungsbestandes an die aktuellen Nutzungsansprüche vorgeschlagen. Zu einer Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen ist es aufgrund des zum Teil zurückhaltenden Investitionsinteresses der Eigentümer und der fehlenden Fördermöglichkeiten der öffentlichen Hand im Bereich der Wohnungsbestände nur teilweise gekommen.

Die neue Quartiersmitte in der Westerwaldstraße
Die neue Quartiersmitte in der Westerwaldstraße
Neue Sport- und Freizeitangebote im Spektepark
Neue Sport- und Freizeitangebote im Spektepark: Beachvolleyball und Kletterfelsen
Sanierte Außenanlagen auf dem Schulcampus der Martin-Buber Oberschule

2. Ausbau der Quartiersmittelpunkte

Trotz der Größe und Einwohnerzahl einer Kleinstadt fehlte der Großsiedlung ein Zentrum, welches eine Vielzahl an Angeboten (z.B. Einzelhandel, Infrastruktureinrichtungen) räumlich konzentriert sowie als Treffpunkt und Identifikationsort fungiert. Mit dem neuen Stadtplatz an der Westerwaldstraße konnte eine neue Quartiersmitte für die Großsiedlung etabliert und die Zusammenarbeit der umliegenden Einrichtungen der sozialen und kulturellen Infrastruktur gestärkt werden.

3. Aktivierung und Ausbau von Grün- und Freizeitflächen (Spektegrünzug, Spektepark)

Das Falkenhagener Feld ist quantitativ als Stadtrandsiedlung hervorragend mit Grün- und Freizeitflächen ausgestattet, jedoch fehlten attraktive Sport- und Freizeitangebote bzw. die vorhandenen entsprachen seit längerem nicht mehr den Nutzungsansprüchen der Bewohner*innen. Ein Gesamtkonzept für den Spektepark und den Spektegrünzug definiert Ruhe- und Aktionsflächen für verschiedene Altersgruppen sowie die Qualifizierung des Spektesees als ein Schlüsselprojekt. Mit der Umsetzung diverser Freizeit- und Sportangebote im Spektepark hat eine deutliche Belebung durch die unterschiedlichen Nutzungsangebote stattgefunden.

4. Qualifizierung sozialer und kultureller Infrastruktur

Die soziale und kulturelle Infrastruktur ist als wichtiger Standortfaktor im Stadtteil zu stärken und zu qualifizieren. Ein Großteil der Einrichtungen weist einen erheblichen Sanierungsbedarf auf, zudem ist vor dem Hintergrund der wachsenden Einwohnerzahl die Kapazität an Kita- und Grundschulplätzen zu erhöhen. Die soziale Infrastruktur ist ein entscheidender Faktor für die Zukunftsfähigkeit des Stadtteils und die Handlungsmöglichkeiten der einzelnen Bewohner*innen. Gleichzeitig ist die Qualität von Kitas, Schulen, Stadtteilbibliotheken und Senioreneinrichtungen ein wichtiges Auswahlkriterium bei der Wohnortwahl und somit eine entscheidende Stellschraube für die Entwicklung der sozialen Struktur im Gebiet.

5. Klimaschutz

Neu hinzugekommen ist das Querschnittsthema Klimaschutz, welches in allen Projekten des Stadtumbaus eine wesentliche Zielkomponente darstellt und integriert mitbearbeitet wird. Dies betrifft die Hochbauprojekte der sozialen Infrastruktur, die Sanierungsprojekte der Eigentümer sowie die Neugestaltung von Grün- und Freiflächen inkl. der Quartiersmittelpunkte. Um eine fundierte Grundlage zur Beurteilung von Maßnahmen aus Sicht des Klimaschutzes und der Klimaanpassung zu haben, wurde im Jahr 2013 ein energetisches Quartierskonzept erstellt. 

 

Alle laufenden und bereits abgeschlossenen Stadtumbau-Projekte finden Sie in der Projektliste.

Planergemeinschaft Kohlbrenner eG 2016, Quelle: Bezirksamt Spandau
Stand: Juli 2016

Fördergebiete & Projekte

Ansprechpartner

Schulte, Markus
Bezirksamt Spandau von Berlin
Tel: (030) 3303 35 72
Neunherz, Petra
Bezirksamt Spandau von Berlin
Tel: (030) 90279-3566

News aus dem Fördergebiet

November 2016

Erst Baggern dann Baden im Spandauer Spektesee

Mai 2016

Der Schulhof tanzt

September 2015

Neues Beratungsgebäude für soziale Dienste eingeweiht

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