Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

Stadtumbau Ost und West

Stadtgarten Moabit


Das Gelände des Güterbahnhofs Moabit gegenüber vom Westhafen wurde von 2007 bis 2012 zum Moabiter Stadtgarten umgebaut. Ab 2007 gab es konkrete Pläne für die Umwandlung der brachliegenden Fläche in eine vielfältig nutzbare Grünanlage mit Bewirtschaftung des verbliebenen Gebäudes. Seit 2012 arbeitet im Bahnhofsgebäude das Zentrum für Kunst und Urbanistik (ZK/U) als Atelier- und Ausstellungshaus. Betrieben wird es vom Verein Kunstrepublik e.V., der mit seiner Mischung aus Ateliervermietung an Künstler und Theoretiker und ins Quartier ausstrahlenden Veranstaltungen überzeugte.

Die künftigen Nutzer des Stadtgartens nahmen aktiv am Planungs- und Gestaltungsprozess teil (siehe auch Projekt Konzept Stadtgarten Moabit C1a).

Im Frühjahr 2011 wurde mit dem Bau des Stadtgartens Moabit begonnen. Die Planung und die Organisation des Beteiligungsprozesses hatte das Büro Glaßer und Dagenbach inne. Das Unternehmen Otto Kittel Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau war mit dem Bau beauftragt.

Staatssekretärin Hella Dunger-Löper und der damalige Bezirksstadtrat und heutige Staatssekretär Ephraim Gothe setzten den offiziellen ersten Spatenstich für den Stadtgarten am 5. Mai 2011. Am 24. September 2012 wurde der Stadtgarten in Anwesenheit des Staatssekretärs Ephraim Gothe feierlich eröffnet.

Seit Herbst 2011 erfolgen vorbereitende bauliche Maßnahmen für die geplante Erna-Samuel-Straße. Die Umgehungsstraße wird ab 2014/15 nördlich am Stadtgarten entlang führen. 2013 bis 2014 werden parallel dazu die Quitzow- und später die Siemensstraße als verkehrsberuhigte Wohngebietsstraßen umgebaut. Das beinhaltet u.a. erhöhte Übergänge für Fußgänger (Moabiter Kissen), Einengungen und neue Straßenbäume. Dies wird sowohl die Erreichbarkeit der Oase Stadtgarten als auch die Wohn- und Lebensqualität für die Anwohner erheblich verbessern.

Gestaltung

Im Süden an der Siemensstraße ist der Vorplatz weitgehend in seiner sehr grob gepflasterten Form geblieben. Er ist so für Veranstaltungen und Gastronomie nutzbar. Runde Beete, unregelmäßig verteilt, verleihen dem Platz einen attraktiven Kontrast zwischen Kopfsteinpflaster, Schilf und dem gelben Klinker des erhaltenen Bahnhofsgebäudes mit dem ZK/U.

Im Osten des Geländes befindet sich der 1600 Quadratmeter große Bürgergarten mit Beeten und Hochbeeten, Wegen, Bänken und Tischen. Neben dem Gärtnern kann man hier zusammensitzen und auch feiern. Die Ausschreibung zur Trägersuche gewann der Verein BürSte e.V. (Bürger für den Stephankiez in Mitte e.V.) mit seinem Konzept. Südlich daran anschließend kann man bald unter Japanischen Schnurbäumen auf der Liegewiese ausspannen.

Westlich des Zentrums für Kunst und Urbanistik im alten Bahnhofsgebäude befindet sich der Spielplatz mit Kletter- und Wippelementen, die durch ihre Form als Kästen und Kisten an die alte Nutzung des Geländes erinnern. Südlich anschließend verläuft eine anspruchsvolle Bobbycar-Strecke unter neu gepflanzten Bäumen. Dort befindet sich auch das von den Kindern im Beteiligungsverfahren gewünschte Kasperl-Theater "Teatro Mobile".

Im nördlichen, an das Bahngelände angrenzenden, Bereich bietet sich eine große Wiese mit einheimischen Obstbäumen für vielfältige Nutzungen an. Zwei Schaukeln und eine Riesenhängematte sind jeweils an gebogenen Schienen aufgehängt, die an den Güterbahnhof erinnern sollen. Zum Gelände der Bahn ist der Garten durch eine Schallschutzwand abgeschirmt. Von ihrer Krone aus kann man die Arbeit im Westhafen und die vorbeifahrenden Züge beobachten. Die 150 Meter lange Wand wird von Schülerinnen und Schülern unter künstlerischer Leitung mit Graffiti gestaltet. Den zukünftigen Ausgang in Richtung Norden auf die geplante Umgehungsstraße schmückt ein Relief, das die Künstlerin Bärbel Rothaar mit Kindern angelegt hat.

Zu beiden Seiten des Stadtgartens stehen rot blühende Kastanien, die zu den gewerblichen Nachbarbereichen abgrenzen und zusammen mit Obstgehölzen im hinteren Bereich einen überschaubaren, vielseitigen Raum bilden.

Bezirksamt Mitte, Anka Stahl, Foto: Glaßer und Dagenbach, Anka Stahl
offener Koffer aus Holz als Spielgerät auf blauem Kunststoffbelag, Holzlatten im Vordergrund, rechts Bahnhofsgebäude, im Hintergrund hafengebäude
Der Spielplatz im Stadtgarten Moabit erinnert an die frühere Nutzung (Mai 2012)
Gelbes Klinkergebäude, Kopfsteinpflaster mit Schilfinseln, Sand
Der Vorplatz wird für Veranstaltungen genutzt

Informationen

Auftraggeber: Bezirk Mitte von Berlin
Bauherr/Projektsteuerung: Bezirk Mitte, Abt. Stadtentwicklung, Straßen- u. Grünflächenamt
Finanzierung (Förderprogramme etc.): Stadtumbau West
Gesamtbaukosten: 2,026 Mio. EUR
Realisierungszeitraum: März 2011 - September 2012
Nutzfläche: ca. 9000 qm
Verkehrsberuhingung Siemens- und Quitzowstraße 2013 - 2014: 750.000 EUR aus dem Programm Stadtumbau West
größere Kartenansicht
AktuellAbgeschlossen

Fördergebiete & Projekte

Ansprechpartner

Eichhorst, Ekkart
Bezirksamt Mitte, Abt. Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft u. Ordnung, Straßen- u. Grünflächenamt
Tel: (030) 9018 228 33

Projekt-News

September 2012

Stadtgarten Moabit an der Siemensstraße eröffnet

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