Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

Stadtumbau West

Charlottenburger Norden

Projekte des Fördergebiets

Ausgangssituation

UNESCO-Weltkulturerbe, Göbelstraße

Im Stadtumbaugebiet Charlottenburger Norden leben rund 35.000 Berlinerinnen und Berliner. Es umfasst die Bezirksregionen Charlottenburg-Nord (teilweise) und Mierendorffplatz. Das Gebiet grenzt an drei Nachbarbezirke: im Osten schließt sich der Bezirk Mitte – Ortsteil Moabit – und westlich Spandau – Ortsteil Siemensstadt – an, während sich nördlich der Bezirk Reinickendorf mit dem strategisch wichtigen Entwicklungsgebiet des ehemaligen Flughafens Tegel befindet. Das Gebiet ist fast vollständig von Wasser umschlossen: im Norden und Osten vom Westhafen- bzw. dem Charlottenburger Verbindungskanal und im Süden von der Spree. Es wird durchschnitten vom Westhafenkanal und den Autobahnen A 100 und A 111. Gut erschlossen ist das Gebiet mit dem ÖPNV, insbesondere über die beiden U-Bahnlinie U7. Am Verkehrsknotenpunkt Jungfernheide ist das Gebiet auch mit dem S-Bahn- und Fernverkehr verbunden, zumal dieser mit dem Bus gut erreichbar ist. Für Fußgänger und Radfahrer fehlen jedoch komfortable Verbindungen in benachbarte Stadtteile. Die Lärmbelastung durch die Autobahnen und Durchgangsverkehre sind sehr hoch und die Wasserlage kaum wahrnehmbar.

Viele Wohngebäude im Gebietsteil Charlottenburg Nord sind in den 1920er bis 1950er Jahren durch bekannte Architekten wie Hans Scharoun oder Otto Bartning erbaut worden. Sie stehen unter Denkmalschutz und sind Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Unter Denkmalschutz stehen ebenso Teile der Blockrandbebauung zwischen Olbers-, Kaminer und Brahestraße auf der Mierendorffinsel. Daneben gibt es in Charlottenburg-Nord großräumige Siedlungen, die im sozialen Wohnungsbau mit viergeschossigen Zeilen und achtgeschossigen Punkthäusern in den 1960er Jahren erbaut wurden, z.T. in industrieller Bauweise. Viele dieser Gebäude sind im Hinblick auf die Energieeffizienz in einem problematischen Zustand. In der Region Mierendorffplatz besteht eine Mischung aus Gründerzeitbauten und Siedlungen der 1930er bis 1950er Jahre. Auch hier wurde mit der energetischen Erneuerung erst begonnen.

Eine große Stärke des Stadtumbaugebietes ist sein hoher Anteil an Grünflächen. So bilden der Volkspark Jungfernheide, die großen zusammenhängenden Kleingartenanlagen ebenso wie die durchgrünten Wohnsiedlungen einen wichtigen Erholungsraum. Auch auf der Mierendorffinsel existieren Kleingärten und der Mierendorffplatz selbst bietet als Schmuckplatz eine hohe Aufenthaltsqualität.

Der Zuzug von Familien und die ansteigende Geburtenzahl zeigen, dass das Gebiet für Familien attraktiv bleibt. Absehbar ist jedoch, dass die Bildungsinfrastruktur (Schulen, Kindergärten) und die Sport- und Freizeitflächen deshalb mittelfristig nicht ausreichen. Viele Haushalte erzielen nur ein niedriges Einkommen. Die Arbeitslosigkeit liegt mit über 12 Prozent weit über dem Berliner Durchschnitt (9 Prozent), dasselbe gilt für den Anteil der auf Hartz IV angewiesenen Bewohnerinnen und Bewohner. Etwa 42 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner haben ausländische Wurzeln. Auch der Anteil der Alleinerziehenden sowie der Seniorinnen und Senioren ist sehr hoch.

Basisdaten

Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf

Gebietsfestlegung: 29.08.2017
gemäß § 171b BauGB

Einwohner: 34.230 (31.12.2015), davon 42 Prozent mit ausländischen Wurzeln

Fläche: 724 ha

Wohnungseigentümer (Charlottenburg-Nord): überwiegend große Wohnungsgesellschaften, wie GEWOBAG, Deutsche Wohnen, Charlottenburger Baugenossenschaft, Baugenossenschaft Steglitz

Download nebenstehende Gebietskarte (PDF; 1,78 MB)

Ziele des Stadtumbaus

Wohnbauten in Charlottenburg-Nord

Ziel des Stadtumbaus ist die Stabilisierung des Gebiets durch die Erhöhung der Qualität des Wohnumfelds und zusätzliche Angebote der sozialen Infrastruktur. Dazu zählen folgende Handlungsfelder

  • Infrastruktur ausbauen und qualifizieren: Es fehlen vor allem Kita- und Grundschulplätze.
  • Grün- und Freiflächen aufwerten: Private und öffentliche Grün- und Freiflächen in und um die Wohnsiedlungen sollen in Kooperation mit den Wohnungsbaugesellschaften aufgewertet und umgestaltet werden. Es geht um vielfältigere Nutzungsmöglichkeiten, bessere Beleuchtung und Sicherheit. Auch öffentliche Sportplätze müssen den heutigen Anforderungen angepasst werden. 
  • Begegnungs- und Verweilorte in den lokalen Zentren schaffen: Die beiden Wohngebietszentren am Halemweg und Heckerdamm sollen gestärkt werden. Für beide Wohngebiete sollen zudem neue öffentliche Plätze mit Aufenthaltsqualität entstehen.
  • Verknüpfungen zur Überbrückung der Insellage herstellen
    Dazu wären Brücken über den Hohenzollernkanal sowie über die Schleuseninsel notwendig. Besonders wichtig sind auch die barrierefreie und übersichtliche Umgestaltung von Wegen und Straßen. 

Beteiligung

Bürgerwerkstatt am 11. Oktober 2016
4 Leute an Arbeitstisch mit Plan und Notizzetteln

Mit der Erstellung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes – ISEK – als Voraussetzung für die Aufnahme des Gebiets in die Förderkulisse des Stadtumbaus war das Büro Jahn, Mack & Partner beauftragt. Zwischen Mitte Juni 2016 und Ende Januar 2017 wurden in Fachgesprächen mit der Verwaltung und Eigentümern und unter Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger sowie wichtiger Akteure vor Ort die wesentlichen Stärken und Schwächen des Gebietes herausgearbeitet und Maßnahmen zur Verbesserung der Situation definiert. Am 11. Oktober 2016 fand dazu die erste Bürgerwerkstatt statt. Das Maßnahmenkonzept wurde den Bürgerinnen und Bürgern sowie der Politik am 23. Februar 2017 vorgestellt.

Viele Dokumente und die einzelnen Schritte des Beteiligungsverfahrens sind hier dokumentiert. Auch die Umsetzung des Stadtumbauprozesses soll über die gesamte Dauer des Verfahrens eng mit den Bürgerinnen und Bürgern sowie allen Akteuren und Betroffenen diskutiert und abgestimmt werden.

Ausblick

Das ehemalige Familienzentrum am Halemweg

Das ISEK zu Charlottenburg-Nord und der Grobcheck für die MierendorffINSEL wurden am 6. Juni 2017 vom Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf beschlossen. Mit dem Senatsbeschluss vom 29.8.2017 erfolgte die förmliche Festlegung als Stadtumbaugebiet. Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, dass für Projektvorschläge im Rahmen des im ISEK, Fördermittel des Programms Stadtumbau bereitgestellt werden können. In den ersten Jahren werden diese Mittel schwerpunktmäßig im Gebietsteil Charlottenburg-Nord eingesetzt.

Ein erstes „Starterprojekt“ am Heckerdamm 242 konnte schon im Vorfeld in Angriff genommen werden: der Umbau der ehemaligen Personalunterkunft des Grünflächenamtes zum Familienzentrum. Der bisherige Standort am Halemweg 30 musste wegen der Abrissarbeiten der ehemaligen Poelchau-Oberschule geschlossen werden. Hier wird ein neues Oberstufenzentrum entstehen. Der Umzug des Familienzentrums vom Halemweg zum Heckerdamm 242 ist bereits für September 2017 geplant.

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, bearb. B. Gericke
Stand: November 2017

Fördergebiete & Projekte

Ansprechpartner

Schammer, Brigitte
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen
Tel: (030) 90139 4864
Ottenberg, Peter
Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf
Tel: (030) 9029 12777

News aus dem Fördergebiet

Oktober 2017

2.11. Informationsveranstaltung zum Stadtumbau im Charlottenburger Norden

September 2017

Charlottenburger Norden: Am Tor zur Jungfernheide

Mai 2017

Charlottenburg Nord am Tag der Städtebauförderung: Aus- und Einblicke mit dem Bürgermeister

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