Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

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Die Signalkugel von Ulrike Mohr auf der sanierten Doppelkaianlage (August 2011)

Historische Doppelkaianlage am Kreuzberger Spreeufer wiedereröffnet

Uferabschnitt erhielt den Namen der afrodeutschen Dichterin May Ayim
August 2011

Staatssekretärin Hella Dunger-Löper, Bezirksbürgermeister Franz Schulz und Baustadtrat Hans Panhoff weihten am 29. August 2011 gemeinsam die sanierte Doppelkaianlage am Kreuzberger May-Ayim-Ufer ein. Die 1895 errichtete Treppenanlage wurde im Rahmen des Förderprogramms Stadtumbau West saniert. Die mit ihr verbundenen "Katakomben" - ehemals offene, unterirdische Warteräume für Gäste der Spreefähre - wurden für die Nutzung als Restaurant und Ausstellungsraum ausgebaut. Die historische Kaianlage ist das Herzstück der geplanten Kreuzberger Uferpromenade entlang der Spree.

Zu den Gästen zählten auch der Architekt Prof. Dr. Georg Kohlmaier sowie die Künstlerin Ulrike Mohr. Sie entwarf für die Doppelkaianlage einen interaktiven Signalballon, der sich nun abhängig vom Schiffsverkehr an einem Mast auf und ab bewegt. Die Anlage ist seit etwa einem Jahr in Betrieb und konnte bei der feierlichen Eröffnung beobachtet werden.

Bezirksbürgermeister Franz Schulz erinnerte auf der Veranstaltung auch an die bewegte Geschichte des Ortes: "Mit der sanierten Doppelkaianlage wird den Bürger/innen ein bedeutendes Denkmal und zugleich ein Ort der Geschichte Kreuzbergs zurückgegeben."

Die Bedeutung der Kaianlage als Ort des Gedenkens für die Maueropfer wird durch die Einbeziehung der Anlage in die 'Geschichtsmeile Berliner Mauer' über zwei Informationstafeln hervorgehoben. Im Untergeschoss läuft zur Zeit die Ausstellung "Die Spree-Grenze 1949 bis 1989" des Kreuzberg Museums.

Für Sanierung und Umbau der Anlage wurden insgesamt 3,67 Millionen Euro aus dem Programm Stadtumbau West zur Verfügung gestellt. Weitere 1,1 Millionen flossen aus Tiefbauunterhaltungsmitteln der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.

Zu Ehren der Namensgeberin May Ayim enthüllten Vertreterinnen der BVV Friedrichshain-Kreuzberg eine Gedenktafel für die afrodeutsche Dichterin. Die Straße war 2010 umbenannt worden, um einen Perspektivwechsel in der Betrachtung der deutschen Kolonialgeschichte zu erreichen, wie Joshua Kwesi Aikins von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) in seiner Rede betonte. Otto Friedrich von der Gröben - der frühere Namensgeber - leitete eine der ersten deutschen Kolonialexpeditionen in Afrika und ließ an der heutigen ghanaischen Küste ein Fort errichteten, in dem unter anderem Menschenhandel betrieben wurde.

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Von: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Foto u. Bearbeitung: Anka Stahl

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