Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

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Der BVV war zur Auftaktveranstaltung voll besetzt
Weitläufige Grünflächen und Plattenbauten im Thälmannpark (Dezember 2012)
Hochwertige Neubauten im Prenzlauer Bogen neben Wohngebäuden aus den 1980-er Jahren

Auftaktveranstaltung zur Voruntersuchung "Thälmannpark" im Prenzlauer Berg

Bezirksamt bittet Bewohner und Interessierte um Beteiligung am Entwicklungsprozess
Februar 2013

Der Saal der Bezirksverordneten in der Fröbelstraße war voll besetzt. Mehr als 200 Anwohner waren am 27. Februar der Einladung des Bezirksamts Pankow gefolgt, um die Auftaktveranstaltung für die Voruntersuchung zum Wohngebiet "Thälmannpark" zu besuchen.

Nach den einleitenden Worten von Stadtentwicklungs-Stadtrat Jens-Holger Kirchner stellte Genia Krug von der Stattbau GmbH das Vorhaben vor. Das Bezirksamt Pankow hat Stattbau beauftragt, bis Oktober 2013 eine Voruntersuchung zum 40 Hektar großen Areal des Thälmannparks zwischen Greifswalder Straße, Danziger Straße, Prenzlauer Allee und Ringbahn zu erarbeiten. Stärken, Probleme und Potenziale des innerstädtischen Wohngebiets sollen herausgearbeitet werden. Ziel ist ein abgestimmtes städtebauliches Entwicklungskonzept für das Gebiet als Grundlage für künftige Entscheidungen.

Der Bezirk reagiert damit auch auf die Entwicklungen der jüngsten Zeit: am Rande des in den 80-er Jahren auf dem Gelände eines Gaswerks errichteten Plattenbau-Wohngebiets entstand mit dem Prenzlauer Bogen eine Luxuswohnanlage. Der Investor möchte noch in diesem Jahr in der Nachbarschaft mit dem Bau eines weiteren hochwertigen Wohnkomplexes beginnen.

Auf der anderen Seite des Areals bietet die Brachfläche des ehemaligen Güterbahnhofs Greifswalder Straße ein großes Flächenpotenzial. Noch ist unklar, was hier in Zukunft entstehen soll. Ähnliches gilt für die stark sanierungsbedürftigen Gebäudes des Bezirksamts in der Fröbelstraße. Auch das benachbarte Kulturareal ist ein Sanierungsfall.

Die Untersuchung soll nicht zuletzt die unterschiedlichen Sichtweisen erfassen und berücksichtigen:  Anwohner, Gewerbetreibende, Anlieger, Grundstückseigentümer und Wohnungsunternehmen werden befragt; die Perspektive der sozialen und kulturellen Einrichtungen vor Ort und auch die Sicht der Fachabteilungen des Bezirksamtes spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle.

Die Anwohner äußerten während der Diskussion große Bedenken gegenüber den hochpreisigen Bauprojekten in ihrem Quartier. Sie befürchten, dass ihre Mieten sowohl durch solche Projekte als auch durch die Sanierung ihrer Wohngebäude stark steigen könnten.

Wichtig sind den Bewohnern vor allem der Erhalt der Sportanlagen und des weitläufigen Parks sowie die Sanierung der Spielplätze. Hier gibt es große Probleme, da eine tiefgehende Belastung der Böden durch das ehemalige Gaswerk befürchtet wird. Allgemein stand die Frage nach dem tatsächlichen Gestaltungsspielraum zur Diskussion, da viele Flächen im Privatbesitz liegen und der Bezirk wenig Geld zur freien Verfügung hat.

Hier könnten Finanzierungsmöglichkeiten aus dem Stadtumbau-Programm zumindest teilweise Abhilfe schaffen: Das Wohngebiet soll künftig einen Schwerpunkt des Stadtumbau-Programms im Prenzlauer Berg bilden, nachdem in den vergangenen Jahren die umliegenden Sanierungsgebiete der Altbauviertel im Mittelpunkt standen.

Stadtrat Jens-Holger Kirchner und Genia Krug von Stattbau appellierten an die Bürgerinnen und Bürger, sich an dem folgenden Diskussionsprozess aktiv zu beteiligen und so ihre Interessen weiter zu artikulieren und eigene Vorschläge einzubringen.

Dies tun die AnwohnerInnen auch in Eigeninitiative. Parallel zu der vom Bezirk finanzierten und von Stattbau durchgeführten Voruntersuchung formiert sich aktuell die Anwohner-Initiative-Thälmann-Park. Zur ersten großen Informationsveranstaltung trafen sich am 13. März in der Wabe wieder hunderte Interessierte. Die Anwohner-Initiative-Thälmann-Park steht mit Stattbau in Kontakt und will sich für die geplanten Beteiligungsaktionen der StadtplanerInnen engagieren.

Von: Anka Stahl, Foto 1: Stattbau GmbH

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