Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

Stadtumbau West

Märkisches Viertel

Projekte des Fördergebiets
Das Seggeluchbecken am westlichen Senftenberger Ring
Teich mit Fontäne, im Hintergrund Grün und weiße Plattenbauten

Das Märkische Viertel wurde als Vorzeigeprojekt des modernen Städtebaus in den 60er-Jahren für 40.000 Einwohner konzipiert und von 1963 bis 1975 erbaut. 2014 begeht die Großwohnsiedlung ihren 50. Geburtstag. Insgesamt entstanden auf einer Fläche von 3,2 Quadratkilometern rund 16.400 Wohnungen, 11 Schulen, mehrere Freizeit- und Kultureinrichtungen sowie das Stadtteilzentrum "Märkisches Zentrum".

Namhafte Architekten setzten in einer höhengestaffelten Bauweise mit bis zu 18 Geschossen unterschiedliche Akzente. Die Architektur und der Städtebau des Viertels wurden von Beginn an stark kritisiert, während von den Mietern regelmäßig eine hohe Zufriedenheit formuliert wurde.

Mit 15.200 der Wohnungen und knapp 90 Gewerbeeinheiten ist die GESOBAU größter Wohnungseigentümer. Weitere 1.170 Wohnungen gehören einer Mietergenossenschaft sowie der degewo AG.

Ende 2013 lebten im Märkischen Viertel mehr als 34.700 Menschen. Der Anteil der Senioren liegt bei rund 22 Prozent. Auch der Anteil der Kinder und Jugendlichen bis 18 Jahren liegt mit über 23 Prozent weit über dem Berliner Durchschnitt (Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Zahlen von 2013). Dies ist vor allem auf den Zuzug von Familien zurückzuführen.

Das seit 2001 durchgeführte Monitoring Soziale Stadtentwicklung zeigt eine zunehmende Arbeitslosigkeit und Sozialhilfedichte, vor allem bei den Ausländerinnen und Ausländern und bei den 18 bis 25-jährigen. Auch bei den Bezieherinnen und Beziehern von Leistungen des SGB II, III und XII ist ein deutlicher Zuwachs zu verzeichnen, der zunehmend auch Nichtarbeitslose betrifft.

Um diesen problematischen Entwicklungen entgegenzuwirken, wurde das Gebiet im Januar 2009 als Stadtumbau-Gebiet ausgewiesen. Aus dem Programm Stadtumbau West können öffentliche Mittel zur Sanierung sozialer Infrastruktureinrichtungen und zur Aufwertung des öffentlichen Raums eingesetzt werden. Gleichzeitig modernisiert das landeseigene Wohnungsunternehmen GESOBAU AG seit 2008 seinen gesamten Wohnungsbestand im Märkischen Viertel. Die damit verbundene energetische Sanierung erfolgt sozialverträglich und soll 2015 abgeschlossen werden.

Voraussetzung für die Aufnahme des Gebietes in das Programm Stadtumbau West war ein städtebauliches Entwicklungskonzept nach § 171 b BauGB sowie, auf den Ergebnissen aufbauend, ein Senatsbeschluss zur Abgrenzung und Festlegung des Fördergebiets.

Informationen

Stadtumbau-Programm: West

Fläche: ca. 320 ha

Einwohner: 34.722 (31.12.2013)
größere Kartenansicht
AktuellAbgeschlossen

Ziele

Modernisierte Wohnhausgruppe am Eichhorster Weg
Froschperspektive an Plattenbaufassade

Die Ziele des Stadtumbaus bestehen in der Anpassung der Großsiedlung an die Anforderungen des demographischen und des Klimawandels sowie der Erhöhung der Wohn- und Lebensqualität im Viertel.

Dabei geht es konkret um die Senkung des Energiebedarfs und des CO²-Ausstoßes der Großwohnsiedlung und damit auch der vergleichsweise hohen Nebenkosten.

Soziale Einrichtungen sollen seniorengerecht gestaltet, Wohnungsgrundrisse dem aktuellen Bedarf angepasst werden.

Ein weiteres Ziel ist die Reduzierung des Anteils der versiegelten Flächen Im Gebiet. Die Qualität der Grün- und Parkanlagen soll erhöht werden um sie für die Bewohner besser nutzbar zu machen. 

Modellgebiet Märkisches Viertel

Wegweiser Familienzentrum, Jugendamt, Kinderzentrum, dahinter weiße Plattenbauten

Im Märkischen Viertel wird ein Modellvorhaben zur energetischen Sanierung und integrierten Stadtentwicklung durchgeführt. Erstmals arbeiten Wohnungsunternehmen, Energieversorger und das Land Berlin bei der energetischen Sanierung einer kompletten Großsiedlung eng zusammen und investieren gemeinsam. Die energetische Sanierung der öffentlichen Einrichtungen - wie Schulen und Jugendklubs - finanziert das Land aus dem Programm Stadtumbau West. Die Gesobau AG investiert von 2008 bis 2015 rund 480 Millionen Euro und erneuert nahezu ihren gesamten Wohnungsbestand.

Besondere Bedeutung hat dabei die Beteiligung der im Gebiet lebenden und arbeitenden Bürgerinnen und Bürger. Sie konnten bereits in der Planungsphase - im Rahmen der Erarbeitung des städtebaulichen Entwicklungskonzepts - darüber mitentscheiden, welche Aufwertungsmaßnahmen im öffentlichen Raum oder bei den sozialen Infrastruktureinrichtungen Priorität haben. Eine rege Öffentlichkeitsarbeit der verantwortlichen Gebietsbetreuer und des Bezirksamts Reinickendorf mit regelmäßigem Newsletter, Plakaten sowie vielen Veranstaltungen begleitet den Stadtumbau im Märkischen Viertel. Besonders wichtig war die Ausstellung zu Beginn des Stadtumbauprozesses. Auf unseren Seiten finden Sie eine ausführliche Dokumentation der Stadtumbau-Ausstellung.

Räumliche Schwerpunkte

Im neuen Skatepark am Rande des Märkischen Zentrums
Junge auf Skateboard

Auf der Grundlage der Analyse des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (INSEK) wurden die geplanten Maßnahmen des Stadtumbaus in vier räumlichen Schwerpunktbereichen konzentriert. Nicht alle Projekte ließen sich in diesen Bereichen verorten. Auch Projekte mit Wirksamkeit im gesamten Viertel wurden in einer fünften Kategorie zusammengefasst.

  • A. Belebung des Zentrums
  • B. Profilierung des Mittelfelds
  • C. Qualifizierung des Sportforums
  • D. Attraktivierung des Landschaftsraums
  • E. Gesamtes Märkisches Viertel

Weitere Informationen zu den Schwerpunktbereichen finden Sie in der Dokumentation der Ausstellung Stadtumbau im Märkischen Viertel. Die zahlreichen aktuellen und die bereits abgeschlossenen Maßnahmen im Rahmen des Stadtumbaus im Märkischen Viertel finden Sie in der Projektliste.

Senatsverwaltung f Stadtentwicklung u. Umwelt, S.T.E.R.N. GmbH, bearb. A. Stahl
Stand: April 2013

Fördergebiete & Projekte

Ansprechpartner

Müller, Klaus
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt
Tel: (030) 90139 4865
Helmuth-Paland, Marius
Bezirksamt Reinickendorf von Berlin
Tel: (030) 90294 2263
Villnow, Renate
Bezirksamt Reinickendorf von Berlin
Tel: (030) 90294 3021

Downloads

  • 1209faltblatt mv 01.pdfDateigröße: 2.2 MB © Bezirksamt Reinickendorf, in Zusammenarbeit mit: Senatsverwaltung f. Stadtentwicklung u. Umwelt

News aus dem Fördergebiet

April 2016

Bis 26.5.: Ausstellung "Europa in Reinickendorf" im Rathaus Reinickendorf

Februar 2016

Erste Richtungsweiser des Leit- und Infosystems Märkisches Viertel enthüllt

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