Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

Stadtumbau Ost und West

Aktuelles


Reinhard Naumann leitet (fast) jeden Monat den Kiezspaziergang
Fotograf Christian Fessel schwärmt vom Weltkulturerbe
Nadine Fehlert und Peter Ottenberg erklären Vorhaben am Halemweg
Superintendent Harald Grün-Rath plant den behutsamen Umbau seiner Kirche
Optimistisch in die Zukunft: Reinhard Naumann und Marieke Lüttger vor dem neuen Familienzentrum

Charlottenburg Nord am Tag der Städtebauförderung: Aus- und Einblicke mit dem Bürgermeister

Reinhard Naumann erklärt die Vorhaben in Sachen Stadtumbau
Mai 2017

Der Platz vor dem U-Bahnhof Halemweg ist voll: mehr als 80 Bürgerinnen und Bürger warten auf den Startschuss zum 185. „Kiezspaziergang mit dem Bürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf“. Den gibt Reinhard Naumann Punkt 14 Uhr. „Wir treffen uns seit Jahren immer am 2. Samstag im Monat, egal ob es regnet oder schneit.“ Aber dieser Tag der Städtebauförderung ist für den 57-Jährigen etwas Besonderes. In diesem Kiez ist er aufgewachsen und kann nun zeigen, was kommen wird. Mit viel Engagement hat er dafür gekämpft, dass Charlottenburg-Nord Gelder aus dem Stadtumbau-Programm bekommt. Mit Erfolg: Es ist geplant, dass der Senat noch in diesem Sommer den Charlottenburger Norden als Fördergebiet förmlich festlegt und die Mittel dann bereit gestellt werden können. (Infos hier)

Am Ausgangspunkt der dreistündigen Tour erfreut Naumann besonders die Älteren mit der Nachricht, dass der U-Bahnhof in absehbarer Zeit barrierefrei wird. Die älteste Teilnehmerin ist die 101-jährige Hedwig Lehmann. Fast die gesamte Strecke läuft sie mit, stellt Fragen und plaudert aus der Kiezgeschichte. Geschichte ist auch das Steckenpferd von Reinhard Naumann. Er hat für jeden Ort eine Karteikarte mit Daten und historischen Fakten ausgearbeitet. So auch für den Bahnhof, der nach dem Widerstandskämpfer Nikolaus Christoph von Halem benannt ist. Daran haben Naumann und seine Freunde einen nicht unerheblichen Anteil.

Am zweiten Haltepunkt des Rundgangs übernehmen Experten das Mikro: Nadine Fehlert vom Planungsbüro JMP und Peter Ottenberg, aus dem Bereich Sozialraum­koordinierung im Bezirksamt. Die beiden weisen auf eine Bautafel und erläutern die umfangreichen Baumaßnahmen für Schulen und Sportflächen am Halemweg. Die Nachbarn sind erleichtert, dass bereits ein Datum für den Baubeginn feststeht.

Eine Baustelle wird demnächst auch die Sühne-Christi-Kirche gleich um die Ecke. Sie ist für die soziale Arbeit im Kiez ein wichtiger Standort. Superintendent Harald Grün-Rath berichtet von den Plänen, die mit den zuständigen Behörden abzustimmen sind. Schließlich steht die Kirche, obwohl erst 50 Jahre alt, schon unter Denkmalschutz. Dach, Heizung und die Raumstruktur sollen den neuen Erfordernissen der Nachbarschaft angepasst werden. Anschließend plaudert der Bürgermeister über seine Jugend in dieser Gemeinde und macht auf die beeindrucke Gedenkmauer „Plötzensee – Hiroshima“ aufmerksam.

Auf dem Weg zum Goebelplatz kommt Reinhard Naumann auf die architektonische Vielfalt im Quartier zu sprechen. Bauten der 20er, 30er und 50er Jahre prägen das Ensemble. Nicht umsonst wurden ganze Straßenzüge zum Weltkulturerbe erklärt. Dass all die berühmten Architekten von Gropius, Scharoun, Bartning bis Forbát ihre Spuren hinterließen, macht Naumann spürbar stolz. Noch viel mehr im Stoff steckt Fotograf Christian Fessel, der im Infopunkt Siemensstadt sein Atelier betreibt. Er berichtet, dass die unter Denkmalschutz stehenden Wohnhäuser fast alle saniert sind und es nun um Investitionen für Spielplätze und die Pflege der Grünverbindungen gehen müsse. Der wichtigste Grünraum im Kiez bleibe die Jungfernheide, meint Naumann und lotst seine Besucher in den Park. Kaum noch hört man den Lärm von Heckerdamm und Autobahn. „Hier“, so Reinhard Naumann, „wird mit Mitteln des Stadtumbaus einiges aufgewertet: etwa die Freilichtbühne oder der Heideteich. Für die Kinder werden wir unsere Ferienangebote weiter ausbauen.“

Abschließend betreten die Gäste ein ehemaliges Gebäude des Grünflächenamtes. Der Umbau zum Familienzentrum ist in vollem Gange. Die neue Hausherrin Marieke Lüttger ist des Lobes voll: Welches Familienzentrum habe schon einen solch großzügigen Außenbereich? Die Teilnehmer des Rundgangs fordert sie auf, nach der Eröffnung im Frühherbst auf einen Kaffee vorbei zu kommen. Die Gruppe applaudiert zustimmend und bedankt sich mit persönlichem Händedruck bei ihrem Bürgermeister. Die meisten sind beim nächsten Mal sowieso wieder dabei.

Weitere Berichte zum Tag der Städtebauförderung am 13. Mai 2017

Von: B. Gericke (Text/Foto)

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