Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

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Farbige Punkthochhäuser prägen das Gebiet an der Heerstraße
Cornelia Dittmar (r.) vor dem Familientreff Staaken
Am Kistengarten: vorn rechts Nakissa Zabet, hinten Mitte Christian Porst
Die Besuchergruppe wirft Samenkugeln auf die Spielwiese

Tag der Städtebauförderung: Grüne Inseln im Häusermeer

Führung durch ein neues Stadtumbaugebiet voller Überraschungen
Mai 2017

Cornelia Dittmar, Nakissa Imani Zabet und Christian Porst sind Quartiersmanager im Gebiet Heerstraße Nord. Alle drei haben zu einer Wanderung durch ihren Kiez eingeladen. Sie wollen zeigen, welche Verbesserungen das Quartiersmanagement bewirkt hat und was noch zu tun bleibt. Gekommen sind etwa 30 Interessierte, die zur Begrüßung einen leuchtend orangefarbenen Regenschirm mit dem Logo des QM-Gebietes erhalten. Zum Glück braucht man den während des dreistündigen Rundgangs nur zeitweise.

Start ist am Stadtteilladen. An den öffentlichen Zugängen zum Staaken-Center und zu den umliegenden Einrichtungen wird deutlich, wo städtebaulich nachgebessert werden muss. Stolperstellen, dunkle Durchgänge und eine in die Jahre gekommene Infrastruktur werden in den kommenden Jahren im Rahmen des Förderprogramms Stadtumbau beseitigt, aufgewertet oder durch Neubauten ergänzt. „Ganz wichtig ist der barrierearme Umbau unseres Stadtteils. Als die Mieter der umliegenden Plattenbauten in den 60er Jahren hier einzogen, waren sie jung. Heute brauchen sie seniorengerechte Angebote. Das schaffen wir nicht allein,“ betont Cornelia Dittmar. 

Und doch wurde schon viel erreicht: mit Stolz verweist sie auf die neue Beleuchtung und die freundliche Fassadengestaltung vor der alten Stadtteilbibliothek, die das frühere Unbehagen bei Älteren beseitigt hat. Eine besondere Errungenschaft sei der Staudengarten gegenüber dem Ärztehaus. Bequeme Bänke, glatte Fußwege und einige Baumpflanzungen schaffen Gelegenheit für einen Plausch an frischer Luft. Zu sehen gibt es von hier aus eine Menge. Die farbigen Punkthochhäuser, für die die Siedlung bekannt ist; die grüne Promenade, auf der unentwegt Familien mit Kinderwagen und Rollern flanieren, und die so wichtige Christian-Morgenstern-Grundschule. Die hat einen guten Ruf, wurde in den letzten Jahren teilweise saniert und hat seit 2008 als erste Schule in Berlin ein eigenes Familienzentrum. Das ist dringend nötig, denn die verbreitete Armut, die hohe Arbeitslosigkeit und fehlende Sprachkenntnisse sind die drängendsten Probleme dieses Stadtteils. „Vor allem durch eine bessere Bildung lässt sich der Kreislauf der vererbten Armut durchbrechen“, erklärt Frau Dittmar. „Wenn die dafür notwendige Infrastruktur geschaffen wird, bin ich optimistisch für unseren Kiez.“

Im Kleinen hat das Quartiersmanagement schon angefangen, Achtungszeichen zu setzen. Ein solches ist der Kistengarten. Landschaftsarchitektin Kendra Busche berichtet, wie die Bewohner die anfänglichen Bedenken außer Kraft setzten und nun selber - angestachelt durch die eigenen Kinder - Kräuter und Blumen in die alten Industriekisten aus Holz pflanzen. „Wir spüren, dass mehr Leute mitmachen, wenn es um ihren Kiez geht. Die Menschen leben gern hier. Es ist ja auch erstaunlich grün,“ ergänzt Christian Porst. Ein Beispiel ist der Gemeinschaftsgarten am Blasewitzer Ring. Dort pflegen die Anwohner ihre kleinen Beete und geben den Besucherinnen und Besuchern an diesem Tag bereitwillig Auskunft. Alle Gäste erhalten eine Samenkugel und mit viel Gelächter werden diese auf die Spielwiese geworfen, damit dort in wenigen Wochen Wildblumen wachsen. 

Auf dem Rundgang passiert die Gruppe zahlreiche Spielplätze. Manche sind saniert und mit interessanten Spielgeräten ausgestattet; andere sind kaputt oder für die unterschiedlichen Altersgruppen kaum noch geeignet. So auch am Cosmarweg, wo gerade Kinder und Eltern auf der Mitmach-Baustelle über die künftige Gestaltung beraten. „In unserem Stadtteil leben immer mehr Kinder. Die brauchen gute Schulen, ausreichend Kitaplätze und sinnvolle Angebote für die Freizeit. Ich freue mich, dass durch die Förderkulisse dafür auch Geld in die Hand genommen wird“, sagt Cornelia Dittmar zum Abschluss und lädt die Gäste auf einen Kaffee ein. 

Lesen Sie auch den Bericht zur Führung durch das zukünftige Stadtumbau-Gebiet Charlottenburg Nord: Aus- und Einblicke mit dem Bürgermeister sowie

Weitere Berichte zum Tag der Städtebauförderung am 13. Mai 2017

Von: B. Gericke (Text/Foto)

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