Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

Stadtumbau Ost

Das Fördergebiet Buch

Projekte des Fördergebiets
Gebäude der alten Krankenhausstadt - heute Helios-Kliniken
Klinkerbauten

Der Ortsteil Buch liegt im Nordosten des Stadtbezirks Pankow. Prägend für Buch sind einerseits die Gesundheitseinrichtungen, die seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts hier angesiedelt wurden und andererseits die Großsiedlung, die in den 50er bis 80er Jahren des 20. Jahrhunderts entstand. In dieser Zeit wurde auch der Krankenhauskomplex erweitert. Seit den 90er Jahren entwickelte sich aus dem historischen Krankenhauskomplex der Wissenschaftsstandort Berlin-Buch mit circa 4.800 Beschäftigten. Damit ist Buch einer der wichtigsten Gesundheits-, Wissenschafts- und Technologiestandorte in Berlin-Brandenburg.

Geschichte

Das Dorf Buch wurde im 14. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Bis ins 20. Jahrhundert bildete der Gutshof das Zentrum des Ortes. Ende des 19.Jahrhunderts erwarb die Stadt Berlin das Gut Buch und ließ östlich des Gutshofes die Krankenhausstadt Buch errichten. Erbaut wurde sie von Stadtbaurat Ludwig Hoffmann. Bei ihrer Fertigstellung 1929 war es die größte und modernste Heilanstalt Europas. Heute befinden sich an diesem Standort der Campus Buch der Charité Universitätsmedizin Berlin mit dem Max-Delbrück-Zentrum für Molekulare Medizin und die privaten Helios-Kliniken. Für die Ansiedlung weiterer Betriebe aus dem Umfeld von Medizin und Biotechnologie weist Buch große Standortvorteile auf: Neben den möglichen Synergieeffekten sind hier vor allem das vorhandene Flächenpotenzial und die attraktive Lage im Landschaftsraum sowie die gute Verkehrsanbindung wichtig.

Bevölkerung

Trotz des großen Potenzials haben sich die Großsiedlung und der alte Ortskern - die zusammen das Fördergebiet bilden - nicht parallel zum Wissenschaftscampus entwickelt. Die Einwohnerzahl ist im Fördergebiet - entgegen dem bezirklichen Aufwärtstrend - von 2001 bis 2007 um mehr als 8 Prozent gesunken. Von 1989 bis 2000 betrug der Bevölkerungsverlust sogar 19 Prozent. Dieser Trend konnte durch vorangegangene Sanierungsmaßnahmen und die Entwicklung des Campus Buch also lediglich verlangsamt werden. Von 2007 bis 2012 sank die Einwohnerzahl nochmals um circa 5 Prozent. Von Ende 2012 bis Ende 2013 stieg die Bewohnerzahl dagegen um beachtliche 8,3 Prozent an.

Die Zahl der unter 6-Jährigen und der ab 65-Jährigen ist schon von 2001 bis 2007 gestiegen. 2012 lag die Zahl der unter 6-Jährigen leicht über dem Berliner Durchschnitt, die Zahl der ab 65-Jährigen mit rund 27 Prozent war gegenüber Gesamtberlin deutlich erhöht (circa 19,2 %).

Informationen

Stadtumbau-Programm: Ost

Wohnungen: ca. 6000 WE (Stand: 2008)

Einwohner: 9.205 (Stand: 31.12.2013)
größere Kartenansicht
AktuellAbgeschlossen

Die Großsiedlung

Unsanierte Wohnungen
Plattenbauten

Die Großsiedlung wird durch die Autobahn 10 im Süden und die S-Bahn-Linie 2 im Westen begrenzt. Sie ist durch eine Monofunktionalität der Wohnnutzung charakterisiert. Knapp zwei Drittel der Gebäude entstanden zwischen 1977 und 1989. Rund 30 Prozent des Wohnungsbestandes sind bereits saniert, weitere 40 Prozent waren 2007 teilweise und 30 Prozent komplett unsaniert. Die Leerstandsquote lag 2007 bei 4,6 Prozent - Rückbaubedarf besteht bei Wohnbauten demzufolge nicht.

Die Wohnungen befinden sich im Eigentum von fünf Wohnungsunternehmen. Größte Eigentümerin ist seit dem 1. Juli 2009 die Howoge, die die Bestände der Gesobau übernommen hat. Sie wird in den nächsten Jahren einen Großteil ihrer Wohnungen modernisieren.

Ausgangssituation zu Beginn der Stadtumbau-Förderung

Die soziale Infrastruktur des Fördergebiets entsprach zu Beginn der Förderung nicht den aktuellen Erfordernissen und war außerdem zum großen Teil sanierungsbedürftig.

Es gibt ausgedehnte Parks und Grünflächen - zum Teil bedürfen sie jedoch ebenfalls einer Überarbeitung und Anpassung. Vor allem das Wegenetz, das die Großsiedlung mit dem Campus Buch und dem Ortskern verbinden soll, ist ausbaufähig. 

Das Fördergebiet Buch zeichnet sich damit in hohem Maße durch die Diskrepanz zwischen der Wohnsiedlung mit hohem Entwicklungs- und Diversifizierungsrückstau und den Gesundheits- und Forschungseinrichtungen mit starker Entwicklungsdynamik aus. Sowohl räumlich als auch funktional bestehen nur sehr wenige Querbezüge zwischen diesen beiden Bereichen, sodass Synergieeffekte, die durch eine Vernetzung der Akteure entstehen könnten, bisher kaum auftreten.

Ziele und Schwerpunkte des Stadtumbaus

Das Bucher Bürgerhaus unweit des Orstkerns war früher eine Kita
Gelber dreigeschossiger Flachbau, Junger Baum auf Rasen, abgestellte Fahrräder

Das Stadtumbaugebiet Buch soll als attraktives Wohnquartier für unterschiedliche Alters- und Sozialgruppen entwickelt werden. Die Modernisierung des Wohnungsbestandes sowie dessen nachfrageorientierte Anpassung wird durch die Wohnungseigentümer fortgeführt. Hierbei sind insbesondere die wachsende Zahl der älteren Bewohner sowie der jungen Familien zu berücksichtigen. Um eine ganzheitliche Aufwertung der Großsiedlung Buch zu erreichen, wird der Stadtumbau - ergänzend zu den Investitionen der Wohnungseigentümer in ihre Bestände - vor allem die sozialen Infrastruktureinrichtungen und die öffentlichen Grün- und Freiflächen aufwerten.

Multifunktionales Ortszentrum

Das Jugend- und Stadtteilzentrum "Der Alte" wurde bereits saniert
Beiger Flachbau mit Treppe und jungen Bäumen an beiden Seiten der Treppe

Das Ortszentrum am S-Bahnhof soll zum Identifikationsraum für ganz Buch entwickelt werden. Dazu sind sowohl die Neustrukturierung und Gestaltung öffentlicher Räume als auch die Optimierung der Wegeverknüpfungen in alle Bereiche des Ortsteils vorrangig. Bildungs- und Kultureinrichtungen des Ortsteils werden hier konzentriert und qualitativ weiter entwickelt. Besonders wichtig war in diesem Zusammenhang die umfassende Sanierung des Jugend- und Stadtteilzentrums "Der Alte", die 2014 mit der Neugestaltung der Freiflächen und der Außenbühne abgeschlossen wird.

In der Großsiedlung und gleichzeitig relativ nah an den Dienstleistungs- und Einkaufsmöglichkeiten der Wiltbergstraße wurde 2012 als erster Meilenstein des Stadtumbaus das Bucher Bürgerhaus eröffnet. In dem Gebäude eines ehemaligen Kindergartens sind Beratungs- und Hilfsangebote, Sport- und Kreativgruppen verschiedener Träger sowie ein Café mit Garten und das Bucher Bürgeramt angesiedelt.

Gegenüber dem S-Bahnhof werden 2013 die Eingangsbereiche des Schlossparks sowie Teile der Parkeinfriedung und Parkwege denkmalgerecht erneuert. Parallel dazu ist ein Parkpflegewerk in Arbeit.

Leben und Lernen am Pankeraum

Der 2012 erneuerte Spielplatz Walter-Friedrich-Straße unweit von Kitas und Schulen im Pankeraum

Viele der Bucher Schulen, Kitas und Freizeiteinrichtungen liegen im landschaftlich attraktiven Bereich entlang der Panke. Mit dem Schwerpunkt Leben und Lernen am Pankeraum soll dieses besondere Potenzial durch aufeinander abgestimmte Aufwertungsmaßnahmen ausgebaut werden.

Die Sanierung und Aufwertung der Kindertagesstätte "Kleine Schlaufüchse" und der "Kita im Grünen" ist bereits abgeschlossen. 2014 befinden sich je zwei weitere Kindergärten und Jugendfreizeiteinrichtungen in der Sanierungsphase. In die Sanierung der Grundschule am Sandhaus und in die Hufeland-Schule werden ebenfalls größere Beträge aus dem Stadtumbau investiert (siehe Projektliste).

Vernetzung mit der Wirtschaft

Eine der wichtigsten Maßnahmen besteht im Aufbau eines Netzwerks der öffentlichen und privaten Akteure in Buch. Chancen für den Wohnstandort liegen dabei zum Beispiel in der Zusammenarbeit von Schulen und Unternehmen bei der Suche nach Ausbildungs- und Arbeitsplätzen. Wohnungsunternehmen können ihren Wohnungsbestand stärker auf die Bedürfnisprofile der Beschäftigten ausrichten und so mehr Haushalte mit mittlerem und höherem Einkommen als Mieter gewinnen. Die privaten Akteure profitieren ebenfalls von einem verbesserten Image des Standortes. Qualitativ hochwertige Wohn- und Freizeitangebote sowie gute Bildungseinrichtungen sind für sie wichtig, um auch in Zukunft genügend qualifizierte Mitarbeiter zu finden.

Quelle: INSEK Ortsteil Buch, Überarbeitung 2008 (Planergemeinschaft Kohlbrenner eG), Anka Stahl
Stand: März 2014

Fördergebiete & Projekte

Ansprechpartner

Forchmann, Cornelia
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt
Tel: (030) 90139 4865
Speckmann, Christoph

Tel: (030) 90295 3118

News aus dem Fördergebiet

Juli 2016

Ameisen-Spielplatz 2.0

Mai 2016

Vom Schandfleck zum Schmuckstück

April 2016

Modulares Schulergänzungsgebäude der Hufeland-Schule wurde eingeweiht

Logo Europäische UnionBundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und ReaktorsicherheitLogo StädtebauförderungLogo Senatsverwaltung für Stadtentwicklung